26. Oktober 2020 / 18:30 Uhr

Wer kann Seifert? Eberl, Watzke, Leki & Co. – ein Blick auf mögliche Nachfolger des DFL-Chefs

Wer kann Seifert? Eberl, Watzke, Leki & Co. – ein Blick auf mögliche Nachfolger des DFL-Chefs

Heiko Ostendorp und Christoph Lother
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Christian Seifert wird im Juni 2022 sein Amt in der Geschäftsführung der DFL niederlegen.
Christian Seifert wird im Juni 2022 sein Amt in der Geschäftsführung der DFL niederlegen. © imago images/MIS/Getty Images/Montage
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Christian Seifert scheidet im Juni 2022 aus der Geschäftsführung der DFL aus. Der 51-Jährige prägte seit vielen Jahren die Geschicke des Liga-Verbands. Wer kann auf ihn folgen? Das Profil ist umfassend, gesucht wird einer, der Sport, Politik und Wirtschaft unter einen Hut bringen kann. Ein Blick auf potenzielle Kandidaten.

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Das Profil für seinen Nachfolger lieferte Christian Seifert mit. Er habe „die Entwicklung einer der größten Sportligen der Welt, einer bedeutenden gesellschaftlichen Institution sowie den Aufbau eines der innovativsten Medienunternehmen Deutschlands aktiv gestalten“ können, schrieb der 51-Jährige in der Mitteilung, in der er erklärte, dass er seinen bis Juni 2022 laufenden Vertrag als Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) nicht verlängern werde.

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Seit Sonntag weiß der Aufsichtsrat, dass er sich nach einem neuen Liga-Chef umsehen muss. Gesucht wird ein Alleskönner. Einer, der Sport, Politik und Wirtschaft unter einen Hut bringen muss. Ein Macher. Ein Manager. Ein Moderator. Woher könnte der kommen?

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Aus der Wirtschaft: Seifert, der Kommunikationswissenschaft, Marketing und Soziologie studierte, saß vor seinem Einstieg bei der DFL vor 15 Jahren im Vorstand der Karstadt/Quelle New Media AG. Er ist kein renommierter Ex-Fußballer, sondern Wirtschaftsmanager.

Was auch auf einen wie Oliver Leki zutrifft. Der studierte Betriebswirt und Finanzvorstand des SC Freiburg war früher Unternehmensberater und in verschiedenen Funktionen für den 1. FC Köln tätig. Genau wie Jan-Christian Dreesen, Diplomkaufmann, Ex-Banker und inzwischen stellvertretender Vorsitzender der FC Bayern München AG, sitzt er schon im DFL-Präsidium. Durchaus naheliegend, dass die Suche genau dort, nämlich in den eigenen Reihen, beginnt.


Eberl und Bobic schätzen Seifert - das beruht auf Gegenseitigkeit

Der DFL-Aufsichtsratsvorsitzende Peter Peters versprach „einen umfassenden Prozess“ für Seiferts Nachbesetzung – schließlich bleiben noch rund 20 Monate Zeit. Möglicherweise ist der langjährige Schalker Finanzvorstand und DFB-Vizepräsident sogar selbst ein Kandidat. Zumindest würde er sich nicht wehren, wenn man ihn fragt, so ist es aus seinem Umfeld zu hören.

Aus dem Sport: Es ist sicher kein Zufall, dass Gladbachs Sportdirektor Max Eberl und Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic in der „Taskforce Zukunft Profifußball“ sitzen, die vor allem nach Seiferts Gusto erstellt wurde. Beide haben ihre Klubs in den vergangenen Jahren ähnlich erfolgreich geführt, wie der Boss die DFL. Sie schätzen Seifert und werden von ihm geschätzt.

Allerdings haben sie in ihren Vereinen auch jeweils einen starken Finanzexperten an der Seite – genau wie Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke, der vor allem in die Politik exzellente Kontakte pflegt und dessen Kontrakt beim BVB am 31. Dezember 2022 endet. Eberls Vertrag läuft noch bis Juni 2022, der von Bobic ein Jahr länger. Grundsätzlich denkbar, dass sich die beiden ehrgeizigen Ex-Profis mit einer Anfrage für den höchsten Posten der Liga zumindest auseinandersetzen würden.

Auch DFB-Manager Bierhoff könnte infrage kommen

Auch eine Doppelspitze mit einem der „Sportler“ plus einem Mann der Zahlen oder einem „Wirtschaftler“ ist alles andere als ausgeschlossen. Ansgar Schwenken (Fans & Fußballangelegenheiten) oder Christian Pfennig (Marketing & Kommunikation) aus der aktuellen DFL-Geschäftsleitung böten sich als zweite Kraft ebenfalls an.

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Ziemlich sicher würde es auch Oliver Bierhoff schmeicheln, würde er gefragt. Der DFB-Direktor hat ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium und gilt inzwischen durchaus als Marketingexperte, der sowohl im Sport als auch in sämtlichen Wirtschaftszweigen unglaublich gut vernetzt ist. Nach 16 Jahren beim Verband wäre ein Seitenwechsel denkbar – obwohl sein Vertrag beim DFB noch bis 2024 läuft.