12. September 2020 / 18:33 Uhr

Sein erster Wolfsburg-Doppelpack: Wird Victor doch noch ein Torjäger?

Sein erster Wolfsburg-Doppelpack: Wird Victor doch noch ein Torjäger?

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
In guter Form: VfL-Flügelspieler Joao Victor hat sich große Ziele gesteckt.
In guter Form: VfL-Flügelspieler Joao Victor hat sich große Ziele gesteckt. © Getty Images
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Im ersten Pflichtspiel der neuen Saison im Pokal gegen Union Fürstenwalde traf Joao Victor gleich mal doppelt. Das dürfte dem Brasilianer des VfL Wolfsburg Auftrieb geben, insgesamt aber war die Chancenverwertung des Fußball-Bundesligisten mangelhaft.

Sie jubelten verhalten, der 4:1-Sieg gegen Union Fürstenwalde war für den VfL Wolfsburg dann doch eher die Erfüllung einer Pflichtaufgabe. Dass es am Ende standesgemäßg aussah, lag an Joao Victor. Wolfsburgs brasilianischer Stürmer wendete nach dem 0:1-Rückstand mit zwei Treffern das Blatt. Es war sein erster Doppelpack für den VfL überhaupt.

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Trainer Oliver Glasner schätzt den schnellen Offensivmann, wie Glasner auch hatte Victor in der vorletzten Saison noch in Linz unter Vertrag gestanden. Dann ging es für beide zum VfL. Was erwartet der Coach von dem schnellen Offensivmann in seiner zweiten Bundesliga-Saison? "Ich will Joao nicht von den anderen unterscheiden. Ich erwarte von jedem Spieler, dass wir uns verbessern. Joao hat mit seinem Tempo immer wieder für viel Gefahr gesorgt." Er habe auch noch einige Torchancen liegen gelassen, "aber er hat in der Vorbereitung gezeigt, dass er sich immer mehr an das körperbetonte Spiel hier gewöhnt. Ich denke, wir werden in dieser Saison viel Freude mit ihm haben."

Die beiden Tore taten Victor gut - denn gegen Fürstenwalde sah er zuvor zweimal unglücklich aus, vergab die erste Wolfsburger Großchance des Spiels und verpasste bei einer eigentlich totsicheren Gelegenheit den richtigen Moment fürs das Abspiel auf den vorm leeren Tore stehenden Wout Weghorst. Dann war er zweimal da. Erst drückte er die Kugel im Nachsetzen nach einem Arnold-Schuss ins Tor, dann schob er die Kugel nach einer leicht abgefälschten Hereingabe von Admir Mehmedi (spielte als zweite Spitze) über die Linie.

VfL Wolfsburg gegen Union Fürstenwalde - Die Bilder des Spies

Wolfsburgs Torhüter Pavao Pervan kann den Elfmetertreffer zum 1:0 nicht verhindern. Zur Galerie
Wolfsburgs Torhüter Pavao Pervan kann den Elfmetertreffer zum 1:0 nicht verhindern. ©

Zusammen mit Renato Steffen hatte Victor die offensive Flügelzange gebildet - also genau auf der Position, auf der der VfL sich eigentlich mehr Torgefahr wünscht, sich auf dem Transfermarkt entsprechend umschaut. Denn während Steffen in der vergangenen Rückrunde mit Treffen glänzte, liest sich Victors Bilanz weiterhin eher mau: Sieben Tore sind es in jetzt in 42 VfL-Pflichtspielen, dazu vier direkte Torvorlagen. Ein Jahr zuvor hatte es in Österreich für Victor deutlich besser ausgesehen, für LASK kam er in 34 Partien auf 20 Treffer.

Aber gegen Fürstenwalde machte Victor seine Sache gut, kann der VfL seine Bemühungen in Sachen Neuzugang für die Offensive nun erst einmal zurückfahren? Nein, die Wolfsburger wollen bis zum 5. Oktober (dann schließt die Transferliste) im Sturm noch etwas machen. Das hatten die VfL-Verantwortlichen im Vorfeld betont.

Das Fürstenwalde-Spiel zeigte, dass der VfL vorn noch Bedarf hat. Die Wolfsburger erspielten sich zwar jede Menge Chancen, gingen damit jedoch beinahe schon fahrlässig um. Trainer Glasner: "Was wir uns vorwerfen müssen, ist einfach die Chancenverwertung. Die war mangelhaft." Es sei untypisch, "dass du so viel hast und dass du gleichzeitig so viele vergibst." Aber Der Trainer wollte seinen Spielern keinen zu großen Vorwurf machen. "Ich kenne ja die Spieler, die wollten die Dinger machen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir etwas überhastet sind. Das Thema hatten wir schon in der vergangenen Saison. Es heißt jetzt: Ruhe bewahren, die Jungs werden die Tore schon machen - davon bin ich überzeugt."