28. Januar 2022 / 09:37 Uhr

Vizeweltmeister Semin Mensah: Darum mache ich Tischfußball statt Leichtathletik

Vizeweltmeister Semin Mensah: Darum mache ich Tischfußball statt Leichtathletik

Bruno Tschoner
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Semin Mensah gehörte im Tischfußball zur Weltspitze.
Semin Mensah gehörte im Tischfußball zur Weltspitze.
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Podcast-Tipp zum Tischfußball-Sport: Im "Podkiosk" von Dennis Heinemann plaudert Ex-Nationalspieler Semin Mensah über schnelle Trainingserfolge, Kicker-Regeln und darüber, warum er mit dem Spitzensport inzwischen aufgehört hat.

Semin Mensah ist ehemaliger Nationalspieler, Vizeweltmeister am Leonhart-Tisch, mehrfacher deutscher Meister und mischt seit einigen Jahren in der Spitze des Kickersports mit. Als Spieler, als Referee des Weltverbandes, als Kommentator und Videocoach: Der gebürtige Bremer ist einer der öffentlichkeitswirksamsten Akteure in der Szene. Das liegt wohl an der ruhigen, sympathischen Art, mit der Mensah aus dem Nähkästchen plaudert und Einblicke in die Tischfußballwelt gibt. Genau das hat er in einer Folge, des Podcastformats „Podkiosk“ mit Dennis Heinemann getan. Das Schöne daran: Die Folge geht in die Tiefe und ist trotzdem verständlich für jede und jeden.

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Seinen Rückzug aus dem Spitzensport erklärt er so: „Ich weiß, dass es in Deutschland einige Spieler gibt, die deutlich besser sind als ich, und weltweit eben auch. Dann weiß ich, dass ich wenn ich da nochmal wirklich Ambition haben will das zu gewinnen, noch so viel investieren muss. Und ich glaube nicht, dass mir dieser Titel noch mehr gibt, als die, die ich schon habe.“

Im Sport wird dieser Zustand gerne als satt bezeichnet und tritt gehäuft bei Athleten auf, die schon alles gewonnen haben. Das ist bei Mensah nicht ganz der Fall: Er hat keinen Weltmeistertitel inne. Trotzdem zeigt Mensahs Rückzug ein Dilemma des Nischensports Tischfußball: Sport auf Profiniveau, wobei noch „niemand Tischfußball als Sport wahrnimmt“, und gleichzeitig fehlende Aufwandsentschädigung „für täglich drei Stunden Training zu Spitzenzeiten“.

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Hier den Podcast mit Semin Mesha hören

Das ist laut Mensah übrigens der springende Punkt. Ausdauer und Training, dann „kann theoretisch jeder so gut werden wie ich“, behauptet der 33-jährige und stützt seine These darauf, dass es keine physischen Vorteile am Kicker gibt. „Ich habe vorher jahrelang Leichtathletik gemacht und bin ein ehrgeiziger Typ. Ich habe aber festgestellt, dass es da genetische Vorteile gibt. Ich habe über Jahre hinweg gegen die gleichen gewonnen und gegen die gleichen verloren. Ich habe zur Höchstzeit vier Mal in der Woche trainiert, bin in den Kraftraum gegangen, aber es hat sich nichts geändert“, beschreibt Mensah, warum er dann am Kickertisch geblieben ist, wo sich das Training schnell ausgezahlt hat.

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Darum lohnt sich diese Podcast-Folge

Die Episode in Heidemanns medialem Kiosk kommt locker daher als kurzweiliger Dialog, der in knapp 90 Minuten eine beachtliche Bandbreite an Themen in Bezug auf das Kickern schafft, ohne gezwungen von Topic zu Topic zu springen. Das ist einer der erfrischenden Effekte von unbekannteren Sportarten: Die Akteure sprechen frei, ungezwungen und mit Feiereifer, nichts von vorgekauten Floskeln, die man aus der Bundesliag-Übertragung am Samstagnachmittag kennt.

Das verleiht dem Nerd-Talk von taktisch verzwickten Situationen in Finalspielen eine spannende Note. Genau so haben aber auch basale Themen wie Regelkunde, dem „Krökeln“ in der Kneipe oder Parallelen zu Sportarten, die den Sprung in die Popularität geschafft haben, ihren Platz in der Folge gefunden, die sich wunderbar zum Putzen, Kochen oder zum Einschlafen hören lässt. Und das ist doch oft Indikator für einen guten Podcast.