03. April 2021 / 10:24 Uhr

Drei Szenarien: So könnte es für Sergio Agüero nach dem Abschied von ManCity weitergehen

Drei Szenarien: So könnte es für Sergio Agüero nach dem Abschied von ManCity weitergehen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Sergio Agüero verlässt Manchester City nach über einem Jahrzehnt. Wohin zieht es den Superstar?
Sergio Agüero verlässt Manchester City nach über einem Jahrzehnt. Wohin zieht es den Superstar? © IMAGO/PA Images/Montage
Anzeige

Nach zehn Jahren und über 250 Toren verlässt Sergio Agüero den englischen Spitzenklub Manchester City. Er wolle weiter "auf höchstem Niveau" spielen, sagte der Argentinier. Nur wo? Der SPORTBUZZER nennt drei mögliche Szenarien.

Anzeige

Zehn Jahre, 384 Spiele, 257 Tore. Das sind die eindrucksvollen Eckdaten, die Sergio Agüero bei Manchester City vorweisen kann. Am Saisonende wird die erfolgreiche Zusammenarbeit beendet. Wie am Montag bekannt wurde, erhält der inzwischen 32 Jahre alte Argentinier beim Tabellenführer der Premier League keinen neuen Vertrag. Für die Vereinslegende soll eine Statue errichtet werden - eine seltene Geste für einen noch aktiven Fußballer. Und genau das wird Agüero auch nach seiner Zeit bei den Citizens bleiben.

Anzeige

Agüero habe "Unglaubliches geleistet und viel dazu beigetragen, dass City da ist, wo wir heute stehen", sagte sein langjähriger Mitspieler Ilkay Gündogan am Dienstag auf einer DFB-Pressekonferenz. "Wir haben ihn zum Glück noch ein paar Wochen und ich hoffe, dass er noch dazu beiträgt, die Saison positiv abzuschließen." Im Sommer beginne für ihn dann "eine neue Etappe mit neuen Herausforderungen und ich bin voll und ganz bereit, mich ihnen mit derselben Leidenschaft und Professionalität zu stellen, die ich immer an den Tag gelegt habe, um weiterhin auf höchstem Niveau zu spielen", erklärte Agüero. Nur: Wo wird der Topstar künftig auflaufen? Der SPORTBUZZER über drei mögliche Szenarien für die Agüero-Zukunft.

Szenario 1: Er bleibt Fußball-Europa erhalten – ob bei Juve, Barca oder Chelsea

Kürzlich berichtete der argentinische Pay-TV-Kanal TYC Sports, dass der FC Barcelona Agüero bereits einen Vertrag vorgelegt habe. Dort würde der 32-Jährige auf seinen Landsmann und Weggefährten Lionel Messi treffen, sollte dieser seinen Vertrag unter der neuen Klubführung doch noch verlängern - wonach es immer mehr aussieht. Seit dem Abgang von Luis Suarez fehlt Barca ein waschechter Mittelstürmer, diesen Platz könnte Agüero einnehmen. Auch bei Juventus und PSG, wo er ebenfalls als Neuzugang gehandelt wird, würde er mit Paulo Dybala und Mauro Icardi auf Landsmänner treffen, mit denen er gemeinsam wirbeln könnte - Paris hat mit Mauricio Pochettino inzwischen sogar einen argentinischen Trainer. Genau wie sein Ex-Klub Atlético Madrid mit Diego Simeone. Kommt es nach zehn Jahren in England zur Rückkehr? Es liegt zumindest im Bereich des Möglichen, auch wenn die Rojiblancos im Angriff gut bestückt sind.

Eine weitere, wenn auch unwahrscheinliche Möglichkeit wäre ein Verbleib in der englischen Premier League. Agüero hat eine sehr enge Verbindung zu ManCity, weshalb kaum anzunehmen ist, dass er sich etwa einem Rivalen wie dem FC Chelsea anschließen würde, obwohl auch dem Team von Thomas Tuchel ein Interesse am Rekordtorschützen der Citizens nachgesagt wird.

Szenario 2: Emotionale Rückkehr in die Heimat oder Karriere-Ausklang in der MLS

Schon vor vielen Jahren hat Agüero den Fans in seiner argentinischen Heimat versprochen, vor seinem Karriereende nochmal für seinen Jugendklub Independiente auf Torejagd zu gehen. "Ich habe nichts mit Independiente gewonnen und ich will mit dem Verein Meister werden", sagte er über den Klub, den er 2006 mit Ziel Atlético verließ. Die Gelegenheit für ein Comeback des verlorenen Sohnes wäre günstig, Agüero ist ablösefrei und somit auch für den traditionsreichen Klub aus Avellaneda erschwinglich, der sieben Mal die Copa Libertadores gewinnen konnte. Allerdings stellt sich die Frage, ob der Schritt für Agüero noch zu früh kommt, wo er noch auf "höchstem Niveau" spielen möchte - schließlich kann er in zwei, drei Jahren immer noch in die Heimat wechseln.

Auch ein Transfer in die nordamerikanische Major League Soccer wird immer wieder als Option ins Spiel gebracht. Agüero könnte es seinem Landsmann Gonzalo Higuain gleich tun, der seit September 2020 bei Inter Miami unter Vertrag steht - dem Klub, bei dem David Beckham einer der Anteilseigner ist und bei dem bereits eine ganze Reihe aus Europa bekannter Profis aktiv ist - darunter Weltmeister Blaise Matuidi und der frühere englische Nationalspieler Ryan Shawcross.

Szenario 3: Leipzig, Bayern, BVB – Wie wäre es eigentlich mit der Bundesliga?

Ja, warum eigentlich nicht? Der Bundesliga würde ein großer Name wie Sergio Agüero ohne jeden Zweifel sehr gut tun. Und auch sportlich könnte er noch helfen. Von den deutschen Topteams dürfte vor allem RB Leipzig in Frage kommen. Ja, RB verfolgte stets eine Politik, vor allem junge und entwicklungsfähige Spieler mit Wiederverkaufswert zu verpflichten. Um einen dauerhaften Angriff auf die Bayern zu bewerkstelligen, braucht es jedoch auch erfahrene Profis - da würde Agüero gut passen. Zumal im Sturm seit dem Abschied von Timo Werner im vergangenen Jahr eine Lücke klafft, die trotz der Verpflichtungen von Hee-chan Hwang und Alexander Sörloth nicht wirklich geschlossen werden konnte. Ein echter Goalgetter geht dem Team von Julian Nagelsmann ab.

Generell gilt: Ein Wechsel Agüeros in die Bundesliga scheint nach aktuellem Stand nur schwer vorstellbar. Sowohl Borussia Dortmund als auch der FC Bayern, neben RB wohl die einzigen Klubs, die ein Agüero-Paket finanziell stemmen könnten, haben mit Erling Haaland und Robert Lewandowski zwei Platzhirsche im Angriff. Sollte der umworbene Haaland den BVB bereits im Sommer verlassen, müsste der BVB allerdings auf dem Transfermarkt tätig werden. Dann dürften die Blicke aber eher auf jüngeres Personal gehen - etwa auf den zuletzt starken Alexander Isak von Real Sociedad, für den Dortmund im Sommer eine Rückkaufoption in Höhe von 30 Millionen Euro hat.