04. Oktober 2021 / 21:22 Uhr

"Sehr gewundert": Lothar Matthäus wirft Bayern-Trainer Julian Nagelsmann Fehler bei Frankfurt-Pleite vor

"Sehr gewundert": Lothar Matthäus wirft Bayern-Trainer Julian Nagelsmann Fehler bei Frankfurt-Pleite vor

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Laut Lothar Matthäus (rechts) hat Bayern-Trainer Julian Nagelsmann einen Fehler im Spiel gegen Frankfurt gemacht.
Laut Lothar Matthäus (rechts) hat Bayern-Trainer Julian Nagelsmann einen Fehler im Spiel gegen Frankfurt gemacht. © IMAGO/Eibner (2)/Montage
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Nach der ersten Pflichtspielniederlage des FC Bayern München in dieser Saison begibt sich Rekordnationalspieler Lothar Matthäus auf Fehlersuche beim FCB. Seine These: Bei der Heim-Niederlage gegen Frankfurt hat Trainer Julian Nagelsmann schlecht ausgewechselt.

Die Serie ist beendet: Nach wettbewerbsübergreifend zehn Pflichtspielen ohne Niederlage hat der FC Bayern München in dieser Saison erstmals ein Spiel verloren. Am Sonntag unterlag der FCB der bis dato noch sieglosen Mannschaft von Eintracht Frankfurt im Heimspiel mit 1:2. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann sprach nach der Partie davon, dass man "viele Lehren" aus dem Auftritt ziehen könne. Ob er sich dabei auch mit einschloss? In seiner aktuellen Kolumne für den Pay-TV-Sender Sky hat Rekordnationalspieler Lothar Matthäus dem Bayern-Coach einen Auswechsel-Fehler vorgeworfen. "Wenn man Julian etwas vorwerfen kann, dann die etwas verwunderliche Auswechslung taktischer Natur, als er Sabitzer für Süle bringt, diesen allerdings auf die rechte Verteidiger-Position stellt", kritisierte der Ex-Bayern-Kapitän. "Ich bin ein großer Verfechter davon, dass man Spieler auf ihrer besten Position einsetzt und die ist bei Marcel mit Sicherheit nicht hinten rechts."

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Durch die Einwechslung des Last-Minute-Sommerneuzugangs der Bayern auf der falschen Position habe Nagelsmann "den Gegner (...) unnötig stark gemacht, denn Sabitzer musste gegen den besten Frankfurter Feldspieler Kostic agieren", monierte Matthäus, der das Spiel in der Allianz Arena verfolgt hatte. "Ich war im Stadion und habe mich sehr darüber gewundert." Kostic war am Ende dann derjenige, der in der 83. Minute den Siegtreffer erzielte. "Bisher kenne ich solche überraschende Wechsel nur von Guardiola. Leider geht das oft nicht gut, genau wie in diesem Fall", so der Weltmeister von 1990. "Kostic konnte so für viel mehr Gefahr sorgen und schließlich den Siegtreffer erzielen. Mit Süle als Gegenspieler ist ihm deutlich weniger gelungen."

Ein Fall von "klassisch vercoacht"? So weit will der ehemalige Weltfußballer in seiner Kritik nicht gehen. "Aber das geht auf seine Kappe. In meinen Augen wollte er damit zu viel Offensiv-Power kreieren, obwohl genügend torgefährliche Spieler auf dem Platz standen. Und das ging nach hinten los", analysierte Matthäus.

Vor allem sei der FC Bayern gegen Frankfurt aber an sich selbst gescheitert, bilanziert der heutige TV-Experte. "Die Anfangsphase war im Grunde richtig gut, nur leider etwas zu hastig und nervös gestaltet. Das Team hat zu viele ungewohnte Fehler gemacht." Zudem hätte die Chancenverwertung nicht gestimmt und gleichzeitig Frankfurt-Keeper Kevin Trapp eine "Weltklasse-Leistung" gezeigt. Der Spannung in der Bundesliga kann der Bayern-Dämpfer nur guttun, meint Matthäus: "Bis auf diejenigen, die es mit dem Rekordmeister halten, dürften sich alle freuen. Etwas Spannung tut schließlich auch unserem Wettbewerb gut."