17. März 2022 / 13:58 Uhr

"Sehr bitter": Dynamo Dresdens Verletzungspech ebbt einfach nicht ab

"Sehr bitter": Dynamo Dresdens Verletzungspech ebbt einfach nicht ab

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo-Trainer Guerino Capretti muss sich vor allem Gedanken machen, wie er Ransford-Yeboah Königsdörffer ersetzt.
Dynamo-Trainer Guerino Capretti muss sich vor allem Gedanken machen, wie er Ransford-Yeboah Königsdörffer ersetzt. © imago images
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Die SG Dynamo Dresden kann vorerst nicht auf Kevin Ehlers und Ransford-Yeboah Königsdörffer zurückgreifen. Beide Spieler haben sich jeweils einen Muskelfaserriss am Hüftbeuger zugezogen und werden daher mehrere Wochen ausfallen. Das trifft den Tabellen-16. der 2. Fußball-Bundesliga zur Unzeit.

Dresden. Irgendwie ist bei Dynamo Dresden der Wurm drin, denn der in dieser Zweitliga-Saison schon arg vom Verletzungspech gebeutelte Aufsteiger wird im Endspurt um den Klassenerhalt erneut von Hiobsbotschaften heimgesucht. Wie der Tabellen-16. am Donnerstagmittag bekanntgab, muss der Verein in den kommenden Wochen auf Angreifer Ransford-Yeboah Königsdörffer und Innenverteidiger Kevin Ehlers verzichten. Beide laborieren jeweils an einem Muskelfaserriss am Hüftbeuger. Königsdörffer zog sich die Verletzung beim letzten Spiel zu, Ehlers am Dienstag im Training.

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Für das Team und seinen neuen Trainer Guerino Capretti sind die Ausfälle extrem bitter, denn beide Spieler sind bei den Schwarz-Gelben keine Randfiguren. Besonders Königsdöffers Fehlen sorgt für Ernüchterung, denn der 20-Jährige stand nicht nur in 23 von 25 Punktspielen in der Startelf und verpasste überhaupt nur eine Begegnung – am 23. Oktober beim 0:3 in Gelsenkirchen –, sondern er ist mit vier Saisontoren und vier Vorlagen nach Top-Torjäger Christoph Daferner (elf Treffer, zwei Assists) Dynamos gefährlichste Offensivkraft. Der U21-Nationalspieler kann mit seiner Schnelligkeit, seiner Dribbelstärke und seinem vergleichsweise unbekümmerten Auftreten für Überraschungsmomente sorgen.

Auch Ehlers Ausfall wiegt schwer, wenngleich der 21-Jährige zuletzt zweimal nicht zum Einsatz kam, in Bremen (1:2) und gegen St. Pauli (1:1) 90 Minuten nur auf der Bank saß. In beiden Spielen trat er auf Anweisung Caprettis seinen Stammplatz an den wiedergenesenen Tim Knipping ab, zuvor hatte er siebenmal am Stück von Beginn an gespielt. Am Sonntag (13.30 Uhr) beim 1. FC Nürnberg und auch in den danach folgenden Spielen hätte er auch als Ersatzmann eine wichtige Rolle spielen können, denn nach dem Ausfall von Sebastian Mai (Bänderriss im linken Knöchel) war er als Reservist fest eingeplant.

Elend begann schon in der letzten Saison

Dass das Duo Königsdörffer/Ehlers nun eine Weile nicht zur Verfügung steht, das trifft Dynamo zur Unzeit, denn der auf den Relegationsplatz abgerutschte Aufsteiger droht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren, hat schon drei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Und vor der Tür stehen außer dem Tabellenvierten Nürnberg auch die fünftplatzierten Schalker (1. April), ehe es zum „Sechs-Punkte-Spiel“ nach Sandhausen (10. April) geht. Sport-Geschäftsführer Ralf Becker erklärt: „Die beiden Verletzungen sind sehr bitter, aber wir müssen dies akzeptieren. Wir haben in dieser Saison schon viele Herausforderungen angenommen und bestanden.“

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Begonnen hatte das Elend für Dynamo schon in der letzten Saison, als sich Spielmacher Patrick Weihrauch am Knöchel verletzte und sich Ersatzkeeper Patrick Wiegers das Kreuzband riss. Auch Kevin Ehlers startete bereits mit einem Muskelfaserriss in die neue Spielzeit, fehlte bis weit in den Herbst hinein. Anfang August erlitt Neuzugang Brandon Borrello einen Mittelfußbruch, so pausierte der Australier elf Wochen lang. Tim Knippings Kreuzbandriss am 4. Spieltag war der nächste Tiefschlag, es folgte am 7. Spieltag der Kreuzbandriss bei Panagiotis Vlachodimos. Während Knipping überraschend schon wieder fit ist, braucht der Deutsch-Grieche noch Zeit – wie Wiegers, der mehrfach operiert werden musste. Doch länger verletzt waren noch mehr Spieler: Sebastian Mai war zu Saisonbeginn bereits angeschlagen, ist es nun wieder, Luca Herrmann litt im Spätsommer unter einer Knieprellung, musste nun zur Knie-OP. Auch Linksverteidiger Chris Löwe ist aktuell wegen eines Innenbandrisses im Knie außer Gefecht. Torwart Kevin Broll ist nach fünf Wochen wegen eines Handbruchs immerhin wieder einsatzfähig.

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