14. Juli 2021 / 10:01 Uhr

Donnarumma, Ramos und der Poker um Messi: Wie sich PSG endlich zum Champions-League-Sieger krönen will

Donnarumma, Ramos und der Poker um Messi: Wie sich PSG endlich zum Champions-League-Sieger krönen will

Alexis Menuge 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
PSG greift mit neuem Personal nach dem Titel in der Königsklasse. Sergio Ramos (Mitte) ist bereits da.
PSG greift mit neuem Personal nach dem Titel in der Königsklasse. Sergio Ramos (Mitte) ist bereits da. © IMAGO/Shutterstock/Pressinfoto/PanoramiC/AFLOSPORT/Gribaudi (Montage)
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Paris Saint-Germain rüstet für den ersehnten Triumph in der Champions League einmal mehr auf: Der französische Top-Klub holt ablösefreie Topstars wie Sergio Ramos und mischt im Rennen um Superstar Lionel Messi mit . Der SPORTBUZZER blickt auf die Transfer-Bewegungen bei PSG.

Am späten Sonntagabend nach dem EM-Finale zwischen Italien und England strahlte Nasser Al-Khelaifi auf der Ehrentribüne des Wembley-Stadions als wäre er ein Italiener. Der Präsident vom französischen Top-Klub Paris Saint-Germain freute sich insbesondere für Gianluigi Donnarumma, den Keeper der Squadra Azzurra, der als Europameister in den Urlaub fahren kann und in drei Wochen seinen Dienst bei PSG antreten wird. Diskret aber konkret wurde der Deal bereits abgeschlossen (Fünfjahresvertrag). Und nicht nur das: Schon in der Halbzeit konnte sich der Klub-Boss freuen – als er das erste Video von Sergio Ramos im PSG-Trikot auf seinem Handy sah. Der spanische Weltstar kommt von Real Madrid in Frankreichs Hauptstadt. PSG will es wissen – und rüstet kräftig auf für die neue Saison.

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Donnorumma (kommt vom AC Mailand) und Verteidiger Ramos sind nicht die einzigen Coups des französischen Vize-Meisters. Als erster Zugang wurde Georginio Wijnaldum zu Beginn der EM vermeldet: Der niederländische Mittelfeldspieler kommt ablösefrei (was auch für Donnarumma und Ramos gilt) aus Liverpool, auch der FC Bayern hatte ihn auf dem Zettel – genau wie den Verteidiger Achraf Hakimi. Doch der ehemalige Dortmunder bevorzugte ein üppiges Gehalt in Paris (die Rede ist von 10 Millionen Euro netto im Jahr) und die Möglichkeit, nach Spanien (Real Madrid), Deutschland (BVB) und Italien (Inter Mailand) eine vierte Liga kennenzulernen. Die geschätzte Ablösesumme: 60 Millionen Euro.

Vier neue Topstars sind also schon unter Dach und Fach im PSG-Kader. Damit ist der Champions-League-Finalist 2020 der aktuell aktivste Verein in Europa. Das Ziel: Die Königsklasse im kommenden Mai gewinnen, sechs Monate vor Beginn der WM 2022 in Katar.

Apropos Katar. Seit ihrem Einstieg in Paris träumen die Scheichs aus Doha vom Triumph in der Champions League. So kurz vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land wäre die europäische Krönung eine Art Rechtfertigung von hohen Investitionen, aber vor allem eines Projektes, das vor genau zehn Jahren begann. Und für Al-Khelaifi und Sportdirektor Leonardo gibt es noch viel Arbeit. Knapp drei Wochen vor dem Start der Ligue 1 stehen sie in konkreten Verhandlungen mit dem Management von Paul Pogba (zentrales Mittelfeld), der Manchester United schon länger verlassen möchte. Auch in der Offensive wird nachgerüstet.

PSG mischt im Messi-Poker mit

Abgesehen davon, ob Stürmer Kylian Mbappé Paris in diesem Sommer verlassen wird oder nicht, versucht PSG seit mehr als einem halben Jahr mit aller Macht Lionel Messi und seiner Familie nach Paris zu lotsen. Der seit Monatsbeginn vereinslose Weltstar wollte in aller Ruhe die Copa America mit Argentinien zu Ende bestreiten, bevor er sich mit seiner Zukunft ernsthaft beschäftigt. Nun soll in diesen Tagen eine finale Entscheidung fallen. Falls sich die Barcelona-Legende gegen einen Wechsel zu PSG entschließen sollte, wäre Mohamed Salah vom FC Liverpool ein heißes Thema. "In diesem Sommer merkt man, dass PSG von der wirtschaftlichen Krise durch die Pandemie etlicher Topvereine wie Real Madrid, Barcelona oder Juventus Turin profitiert", analysiert Emmanuel Petit, französischer Welt- (1998) und Europameister (2000). "Mit dieser aggressiven und spektakulären Transferoffensive wird dieses Team womöglich der große Favorit in der kommenden Kampagne in der Königsklasse werden."

PSG ist einer der Gewinner der Maßnahmen der Union der Europäischen Fußballverbände, die die Regelungen des Financial Fair Plays in diesem Jahr gelockert hat. Drei der vier Neuen haben sie eh ablösefrei geholt. Nun steht Leonardo vor einer Herkules-Aufgabe: Bis zum 31. August muss er den Kader für circa 150 Millionen Euro ausdünnen. Bisher kamen nur 7 Millionen Euro für den Niederländer Mitchell Bakker rein, der nach Leverkusen wechselt. Auch der Deutsche Thilo Kehrer steht zum Verkauf.