30. Oktober 2020 / 08:00 Uhr

Seit Mai punktlos auf fremden Plätzen: Bricht 96 ausgerechnet in Fürth den Auswärtsfluch?

Seit Mai punktlos auf fremden Plätzen: Bricht 96 ausgerechnet in Fürth den Auswärtsfluch?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
DIe letzten fünf Auswärtsspiele verlor 96 allesamt - das letzte Gastspiel in Fürth endete allerdings erfolgreich.
DIe letzten fünf Auswärtsspiele verlor 96 allesamt - das letzte Gastspiel in Fürth endete allerdings erfolgreich. © dpa / tm.de/Screenshot
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Zuletzt gelang Hannover 96 beim VfL Osnabrück auf fremdem Platz ein Sieg - das war Ende Mai. Seitdem verloren die Roten auswärts fünfmal. Wo, wenn nicht bei der SpVgg Greuther Fürth sollte die Durststrecke enden - die Franken warten zuhause noch länger auf einen Sieg.

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Hannover schließt den Kreis. Damit ist nicht unbedingt gesagt, dass 96 das 3:1 von 9. Februar des Jahres in Fürth ausgerechnet am Sonntag wiederholt. Aber es wirkte doch wie ein Schwur, als sich die Spielerfamilie am Donnerstag im Training an den Händen fasste und zwei Kreise formte, die kein Gegner durchbrechen durfte. Ein Spiel zwar nur, aber Trainer Kenan Kocak zeigte ein Händchen für die Situation. Er kettet das Mannschaftsrad zusammen, damit 96 auswärts nicht schon wieder geknackt wird.

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Verdammt lang her, der letzte Auswärtssieg in der Liga, Fünf Niederlagen in Folge kassierte 96 in der 2. Liga, zwei in der aktuellen Saison. Die 96-Familie hielt bisher nur zu Hause zusammen. Und die Frage wird sein, ob sie am Sonntag ab 13.30 Uhr komplett zusammenfindet.

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Hübers dabei? "Muss ja"

Timo Hübers fehlte gestern bei der Kettenbildung, genau wie Niklas Hult. Dabei wäre gerade Hübers als Oberhaupt der Abwehr ein entscheidender Faktor. Ob er am Freitag mittrainiert nach den Fersenproblemen? „Muss ja“, sagte Kocak. Ohne Hübers verlöre 96 das wichtigste Glied der Abwehrkette.

Kocak möchte außerdem möglichst gar nichts verändern im Vergleich zum Düsseldorf-Sieg. „Mit unserer DNA hat es nichts zu tun, wie wir auswärts spielen“, sagte der Trainer. Das ist die Botschaft: weiter so dominant wie gegen die Fortuna, auch wenn die Fürther wesentlich spielstärker daherkommen als Düsseldorf.

Gute Erinnerungen an den Ronhof

In Fürth verlangt Kocak eine Auswärts-Auferstehung „bis zur letzten Sekunde“. So wie im Februar am Ronhof, als Linton Maina mit Ball davonsprintete und schneller war als der Schlusspfiff mit seiner Torvorlage zum 3:1 durch Simon Stehle. Die damals sehr junge 96-Kommune lag sich nachher in den Armen.

Dieses Gefühl gab es nun im Ligabetrieb ganz lange nicht. 0:1, 1:2, 1;2, 2:3, 1:3 – so sieht die ernüchternde Bilanz der vergangenen Auswärtsspiele aus. „Das Gute an Statistiken ist, dass sie irgendwann enden“, scherzt Kocak. Wenn nicht, wird eine Bilanz irgendwann zum Fluch.

Kocak-Lob für Ducksch trotz sinkender Trefferquote

Fluchbrecher hat 96 genügend. Fürth-Experte Maina etwa, den Kocak als Tempofaktor bringen kann. Oder Genki Haraguchi, der beim bisher letzten Auswärtssieg in Osnabrück (4:2) traf. Marvin Ducksch erzielte in dem Spiel zwei Treffer.

Im Verhältnis zu seinen vielen Torchancen und -schüssen trifft Ducksch aktuell nun eher seltener. „Er ist gut unterwegs“, findet Kocak dennoch zu Recht: „Wenn wir die Spiele mit seinen Assists gewinnen, sind wir zufrieden mit ihm. Der Fleiß ist da.“

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Fürth zuhause noch schwächer

Der heimische Arbeitsnachweis der Fürther fällt statistisch gesehen übrigens noch schwächer aus als die Auswärtsbilanz von 96 – die Franken gewannen noch kein Heimspiel seit der Corona-Pause (drei Remis, vier Niederlagen). Ein Teufelskreis wird am Sonntag ganz sicher durchbrochen werden: Entweder gewinnt Fürth zu Hause, oder 96 verliert auswärts diesmal nicht.