12. Oktober 2019 / 06:30 Uhr

DFB-Star Serge Gnabry: So tickt der neue Torgarant von Bundestrainer Joachim Löw

DFB-Star Serge Gnabry: So tickt der neue Torgarant von Bundestrainer Joachim Löw

Tim Lüddecke und Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Serge Gnabry hat sich nicht nur beim FC Bayern München, sondern auch in der Nationalmannschaft zu einem absoluten Top-Star entwickelt. 
Serge Gnabry hat sich nicht nur beim FC Bayern München, sondern auch in der Nationalmannschaft zu einem absoluten Top-Star entwickelt.  © Getty Images/D. Mouhtaropoulos/Bongarts/Montage
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Serge Gnabry knackt einen Rekord nach dem anderen, ist bei Bundestrainer Joachim Löw als einziger Spieler gesetzt – und sein Marktwert ist in diesem Jahr explodiert. Der SPORTBUZZER hat sich den neuen Stürmer-Star einmal genauer angeschaut.

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Wenn sich die Nationalmannschaft zu ihren Länderspielen trifft, ist es ähnlich wie bei Abiturienten vor dem Abschlussball. Auch die deutschen Elitekicker stellen sich vor der Anreise die Klamottenfrage: Was ziehe ich heute bloß an? Da kann es durchaus auch schon mal vorkommen, dass man danebengreift, wie jüngst Manuel Neuer, der mit den „falschen“ Schuhen zum Treffpunkt erschien und an Ausrüster Adidas nun eine sechsstellige Summe als Strafe berappen muss.

Serge Gnabrys Marktwert inzwischen bei rund 60 Millionen Euro

Häufig war es in den letzten Jahren Leroy Sané, der den „Swag“ aufdrehte und mit extravaganten Outfits auffiel. Seit der Star von Manchester City nach seinem Kreuzbandriss beim DFB fehlt, hat ihn Serge Gnabry abgelöst. Auch am Montag war es der Bayern-Stürmer, der mit einer goldenen Glanzhose und Plateauschuhen nach Dortmund kam – die Rasta-Frisur hatte er ohnehin schon von Sané übernommen.

Doch nicht nur neben, sondern vor allem auf dem Platz ist Gnabry aktuell der Auffälligste. Vom Bundestrainer Joachim Löw wurde er mit einer Stammplatzgarantie ausgestattet („Serge spielt immer“) und schweißt seit Monaten einen Treffer nach dem anderen in die gegnerischen Gehäuse. Sein Marktwert ist explodiert, liegt schon bei 60 Millionen Euro.

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Mit seinem letzten Tor am vergangenen Mittwoch beim 2:2 gegen Argentinien schraubte er seine Bilanz auf zehn Tore in elf Länderspielen hoch und angelte sich den nächsten Rekord: Noch nie zuvor hatte ein DFB-Akteur so schnell zehn Treffer erzielt – der bisherige Rekordhalter Miroslav Klose benötigte 13 Einsätze dafür, selbst dem Bomber der Nation, Gerd Müller, gelangen in seinen ersten elf Spielen „nur“ neun Treffer.

Ich habe gerade einen super Lauf“, sagt Gnabry ganz unbescheiden und zur Sonderstellung bei Löw ergänzt er: „Es hilft mir natürlich, wenn der Trainer so hinter einem steht. Das ist sicher gut fürs Selbstbewusstsein. Dennoch denke ich, dass auch ich mich in jedem Spiel beweisen muss und draußen sitzen würde, wenn ich dreimal in Folge schlecht spiele.

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Das Gegenteil war allerdings zuletzt der Fall. In jedem der letzten vier Länderspiele traf Gnabry, zwischendurch schnürte er mal eben in der Champions League einen Viererpack für den FC Bayern beim historischen 7:2 bei Tottenham Hotspur. Bereits in der vergangenen Saison hatte er für die Münchner zweistellig getroffen und war damit der dritte Spieler in der Historie, dem dies bei drei verschiedenen Bundesligisten hintereinander gelang: zuvor für Werder Bremen und die TSG Hoffenheim.

Kein Wunder, dass auch seine Mitspieler ins Schwärmen kommen, wenn sie auf den, der immer trifft, angesprochen werden. Joshua Kimmich verpasste ihm jüngst das Attribut „Weltklasse“ und sagte: „Ich kenne den Serge länger als jeder andere hier. Für mich war er in unserem Jahrgang schon immer der beste Spieler. Um die Fähigkeiten von ihm noch woanders zu finden, müsst ihr lange fahren.“

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Gnabry warnt vor Estland: „Die Nuss müssen wir erst mal knacken“

Sogar der Torjubel des 24-Jährigen ist extravagant: Mit einem imaginären Löffel rührt er nach seinen Treffern in einem imaginären Topf – abgeschaut hat er sich dies beim aktuell wohl besten Basketballer der Welt, James Harden von den Houston Rockets. „Er zeigt damit, dass er der Chef ist und es jetzt abgeht“, erklärt Basketball-Fan Gnabry.

Den will er natürlich auch am Sonntag in Tallinn zeigen, wenn es mit der Nationalelf in der EM-Qualifikation gegen Estland (20.45 Uhr, RTL) geht – beim 8:0 im Hinspiel traf Gnabry doppelt. „Wenn das erste Tor fällt, öffnen sich in solchen Spielen oft die Räume, aber diese Nuss müssen wir erst mal knacken“, sagt der Mann der Stunde vor der Partie.