25. November 2018 / 15:29 Uhr

Sehr wichtiger Sieg: Dynamo Dresden bezwingt den FC Ingolstadt mit 2:0

Sehr wichtiger Sieg: Dynamo Dresden bezwingt den FC Ingolstadt mit 2:0

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo Dresden gewinnt das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt mit 2:0
Dynamo Dresden gewinnt das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt mit 2:0 © dpa
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Schon in der 6. Spielminute steht der FC Ingolstadt nur noch mit zehn Mann auf dem Rasen. Dynamo Dresdens Patrick Ebert verwandelt den folgenden Elfmeter und Moussa Koné legt knapp zehn Minuten später zum 2:0 nach.

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Dresden. Dynamo Dresden hat sich nach der höchsten Niederlage der Vereinsgeschichte zurückgemeldet. Gegen den Zweitliga-Tabellenletzten FC Ingolstadt setzten sich die Schwarz-Gelben am Sonntagnachmittag mit 2:0 (2:0) durch. Knackpunkt des Spiels war eine Ingolstädter Notbremse an Moussa Koné (5.), die eine frühe Rote Karte gegen Ingolstadts Phil Neumann und Dynamos 1:0 per Elfmeter von Patrick Ebert zur Folge hatte. Koné selbst baute im Rudolf-Harbig-Stadion die Führung aus (16.). Nach dem Seitenwechsel verwalteten die Gastgeber das Ergebnis eine Viertelstunde lang mit Geschick, gerieten danach aber in Bedrängnis, ohne dass die Oberbayern daraus Kapital schlagen konnten.

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Der Kapitän Marco Hartmann führt die Mansschaft auf das Feld. Zur Galerie
Der Kapitän Marco Hartmann führt die Mansschaft auf das Feld. ©
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Trainer Maik Walpurgis stellte seine Startelf nach dem zwei Wochen zuvor beim 1. FC Köln erlebten 1:8-Debakel auf vier Positionen umgestellt. Die Innenverteidiger Dario Dumic und Sören Gonther fanden sich ebenso auf der Bank wieder wie Philip Heise (Adduktorenprobleme) und Aias Aosman. Für sie rückten Brian Hamalainen und Jannik Müller sowie Niklas Kreuzer und Baris Atik, dem in der Domstadt als Einwechsler das Ehrentor gelungen war, ins Team. Kapitän Marco Hartmann meldete sich hingegen nach einer am Donnerstag der Vorwoche im Testspiel bei Union Berlin (1:1) erlittenen Rippenblessur wieder fit.

Die SGD erwischte einen Traumstart. Moussa Koné lief nach einem langen Pass in die Spitze aufs gegnerische Tor zu, bis ihn Phil Neumann von den Beinen holte. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck zögerte keinen Augenblick und zeigte auf den Punkt. Überdies zeigte er Neumann für die Notbremse die Rote Karte. Ausgerechnet Patrick Ebert, der in der vergangenen Saison für die „Schanzer“ aktiv war, schnappte sich die Kugel und verwandelte den Strafstoß mit mutigem Schuss in die Mitte zum 1:0 für Dynamo (7.). Die SGD seither mit der Führung im Rücken und noch dazu in Überzahl.

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Markus Schubert: Ist erstmals in der 8. Minute gefordert, als er einen Kopfball von Dustin Bomheuer aus kurzer Distanz pariert. Bekommt insgesamt in den ersten 45 Minuten eher wenig zu tun, ist jedoch zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit in einer Drangphase der Gastgeber aufmerksam und sicher. Sieht wegen Zeitspiel in der 73. Minute die gelbe Karte. 
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Markus Schubert: Ist erstmals in der 8. Minute gefordert, als er einen Kopfball von Dustin Bomheuer aus kurzer Distanz pariert. Bekommt insgesamt in den ersten 45 Minuten eher wenig zu tun, ist jedoch zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit in einer Drangphase der Gastgeber aufmerksam und sicher. Sieht wegen Zeitspiel in der 73. Minute die gelbe Karte. Note: 2,5. ©

Und die Dresdner legten nach. Bei Eberts Pass auf Koné hob Benedikt Gimber das Abseits auf. Gleiche Höhe – und diese Chance ließ sich Koné wenige Meter vorm gegnerischen Kasten nicht nehmen. Obwohl er selbst etwas überrascht schien, traf er zum 2:0 (16.). FCI-Schlussmann Philipp Heerwagen war noch dran, konnte aber auch den zweiten Gegentreffer nicht verhindern. Die Defensive der Oberbayern hatte Schwerstarbeit zu leisten, ihr Doppelsturm mit Osayamen Osawe und Ex-Dynamo Stefan Kutschke war dagegen völlig abgemeldet. Erst nach 20 Minuten versuchte der gebürtige Dresdner mal einen Abschluss per Kopf, brachte aber keinen Druck hinter den Ball.

Gästetrainer Alexander Nouri musste reagieren und brachte Robin Krauße für Lucas Galvao (23.). Doch es spielte praktisch nur Schwarz-Gelb. Einziges Manko im Rest der ersten Halbzeit war die Dresdner Chancenverwertung. Eberts Hereingabe nach einer halben Stunde wurde zum Torschuss, da Koné nicht an den Ball kam, den Heerwagen mit Mühe noch zur Ecke klären konnte. Der „Schanzer“- Schlussmann hielt dann auch zweimal gegen Koné: zunächst eine Bogenlampe (35.), nach 38 Minuten dann einen Abschluss aus kürzester Distanz nach Benatelli-Vorlage.

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Kaum eine Minute zuvor hatte Rico Benatelli selbst eine gute Chance, spielte dann aber unnötigerweise noch auf Jannik Müller ab, dessen Versuch verpuffte (37.). Ohne Zweifel war Heerwagen bester Ingolstädter, er hielt sechs von acht Schüssen, die die spielfreudigen Gastgeber auf sein Tor abgefeuert hatten. „Die Art und Weise, wie konzentriert die Mannschaft auftritt, ist beeindruckend. Eine tolle Reaktion nach dem Köln-Spiel“ bescheinigte Sport-Geschäftsführer Ralf Minge der Dresdner Mannschaft in der Halbzeitanalyse bei Sky.

Walpurgis brachte zur Pause Sören Gonther für Marco Hartmann in der zentralen Innenverteidigerposition. Patrick Ebert übernahm die Kapitänsbinde. Im zweiten Durchgang ließ es Dynamo mit der sicheren Führung im Rücken deutlich ruhiger angehen. Nach 63 Minuten hatte Kutschke Feierabend, ohne eine einzige gefährliche Aktion in Richtung Tor von Markus Schubert gestartet zu haben. Die Dresdner Fans verabschiedeten ihn mit Pfiffen, Lezcano kam für ihn in die Partie. Dessen Hereinnahme machte sich schnell bezahlt.

Denn kurz darauf gab es zwei dicke Chancen für die Ingolstädter – erst Lezcano nur Sekunden nach seiner Einwechslung per Kopf knapp am Dresdner Kasten vorbei und dann – nach Kerschbaumers Pass – Almog Cohen, der beim Schuss frei vor Markus Schubert wegrutschte, so dass der Dynamo-Keeper noch mit starker Fußabwehr klären konnte (65.). Es waren die ersten beiden Chancen für die Oberbayern in dieser Begegnung. Die SGD war kurz nachlässig geworden, konnte jedoch durchatmen und straffte sich bald wieder.

Im Offensivspiel ging jedoch wenig in dieser Phase. Die Heimelf verwaltete das Ergebnis und Walpurgis wollte vorn einen neuen Impuls setzen. Nach 73 Minuten ging Baris Atik bei Dynamo vom Feld, Aias Aosman ersetzte ihn. Die Musik spielte trotzdem weiter im eigenen Fünfmeterraum – mit der größten Chance der Partie für Ingolstadt, doch auch diesmal fiel der Anschlusstreffer nicht. Konstantin Kerschbaumer und Osawe hatten nur noch Brian Hamalainen gegen sich. Osawes Schuss aus spitzem Winkel landete durch Schuberts Beine hindurch, der den Ball noch entscheidend ablenkte, am Pfosten. Im Nachschuss traf Frederic Ananou in Kerschbaumer dann den eigenen Mann.

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Maik Walpurgis, Trainer von Dynamo Dresden: Ich finde, die Mannschaft hat heute eine gute Reaktion auf unser letztes Spiel in Köln gezeigt. Man hat schon gespürt, dass die Mannschaft heute auch unbedingt dieses Ergebnis von Köln tilgen wollte. Wir sind sehr konzentriert gestartet, haben dann auch gleich mit einem tiefen Ball die Situation erzwungen, in der es zur Roten Karte und zum Elfmeter kam. Dann haben wir vielleicht die beste Halbzeit gespielt, seit ich hier Trainer bin. Wir waren sehr gut vom Positionsspiel her, weil wir sehr gut gegen das Pressing der Ingolstädter verlagert haben, schnelle Passfrequenzen hatten und vor allem auch in mehreren Ebenen gespielt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so gut gegen den Ball gespielt, der Gegner kam zu der einen oder anderen Möglichkeit. Das müssen wir weiter bearbeiten, das begleitet uns ja nicht erst seit heute, sondern schon seit ein paar Spielen. […] Bei Marco Hartmann war es sehr knapp, dass er überhaupt spielen konnte. Er musste dann zur Pause raus, weil er über enorme Schmerzen geklagt hat. Ich habe die Diagnose bekommen, dass er sich eine Rippe gebrochen hat. Zur Galerie
Maik Walpurgis, Trainer von Dynamo Dresden: Ich finde, die Mannschaft hat heute eine gute Reaktion auf unser letztes Spiel in Köln gezeigt. Man hat schon gespürt, dass die Mannschaft heute auch unbedingt dieses Ergebnis von Köln tilgen wollte. Wir sind sehr konzentriert gestartet, haben dann auch gleich mit einem tiefen Ball die Situation erzwungen, in der es zur Roten Karte und zum Elfmeter kam. Dann haben wir vielleicht die beste Halbzeit gespielt, seit ich hier Trainer bin. Wir waren sehr gut vom Positionsspiel her, weil wir sehr gut gegen das Pressing der Ingolstädter verlagert haben, schnelle Passfrequenzen hatten und vor allem auch in mehreren Ebenen gespielt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so gut gegen den Ball gespielt, der Gegner kam zu der einen oder anderen Möglichkeit. Das müssen wir weiter bearbeiten, das begleitet uns ja nicht erst seit heute, sondern schon seit ein paar Spielen. […] Bei Marco Hartmann war es sehr knapp, dass er überhaupt spielen konnte. Er musste dann zur Pause raus, weil er über enorme Schmerzen geklagt hat. Ich habe die Diagnose bekommen, dass er sich eine Rippe gebrochen hat. ©

Spätestens in dieser Situation hatte Dynamo richtig Dusel gegen die „Schanzer“, die im zweiten Durchgang trotz Unterzahl die klar besseren Möglichkeiten hatten. SGD-Trainer Maik Walpurgis wechselte zum dritten Mal, brachte Erich Berko für Patrick Ebert (79.). Nun war Sören Gonther der neue Kapitän. Entlastung nach vorn war dennoch weiter Mangelware. Erst in den letzten Minuten, als sich Ingolstadt hinten vollständig öffnete, hatte Koné noch mal eine große Gelegenheit, verzog aber. Durch den sechsten Saisonsieg sprangen die Dresdner auf Tabellenplatz zehn, da sie unter vier mit 21 Zählern nun punktgleichen Teams die schlechteste Tordifferenz aufweisen.

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