13. April 2019 / 22:57 Uhr

Selbstbewusster MBC kauft der BG Göttingen den Schneid ab

Selbstbewusster MBC kauft der BG Göttingen den Schneid ab

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
BG-Kapitän Michael Stockton (links) im Duell mit Trevor Releford vom Mitteldeutschen BC.
BG-Kapitän Michael Stockton (links) im Duell mit Trevor Releford vom Mitteldeutschen BC. © Pförtner
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Das war gar nichts: Statt eines wichtigen Heimsieges gab es für Basketball-Bundesligist BG Göttingen im Kellerduell gegen den Mitteldeutschen BC eine deutliche Pleite –die Veilchen unterlagen vor 3013 Zuschauern in der Sparkassen-Arena mit 78:92 (35:47).

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„Das war enttäuschend und keine gute Leistung“, sagte BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen nach der Partie. Damit sprach er den Göttinger Zuschauern aus dem Herzen, die sich so viel mehr erwartet hatten.

Dass ein ähnlicher Erfolg wie der 105:63-Spaziergang im Hinspiel nicht noch mal glücken würde, war den BG-Fans schon vor dem Spiel klar. Dass die BG aber über fast die gesamte Spieldauer hinweg mehr oder weniger chancenlos war, überraschte dann doch ein wenig.

BG Göttingen - Mitteldeutscher BC, BBL 2018/19

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BG Göttingen - Mitteldeutscher BC, BBL 2018/19 © Pförtner
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Beide Teams waren mit dem Rückenwind von spektakulären Siegen in die Partie gegangen –daran konnte es also nicht liegen. Doch der MBC machte im Gegensatz zur BG gleich zu Beginn deutlich, dass er jede Menge Selbstvertrauen getankt hat in den vergangenen Partien.

Vom Start weg traten die Gäste wie ein Spitzenteam auf, und symptomatisch waren drei Szenen aus der Anfangsphase: Darden zog bei einem Versuch des Ex-MBCers Haukohl einen Weltklasse-Block aus dem Hut (später sollte ihm das noch mal gelingen), und die Veilchen ließen sehr offene Dreier von Darden und Releford aus der Ecke zu, nach denen Weißenfels mit 6:2 in Führung lag.

Wäre nicht einmal mehr Verlass gewesen auf die Offense-Künste von Kapitän Stockton, hätte die BG bereits zur Mitte des ersten Viertel uneinholbar zurückgelegen – Stockton markierte acht der ersten neun BG-Punkte mehr oder weniger im Alleingang. Auch das war am Sonnabend symptomatisch.

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Denn während der MBC Teambasketball zelebrierte und am Ende sechs Spieler bei den Punkten im zweistelligen Bereich rangierten, lag beim Gegenüber mit 24 Zählern und acht Assists die Hauptlast auf Stockton. In der Defense nicht so richtig auf dem Parkett, im Vorwärtsgang mit vielen, selten gesehenen Konzentrationsfehlern – so kann man kein entscheidendes Spiel gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf gewinnen.

„Diese Niederlage hat nichts mit fehlender Einstellung zu tun. Die Spieler haben alles gegeben“, sagte BG-Headcoach Johan Roijakkers später. „Es hat etwas mit Erfahrung zu tun. Wir sind eine junge Mannschaft. Viele meiner Spieler haben auf diesem Niveau noch nie oder nur wenig gespielt.“

Zudem habe er das Gefühl gehabt, „dass es heute falsche Erwartungen gab“, unterstrich der Coach. „Nur weil wir in der Hinrunde gegen den MBC, Crailsheim und Bremerhaven gewonnen haben, erwarten viele, dass wir jetzt wieder gewinnen. Aber diese Teams haben einige Spieler nachverpflichtet. Wenn wir noch ein Spiel gewinnen – so wie in Bayreuth –, dann ist das so, als ob Holland die Fußball-WM gewinnt“, sagte der Niederländer.

Ohne Derek Willis, der wegen eines Pferdekusses aus dem Bayreuth-Spiel nur eine sporadische Einsatzzeit hatte, habe man mit nur vier Ausländern gespielt. „Wenn dann Penny Williams und Dominic Lockhart auch noch einen schlechten Tag haben, dann muss ich damit zufrieden sein, dass wir nur mit 14 Punkten Unterschied verloren haben. Ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen.“ Man müsse dann mit dem Ergebnis zufrieden sein.

BG Göttingen - Mitteldeutscher BC, BBL 2018/19

Das Spiel war zuvor keineswegs nach dem ersten Viertel (18:26) entschieden gewesen und auch nicht nach einem miserablen Start ins dritte Viertel, in dem sich die BG in ihrer besten Phase noch einmal herankämpfte (55:62). Doch am Ende blieb der MBC souverän und die BG alles in allem fahrig. Viele Zuschauer werden eine Szene des zweiten Viertels in Erinnerung behalten, als sich Weißenfels drei Offensivrebounds sicherte und prompt mit einem erfolgreichen Dreier belohnt wurde.

Die BG griff in der Defense nicht richtig zu, und im Ergebnis wies die Statistik keinen einzigen Freiwurf für den MBC aus – so etwas hatte MBC-Trainer Silvano Poropat zuvor noch nicht erlebt, wie er berichtete. „Vielleicht fehlte der 100-prozentige Fokus im Kopf“, versuchte sich BG-Geschäftsführer Meinertshagen an einer Erklärung. Andererseits plädierte er dafür, nun nicht alles tiefschwarz zu sehen: „Vor einer Woche in Bayreuth war alles super, aber jetzt ist nicht alles schlecht“, sagte er. Tatsache ist, dass Bremerhaven am Sonnabend mal eben Bonn putzte und damit den Abstiegskampf zusätzlich anheizte – die BG hatte sich auch das anders vorgestellt.

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