22. Juni 2021 / 15:17 Uhr

Seine größten Highlights hatte "Jo" Sell beim TuS Felde

Seine größten Highlights hatte "Jo" Sell beim TuS Felde

Andrè Haase
Kieler Nachrichten
Keeper Joachim Sell als Neuzugang beim TuS Felde in der Saison 1997/98.
Keeper Joachim Sell als Neuzugang beim TuS Felde in der Saison 1997/98. © Reinhard Gusner
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Der KN-Sportbuzzer blickt zurück auf die Karrieren regionaler Fußballgrößen. Heute richtet sich unser Fokus auf Joachim Sell, der für den TSV Kronshagen, Suchsdorfer SV, Fortuna Stampe und TuS Felde zwischen den Pfosten stand

Er hat von der damaligen Bezirksklasse bis hin zur Oberliga Schleswig-Holstein in allen Klassen zwischen den Pfosten gestanden. Fast wäre ihm sogar zum Ende seiner aktiven Fußballerlaufbahn der Aufstieg in die Regionalliga gelungen. Ex-Keeper Joachim Sell war zu damaliger Zeit schon ein Torhüter, der mit dem Ball am Fuß umgehen konnte. "Ich habe immer nach dem Torwart-Training die Abschlussspiele mit der Mannschaft gemocht. Als damals die Torwart-Regeln geändert wurden, dass man den Ball nach einem Rückspiel nicht mehr mit den Händen aufnehmen darf, kam es mir sehr entgegen", erinnert sich "Jo", wie er gerufen wird.

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Erste Station: TSV Kronshagen

Begonnen hat Sell im Alter von fünf Jahren beim TSV Kronshagen. Sämtliche Jugendteams durchlief er dort. Als 18-Jähriger erfolgte der Wechsel in den Seniorenbereich. "Die Liga spielte in der Bezirksklasse. Zwei Jahre saß ich zunächst auf der Bank, habe aber trotzdem sehr viel gelernt", so Sell. In der Saison 1985/86 erfolgte der Aufstieg in die Bezirksliga. Neucoach Peter Kempcke stand mittlerweile an der Seitenlinie des TSVK und "Jo" Sell fand sich zwischen den Pfosten wieder. "Peter war sowas wie mein Ziehvater, zudem war er ein toller Trainer, der meine Karriere sicherlich gefördert hat", konstatiert Sell, der in der Saison 1987/88 mit den Kronshagenern den Aufstieg in die Landesliga Nord feiern konnte.

Wechsel zum SV Fortuna Stampe - Drei Jahre später zum Suchsdorfer SV

Im Sommer 1990 erfolgte der Wechsel in die Bezirksklasse zum SV Fortuna Stampe, die hoch hinaus wollten. "Drei Jahre habe ich dort verbracht, jede Saison waren wir der große Favorit, haben den Aufstieg jedoch nicht geschafft. Trotzdem habe ich dort auch viele tolle Menschen kennengelernt", gibt Sell zu. 1993 wechselte der Torhüter dann zum Suchsdorfer SV in die Landesliga. "Der Wechsel kam durch den damaligen Trainer Frank Drews, den ich durch den Dienst kannte, zustande. Auch hier waren starke Persönlichkeiten und tolle Fußballer im Team. Wir haben tatsächlich jedes Jahr den Klassenerhalt feiern können", erzählt der Polizeibeamte.

Nächste Station: TuS Felde

Als der junge Patrik Borger, jetziger Torwart-Trainer beim Zweitligisten Holstein Kiel, aus der Jugend in den Seniorenbereich nachrückte, machte Sell im Sommer 1993 Platz und wechselte in die Verbandsliga zum TuS Felde. "Jetzt oder nie habe ich gedacht. Schließlich war ich schon fortgeschrittenen Alters und natürlich war es ein Anreiz, für den TuS zu spielen", gibt Sell zu. Der TuS stieg in die Oberliga auf, jedoch blieb den Kickern der ganz große Wurf verwehrt. Das Team wurde Oberligameister und nahm an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord teil.

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Saison 1997/98 - TuS Felde (stehend von links): Jürgen Dahl, Michael Vuchelich, Dirk Przybyllek, Sven Beck, Kristian Köpke, Frank Drews (Trainer), Guido Gehrke, Felix Harms, Ulrich Grohmann, , Frank Schlichting (Co-Trainer), Tino Junghans (Physiotherapeut), (vorne von links): Felix Möller, Martin Wenzel, Thomas Köpke, Timo Liepolt, Joachim Sell, Sebastian Breuss, Timo Bewarder, Andrzej Kozaczuk, Sven Sabotke, Özcan Atosy.
Saison 1997/98 - TuS Felde (stehend von links): Jürgen Dahl, Michael Vuchelich, Dirk Przybyllek, Sven Beck, Kristian Köpke, Frank Drews (Trainer), Guido Gehrke, Felix Harms, Ulrich Grohmann, , Frank Schlichting (Co-Trainer), Tino Junghans (Physiotherapeut), (vorne von links): Felix Möller, Martin Wenzel, Thomas Köpke, Timo Liepolt, Joachim Sell, Sebastian Breuss, Timo Bewarder, Andrzej Kozaczuk, Sven Sabotke, Özcan Atosy. © Reinhard Gusner

Vor 7000 Zuschauern Aufstiegsspiel zur Regionalliga

"Die Meisterschaft und die Aufstiegsrunde waren die absoluten Highlights in meiner Karriere. Mit dem Wechsel nach Felde habe ich das Glücklos gezogen. Das muss ich ehrlich gestehen", schwärmt der 57-jährige Klassekeeper und ergänzt: "Das Hinspiel in Emden vor 7000 Zuschauern haben wir 1:0 gewonnen. Das war schon Wahnsinn. Leider unterlagen wir den Kickers im Rückspiel mit 1:2". Im Jahre 2001 erfolgte dann der Rückzug des TuS Felde. Die (finanziellen) Kräfte wurden für Holstein Kiel gebündelt. "Da habe ich dann meine aktive Karriere beendet. Ich bin dankbar, durch mein Hobby zahlreiche Erfahrungen gemacht zu haben. Zudem verbindet mich eine enge Freundschaft zu einigen Weggefährten", erzählt Sell, der danach unter anderem als Trainer der Felder und des TSV Schilksee tätig war. Derzeit gibt Sell einmal wöchentlich sein Wissen als Torwart-Trainer an die A-Jugend- und Ligakeeper des TSV Kronshagen weiter.

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