08. Februar 2021 / 14:27 Uhr

Seine aufregendste Saison erlebte Arne Rühmann mit dem Rendsburger TSV

Seine aufregendste Saison erlebte Arne Rühmann mit dem Rendsburger TSV

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Arne Rühmann kassiert den gelben Karton im Trikot des TSV Lägerdorf.
Arne Rühmann kassiert den gelben Karton im Trikot des TSV Lägerdorf. © hfr
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Der Sportbuzzer blickt zurück auf die Karrieren regionaler Fußballgrößen. Heute richtet sich unser Fokus auf den ehemaligen Holstein-Spieler Arne Rühmann, der seine Fußballschuhe aber auch für den Rendsburger TSV, den TSV Lägerdorf, den Itzehoer SV und den TSV Lütjenwestedt schnürte.

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Kreispokalsieger, Torschützenkönig und Matchwinner. Der Mittelfeldspieler, dem Steffen Schneekloth als Verteidiger den Rücken für seine Sturmläufe freihielt, feierte so einige Erfolge. Das wohl größte Geschenk ist jedoch, dass der 50-Jährige von schweren Verletzungen verschont blieb und auch heute noch fit genug ist, in der Ligamannschaft des TSV Lütjenwestedt auszuhelfen.

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Schon mit drei Jahren packte ihn das Spiel mit dem runden Leder, dem er auf dem Lütjenwestedter Sportplatz wenige Meter von seinem Elternhaus entfernt hinterherlief. Allerdings bekam der TSV nicht in allen Jahrgängen eine Mannschaft zusammen. „Das Kleinfeld gab es damals noch nicht. Also musste ich immer bei den Älteren spielen. Allerdings durfte ich nicht mehr als ein Jahr jünger sein. Aus diesem Grund habe ich ein Jahr lang pausiert und nur Freundschaftsspiele gemacht. Danach durfte ich ein Jahr lang bei den Größeren mitmachen“, erinnert sich Arne Rühmann, der noch ein Jahr bei den Senioren in der A-Klasse kickte. 1989 wechselte der offensive Mittelfeldspieler zum Rendsburger TSV. „Ich bin Gerd Schröder bei einem Schulturnier aufgefallen. Der war Trainer beim RTSV und hat mich dahin gelotst. Mit Olaf Lehmann zentral und Axel Truschkowski auf links waren meine Lieblingspositionen besetzt. Also spielte ich im rechten Mittelfeld. Dahinter hielt mir Steffen Schneekloth als rechter Verteidiger den Rücken frei“, berichtet Rühmann davon, wie er den heutigen Holstein-Präsidenten kennen lernte.

Arne Rühmann rangierte in der Torjägerliste ganz oben.
Arne Rühmann rangierte in der Torjägerliste ganz oben. © hfr

Seine wohl aufregendste Saison erlebte der 1,73-Meter große Rühmann 1991 mit dem RTSV im letzten Saisonspiel gegen den Itzehoer SV. „Das war fast so wie damals als Schalke sich schon als Meister fühlte. Nur ging es für uns um den Klassenerhalt. Schönkirchen war unser Konkurrent. Bei denen war schon Schluss. Bei uns stand es vor 1000 Zuschauern 0:0. Schönkirchen war zu diesem Zeitpunkt einen Punkt besser und praktisch gerettet. Allerdings spielten wir noch. Weil sich der Linienrichter verletzt hatte, mussten wir lange nachspielen. Eine unglaubliche Spannung. Und dann die Atmosphäre im Stadion. Mit dem Schlusspfiff gelang mir dann der 1:0-Siegtreffer. Naja, eigentlich wurde ich angeschossen. Aber egal. Wir waren gerettet. Dank des besseren Torverhältnisses. Ein unbeschreibliches Gefühl“, erinnert sich der 50-Jährige als wäre es gestern gewesen.

1993 wechselte der Familienvater für zwei Jahre zum Itzehoer SV mit Bernd Gerulat als Trainer, ehe er sportlich ein paar Schritte zurück ging und als 25-Jähriger erneut ein Jahr für seinen Heimatverein kickte. „Dann bekam ich ein Angebot, dass ich nicht ablehnen konnte. Steffen Schneekloth war inzwischen für Holstein tätig und fragte, ob ich nicht für Holstein spielen wolle. Da habe ich zugesagt. Ein interessantes Jahr mit tollen Typen wie Sven Bertermann oder Eggert Dolling. Aber mit Trainer Jens Martens hat es nicht so gepasst. 1997 ging ich wieder zum TSV Lütjenwestedt zurück“, weiß Rühmann, der in der folgenden Saison einen heute noch gültigen Rekord in der Kreisliga Rendsburg/Eckernförde aufstellen sollte. Mit unglaublichen 47 Treffern in 30 Spielen wurde der sprunggewaltige und kopfballstarke Rühmann Torschützenkönig. Seine fußballerisch beste Zeit sollte aber noch kommen. Beim TSV Lägerdorf. Dort gelang ihm zusammen mit Torwart Michael Kahl, Fabian Boll und Arne Steltner der Aufstieg in die Oberliga HH/SH. „Gut war, dass alle sich kannten Es war rein sportlich einfach super. Eine geile Truppe“, erinnert sich der als Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung tätige Rühmann.


Zusammen mit Arne Steltner ging es 2001 zum TSV Lütjenwestedt. Gemeinsam holten sie die besten Fußballer aus der Lütjenwestedter Umgebung zusammen und starteten durch. Nach zwei Aufstiegen in Folge war der Club in der Bezirksliga angekommen. „Für einen Dorfverein, wie wir es sind, ein toller Erfolg. Noch größer aber war der Erfolg als wir 2011 den Kreispokal gewonnen haben. Im Finale war Rendsburg haushoher Favorit. Aber wir kämpften uns in die Verlängerung. Am Ende stand es 1:1, und wir mussten ins Elfmeterschießen. Allerdings war es schon sehr spät geworden und recht dunkel. Da mussten wir auf dem B-Platz Licht anmachen, um zumindest vor einem Tor noch sehen zu können. Am Ende haben wir mit 5:4 gewonnen“, so Rühmann, dessen Team nahtlos in eine mehrtägige Feier startete. „Für den nächsten Tag um 7 Uhr war der Flieger für die Saisonabschlussfahrt gebucht. Wir hätten sowieso um vier aufstehen müssen. Da hätte sich ein Hinlegen nicht mehr gelohnt. Und so aufgekratzt wie wir waren, wäre das eh nicht gegangen.“, erinnert sich Arne Rühmann noch heute genau an die Einzelheiten vieler Erlebnisse in seiner Laufbahn als Fußballer.