25. November 2021 / 10:23 Uhr

Serie gerissen: FC Eilenburgs bitterer Abend im "Karli"

Serie gerissen: FC Eilenburgs bitterer Abend im "Karli"

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
Frust bei Eilenburg nach dem Spiel, SV Babelsberg 03 -  FC Eilenburg, Fußball, Regionalliga Nordost, Saison 2021/2022, Potsdam, 24.11.2021, Foto: Jan Kuppert
Frust und Enttäuschung bei den Eilenburger Spielern. © Jan Kuppert
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Der FC Eilenburg war am Mittwoch zum Nachholspiel beim SV Babelsberg zu Gast. Dabei scheiterte die Knaubel-Truppe vor mehr als 1.500 Zuschauern an sich selbst. Die Muldestädter ließen zu viele Chancen liegen und verloren am Ende mit 0:1.

Potsdam/Eilenburg. Es war noch einmal ein Erlebnis. Zweifelsfrei. Das Karl-Liebknecht-Stadion „Karli“ in Potsdam-Babelsberg hat Charme, ist bunt und stets gut gefüllt. Mehr als 1.500 Zuschauer waren beim Nachholspiel des FC Eilenburg in Babelsberg dabei. 20 davon aus Nordsachsen. In anderen Bundesländern sind Fans ja noch erlaubt, in Sachsen wird mittlerweile vor leeren Rängen gespielt. Aber zumindest wird gespielt. Jedenfalls in den ersten vier Ligen. Die Regionalliga zählt als Profiliga. Zum Glück für die Eilenburger Amateure.

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Am Mittwoch kurz vor dem Anpfiff entschied der Nordostdeutsche Fußballverband die Saison fortzusetzen. Das Veto der zuschauerträchtigen Tarditionsvereine Lok und Chemie Leipzig oder dem Chemnitzer FC dürfte bald folgen. Denn Spiele ohne Fans sind für diese Mannschaften deutlich schwieriger zu kompensieren, als für den FCE. Zumal die Profis dort vom Fußball leben müssen und die Gehaltszahlungen am Ende des Monats andere sind, als beim FCE. Aber das ist nicht die Baustelle der Eilenburger.

Die besten Bilder vom Heimspiel des SV Babelsberg 03 gegen den FC Eilenburg.

In der Regionalliga Nordost empfing der SV Babelsberg 03 am Mittwochabend im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion den Aufsteiger FC Eilenburg zum Nachholspiel und setzte sich dank eines Tores von Nicola Jürgens (32. Minute) vor 1535 Zuschauern mit 1:0 durch. Zur Galerie
In der Regionalliga Nordost empfing der SV Babelsberg 03 am Mittwochabend im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion den Aufsteiger FC Eilenburg zum Nachholspiel und setzte sich dank eines Tores von Nicola Jürgens (32. Minute) vor 1535 Zuschauern mit 1:0 durch. © Jan Kuppert

Die war am Mittwoch eher mal wieder die Chancenverwertung. „Wir sind aktuell in der Lage, immer ein Tor zu schießen. Heute haben wir das nicht geschafft. Das ärgert die Jungs und mich brutal“, sagte Nico Knaubel nach der 0:1-Niederlage beim SV Babelsberg (7. Tabellenplatz) sichtlich geknickt. Sportchef Stephan Hofmann ordnete die ungleichen Bedingungen ein: "Die Spieler von Babelsberg haben den ganzen Tag auf das Spiel am Abend gewartet. Unsere Spieler sind nach der Arbeit losgefahren. Unter diesen Bedingungen war es ein sehr guter Auftritt von uns."

Auch das Glück fehlte

Nach vier erfolgreichen Spielen in Folge wollten die Eilenburger nachlegen. „Die Serie soll halten“; grinste Knaubel vor dem Spiel. Die erste Chance für einen Traumstart hatte Branden Stelmak, der schon nach 120 Sekunden nach einem Abwehrschnitzer freie Schussbahn hatte, aber nur ein Schüsschen zustande brachte. Danach übernahm Babelsberg mehr und mehr das Zepter. Vor allem über die Außen machte der Gastgeber, der auf seinen verletzten Torjäger Daniel Frahn verzichten musste, Druck.

In der 28. Minute versemmlte Frank Zille, in Bischofswerda einst Torschütze vom Dienst, freistehend aus Nahidstanz. Nicola Jürgens machte es vier Minuten später besser. Nach einer Eilenburger Fehlerkette mit einem leichtfertigen Ballverlust im Aufbauspiel durch den ansonsten wieder überragenden Raimison dos Santos schlenzte Jürgens den Ball in die Maschen und narrte vor seinem Abschluss mit Anton Rücker und Alex Vogel gleich zwei FCE-Kicker. Gegentor der Marke: Extrem ärgerlich. Eilenburg fehlte in der ersten Hälfte vor allem im zentralen Mittelfeld der Zugriff, Babelsberg hatte zu viel Raum.

Das änderte sich nach der Pause, weil Rücker deutlich stärker wurde und das Spiel an sich riss. Babelsberg beschränkte sich aufs Verwalten und setzte nur noch auf vereinzelte Konter. „Wir brauchen uns nicht zu beschweren, wenn wir noch das 1:1 kassieren“, sagte SVB-Außen Marcel Rausch ehrlich. Chancen dazu gab es zur Genüge, doch Adam Fiedler, Branden Stelmak und Pascal Sauer bekamen den Ball nicht über die Linie gedrückt. In der Schlussminute fehlte zudem das Glück. Nach einer Ecke landete der Ball von Alec Nathe auf der Oberlatte. „Wir haben heute kein Tor nicht geschossen und hinten eins bekommen, so banal ist das. Das wird uns nicht umwerfen, sondern noch stärker machen“, sagte Knaubel mit Blick Richtung dem „brutalen Auswärtsspiel“ bei Hertha BSC II am Sonntag.