07. September 2021 / 21:22 Uhr

Seguin vorm Wiedersehen mit Wolfsburg: "Habe gezeigt, dass ich Bundesliga spielen kann"

Seguin vorm Wiedersehen mit Wolfsburg: "Habe gezeigt, dass ich Bundesliga spielen kann"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mit Greuther Fürth gegen Wolfsburg: Am Samstag spielt Paul Seguin gegen den VfL, bei dem er 2016 sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte.
Mit Greuther Fürth gegen Wolfsburg: Am Samstag spielt Paul Seguin gegen den VfL, bei dem er 2016 sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte. © Tom Weller/dpa
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2016 hatte Paul Seguin beim VfL Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt gefeiert, seit zweieinhalb Jahren spielt der Mittelfeldmann nun für Greuther Fürth. Und am Samstag trifft er mit den Kleeblättern erstmals auf seinen Ex-Klub.

Der VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) bei Aufsteiger Greuther Fürth – da gibt es ein Wiedersehen mit den Ex-VfLern Luca Itter und Paul Seguin. Und auf das freut sich vor allem Seguin, der Sohn von Ex-DDR-Nationalspieler Wolfgang „Paule“ Seguin, der in Fürth das fand, was er in Wolfsburg nicht immer bekam: dauerhafte Wertschätzung. „Ich bin hier ein Führungsspieler in der Mannschaft“, freut sich der Ex-Wolfsburger.

Es gab nicht wenige, die ihn beim VfL eine große Zukunft zugetraut hatten. Der 26-Jährige schaffte beim VfL den großen Schritt in die Bundesliga, debütierte im April 2016 beim 0:2 der Wolfsburger gegen Augsburg. Obwohl noch weitere 25 Erstliga-Partien folgten, hatte er sich beim VfL nicht vollends durchsetzen können. Und so machte Seguin im Januar 2019 den Schritt zur SpVgg. Er hatte damals im Gespräch mit dem SPORTBUZZER gesagt: "Ich gehe jetzt einen Schritt zurück, damit ich drei nach vorn machen kann. Ich habe gezeigt, dass ich Bundesliga spielen kann." Wenn er jetzt auf die zweieinhalb Jahre in Fürth schaut, muss man feststellen: Seguin hat alles richtig gemacht. „Es war für mich damals kein einfacher Schritt, aber ich war davon überzeugt, dass ich wieder in die Bundesliga zurückkehren kann, wenn ich spielen darf. Wir haben hier etwas Tolles aufgebaut, wir sind wieder in der Bundesliga – und jetzt wollen wir zeigen, dass wir da auch bleiben können.“

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Es sei nicht so gewesen, dass er gar keine Wertschätzung in Wolfsburg gespürt habe, „vielleicht am Ende nicht. Aber das war vielleicht auch ein bisschen meine Schuld, aber nicht nur“, erzählt Seguin – und denkt an die vielen Höhen und Tiefen, die er in Wolfsburg erlebte. Nachdem er beim VfL nicht die Spielpraxis bekam, die er sich gewünscht hatte, wurde er nach Dresden ausgeliehen. Doch bei Dynamo hatte er nicht im Mittelfeld, sondern hinten rechts spielen müssen. „Damals habe ich oft die Mannschaft gedacht und habe gesagt: Okay, ich spiele auf dieser Position, aber eigentlich ist es nicht meine Stärke. Das hat mir damals viel Selbstvertrauen geraubt. Das war ein verschenktes Jahr. Ich bin schon davon überzeugt: Wenn ich im Mittelfeld spielen kann, bin ich ein guter Spieler. Jetzt bin ich froh, wieder in der Bundesliga zu sein und mich mit den Besten messen zu können“, so Seguin.

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Bei den Fürthern ist er im Mittelfeld gesetzt. Der Kleeblatt-Klub ist für viele Experten Absteiger Nummer 1. Seguin: „Das war in der vergangenen Saison in der 2. Liga auch so, am Ende sind wir in die Bundesliga aufgestiegen. Aber klar, man darf nicht vergessen, unser Klub ist, was das Finanzielle angeht, nicht so groß wie andere Klubs.“ Zudem hätten Top-Spieler wie David Raum (1899 Hoffenheim), Anton Stach (Mainz 05) oder Sebastian Ernst (Hannover 96) den Klub verlassen. „Wir haben auch gute neue Spieler bekommen“, sagt Seguin, „aber die müssen integriert werden. Das geht nicht von heute auf morgen.“

Während der VfL mit drei Siegen und als Tabellenführer nach Fürth reist, haben die Fürther erst einen Punkt auf dem Konto – und trotzdem wünscht sich der Ex-Wolfsburger ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein den ersten Sieg in dieser noch jungen Saison. „Wir spielen zu Hause und können eine eklige Mannschaft sind, wenn wir das auf den Rasen bringen, was der Trainer von uns möchte.“ Gelingt das mit dem Heim-Dreier, wäre es der erste Heimsieg für die Fürther in der Bundesliga überhaupt. Seguin: „Ich freue mich sehr auf dieses Spiel, schließlich war ich ja eine lange Zeit in Wolfsburg. Jetzt gegen den VfL zu spielen – das ist schon etwas ganz Besonderes.“

Fürth schottet sich vorm VfL-Spiel ab

Mit einem Unentschieden (1:1 gegen Bielefeld) und zwei Niederlagen (1:5 in Stuttgart, 0:3 in Mainz) ist Aufsteiger Greuther Fürth in die Bundesliga-Saison gestartet, am Samstag haben die Kleeblätter den VfL zu Gast. Vor dem Duell mit den Wolfsburgern möchte SpVgg-Coach Stefan Leitl ein „bisschen was Neues ausprobieren“ und schottet seine Mannschaft ab. Alle Trainingseinheiten in dieser Woche finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.


Am System (Fürth agierte zuletzt im 4-3-1-2) will der Trainer aber nichts verändern. „Wir werden nicht den Mannschaftsbus ins Tor stellen. Um glaubwürdig zu bleiben, darf man nicht gleich von seiner Philosophie abweichen“, sagt Leitl. Zudem liege es „nicht an der Art und Weise, dass wir Spiele verlieren“, sondern an zu vielen leichten Fehlern seiner Mannschaft und dass die individuelle Qualität der Gegner größer ist. Das wird auch am Samstag gegen den VfL der Fall sein. „Wir müssen nun so schnell wie möglich zu einer Mannschaft werden“, beschreibt Leitl seine Hauptaufgabe.