01. April 2021 / 11:19 Uhr

Sein Sohn gegen seinen Klub: Das wünscht sich Papa Rexhbecaj vorm Duell in Wolfsburg

Sein Sohn gegen seinen Klub: Das wünscht sich Papa Rexhbecaj vorm Duell in Wolfsburg

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Vater mit dem Sohn: Papa Rex Rexhbecaj (l.) arbeitet beim VfL, sein Sprössling Elvis kommt als Wolfsburg-Leihgabe mit dem 1. FC Köln.
Der Vater mit dem Sohn: Papa Rex Rexhbecaj (l.) arbeitet beim VfL, sein Sprössling Elvis kommt als Wolfsburg-Leihgabe mit dem 1. FC Köln. © Privat/DPA
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Am Samstag hat der VfL Wolfsburg den 1. FC Köln zu Gast - es gibt das Wiedersehen mit Elvis Rexhbecaj. Sein Papa Rex Rexhbecaj ist Platzwart beim VfL und wünscht sich daher ein Unentschieden.

Der Papa arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Platzwart beim VfL, sein Sohn ist beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten zum Profi geworden, spielt aber noch bis Sommer auf Leihbasis für den 1. FC Köln: Am Samstag (15.30 Uhr) treffen beide Teams im direkten Duell aufeinander. Welchem Verein Rex Rexhbecaj die Daumen drückt, wenn sein Sprössling Elvis in der VW-Arena gastiert, weiß er noch nicht. "Ich bin für beide", sagt er mit einem Schmunzeln. Am liebsten wäre ihm daher ein Unentschieden.

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Elvis Rexhbecaj hat beim VfL sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen, schaffte im Oktober 2016 den Sprung in den Herrenbereich in der Regionalliga-Mannschaft und feierte am 28. Januar 2018 beim 1:0-Sieg bei Hannover 96 sein sechsminütiges Bundesliga-Debüt. In der kompletten Hinrunde 2019/20 kam Rexhbecaj dann aber kein einziges Mal zum Einsatz. Eine Veränderung sollte her, und so schloss sich der Mittelfeldspieler im Januar 2020 für eineinhalb Jahre den Kölnern an. Und jetzt gibt's also am Samstag das bereits dritte Wiedersehen mit den Wolfsburgern.

Das wird auch Papa Rexhbecaj nicht verpassen. Genau wie alle Partien seines Jungen zuvor. "Ich habe hier jedes Spiel von Elvis gesehen, ob in der Jugend, bei der U23 oder bei den Profis", sagt der VfL-Platzwart stolz. Dass der Vater den Weg seines Sohnes intensiv verfolgt, daran hat sich auch durch die Köln-Leihe nichts geändert, allerdings schaut er in Zeiten von Corona vorm Fernseher. "Ich schaue jedes Spiel. Wenn Wolfsburg und Köln gleichzeitig spielen, verfolge ich Elvis live im TV und nehme mir den VfL für später auf", sagt er und lacht. Doch diesmal ist Rex Rexhbecaj etwas hin- und hergerissen, für wen er sein soll: "Natürlich schlägt mein Herz für den VfL, aber wenn der eigene Sohn auf der anderen Seite spielt, dann wird es schwer." Daher wäre ein Unentschieden für ihn "am besten".

Ein Punkt, der für beide Mannschaften eigentlich zu wenig wäre. Denn während die Kölner als Tabellen-16. in größter Abstiegsgefahr stecken, müssen die Wolfsburger die Partie als Champions-League-Anwärter und Tabellendritter gegen das Kellerkind eigentlich gewinnen. Trotzdem wäre ein Remis beim VfL wäre laut Papa Rexhbecaj für die Rheinländer im Abstiegskampf "ein guter Punkt. Dass sie beim VfL gewinnen, glaube ich nicht, dafür ist Wolfsburg zu stabil."

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Allerdings: Elvis Rexhbecaj hat mit Köln noch kein Duell gegen den VfL verloren, beim ersten Wiedersehen gab's einen 3:1-Heimerfolg, beim zweiten Mal ein 2:2. Und diesmal kehrt er als treffsicherster Geißbock nach Wolfsburg zurück. Fünf Buden hat er schon gemacht. "Es geht noch besser, aber er entwickelt sich gut", sagt sein Papa bescheiden, dessen Sprössling erst am Wochenende an seinen freien Tagen in der Heimat war. "Wir haben nicht wirklich über das Spiel gesprochen. Aber Elvis weiß genau, dass der VfL bärenstark ist", so Rex Rexhbecaj.

Und was passiert im Sommer, kehrt Elvis dann zum VfL zurück? Das ist offen. Der FC könnte ihn zwar verpflichten, müsste aber mindestens sieben Millionen Euro zahlen. Eigentlich zu viel für den klammen Klub. Papa Rexhbecaj weiß auch noch nichts, sagt nur: "Im Fußball, weiß man nie, was passiert. Er ist ab Sommer wieder Spieler des VfL, wenn Köln ihn nicht verpflichtet."

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