26. August 2020 / 09:27 Uhr

Serie zum Bayern-Triple: Team-Managerin Kathleen Krüger regelt alles – vom Hotel bis zur WhatsApp-Gruppe

Serie zum Bayern-Triple: Team-Managerin Kathleen Krüger regelt alles – vom Hotel bis zur WhatsApp-Gruppe

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Steht nah an der Mannschaft: Team-Managerin Kathleen Krüger.
Steht nah an der Mannschaft: Team-Managerin Kathleen Krüger. © imago images/Poolfoto (Montage)
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Teil 2 der Serie zu den heimlichen Helden hinter dem Triple-Erfolg des FC Bayern: Auf Team-Managerin Kathleen Krüger können sich Trainer Hansi Flick und die Mannschaft verlassen. Sie regelt das Organisatorische – und ist als einzige Außenstehende in der WhatsApp-Gruppe des Teams.

Normalerweise hat sie ihre Jungs im Griff, kann sich locker durchsetzen in der Männerwelt des Bayern-Kaders. Doch an diesem Abend, in dieser Nacht war alles anders. In den Stunden des Champions-League-Triumphes brauchte Kathleen Krüger ein Megafon für die feiernde Meute des Triple-Siegers. Wenn die Teammanagerin in Lissabon etwas Organisatorisches loswerden musste, schaltete sie kurzerhand die laute Sirene des Megafons an – und schon lauschten Manuel Neuer & Co. Aber auch sonst hört alles auf ihr Kommando.

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Die Corona-Zeit hat Krügers Job noch komplizierter gemacht

Die 35-Jährige ist zuständig für die organisatorischen Abläufe rund ums Team: in den Stadien und Hotels, an Flughäfen. Sie kümmert sich um alles und jeden, ist um das klitzekleinste Detail an Spieltagen und in den Trainingslagern besorgt – etwa, dass der Beamer für die taktische Anweisungen bei Auswärtsspielen rechtzeitig in der Gästekabine steht. Als einzige Person außerhalb der Mannschaft, und damit also als einzige Frau, ist sie Teil der internen WhatsApp-Gruppe. Inklusive strenger Schweigepflicht natürlich.

Seit Beginn der strikten Auflagen infolge der Corona-Pandemie hat Krüger noch mehr zu beachten und zu planen. Manchmal, wie in den Tagen von Portugal, als die Bayern inklusive Kurztrainingslager 16 Tage zusammen waren, ein Fulltime-Job. Für Ex-Fußballerin Krüger gibt’s nichts Schöneres. "Ich wollte immer im Sportbereich arbeiten. Dass ich heute bei meinem Verein arbeiten kann, ist ein Sechser im Lotto", sagt sie. Doch wie kam sie zum Job, der sie näher an die Mannschaft bringt als den Trainerstab?

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Internationale Pressestimmen zum Champions-League-Sieg des FC Bayern

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Der FC Bayern hat das Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain mit 1:0 gewonnen und sich das zweite Triple der Vereinsgeschichte gesichert. Die internationale Presse feiert die Münchener gebührend, PSG bekommt zumindest aus der Heimat Mitleid – der SPORTBUZZER hat die Pressestimmen zusammengetragen! ©

Krüger war schon als Spielerin für Bayern auf dem Platz

Als 18-Jährige wechselte Krüger im Sommer 2003 vom FFC Wacker München zu ihrem Herzensverein, dessen Spiele sie schon als Kind gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Bruder im Olympiastadion verfolgt hatte – natürlich in der Südkurve.

Nach einem Lehrjahr in der Regionalliga Süd schaffte sie den Sprung in die Bundesliga, zu den Profis der Bayern-Frauen: 33 Spiele, ein Tor. Mit nur 24 Jahren hörte sie abrupt auf, "weil es damals für den enormen Aufwand nur ein nettes Taschengeld gab. Wir haben neben dem Spielbetrieb alle gearbeitet oder studiert", erinnert sie sich. Ihr Studium "Internationales Management" brach sie nach nur einem Semester ab und wurde Assistentin des damaligen Sportdirektors Christian Nerlinger. "Eines Tages hat mich Herr Hoeneß einfach angesprochen, ob ich mir die Stelle vorstellen könnte. Ich habe dann einen dreimonatigen Bewerbungsprozess durchlaufen und den Job bekommen", erzählt sie. 2012 folgte die Beförderung zur Teammanagerin unter dem neuen Sportvorstand Matthias Sammer.

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Jetzt sitzt sie während der Spiele mit Headset (verbunden mit den Physiotherapeuten) neben der Trainerbank, übergibt dem Vierten Schiedsrichter bei Auswechslungen die Anzeigetafel mit den Nummern. Krüger sieht alles, weiß alles. Pep Guardiola und Niko Kovac lobten ihre Arbeit öffentlich, auch für Triple-Trainer Hansi Flick ist sie als Bindeglied zum Team unverzichtbar. Weil aufgrund der Corona-Einschränkungen dieses Jahr sämtliche Weißbierduschen verboten waren, entkam die Blonde der rituellen Feierprozedur. Einst wurde sie von Guardiola mit Bier übergossen, von Arjen Robben auch – dafür duschte sie Kapitän Neuer. Und wenn ihr einer blöd kommt? Die Frau kann Karate, wurde als Teenager in nationale Auswahlen berufen. Bleibt die entscheidende Frage: Was steht im Team-Chat? Krüger: "Ich schmunzle und schweige, denn natürlich werden viele lustige Fotos und Sprüche herumgeschickt."