27. August 2020 / 10:52 Uhr

Serie zum Bayern-Triple: Fitness-Experte Holger Broich – ein Quälix mit vielen neuen Ideen 

Serie zum Bayern-Triple: Fitness-Experte Holger Broich – ein Quälix mit vielen neuen Ideen 

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Beliebt bei den Spielern: Fitness-Coach Holger Broich mit Alphonso Davies und Joshua Zirkzee bei der Meisterfeier und Lucas Hernandez nach dem CL-Titel.
Beliebt bei den Spielern: Fitness-Coach Holger Broich mit Alphonso Davies und Joshua Zirkzee bei der Meisterfeier und Lucas Hernandez nach dem CL-Titel. © imago images/Poolfoto
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Teil 3 der Serie zu den heimlichen Helden hinter dem Triple-Erfolg des FC Bayern: Fitness-Professor Holger Broich macht die Bayern-Fans stark und kümmert sich um angeschlagene Sorgenkinder wie Lucas Hernandez, Jerome Boateng und Niklas Süle. Seine innovativen Ideen sollen auch nach der Corona-Krise fortbestehen.

Ein letzter Sprint der Saison. Nein, noch einer. Über die gesamte Länge des Spielfeldes. Aber diese Einheit tat nicht weh, ganz im Gegenteil. Lucas Hernández, einer der Reservespieler von Champions-League-Sieger FC Bayern München, hatte sich Holger Broich und den Henkelpott geschnappt. Gemeinsam nahmen sie die Trophäe, einer in die rechte, einer in die linke Hand – und dann sprinteten sie los über den mit bunten Konfettischnipseln übersäten Rasen. Es war eine Geste des Dankes von Abwehrspieler Hernández, der während seines ersten Jahres in München von Verletzungen geplagt viel Zeit in der Reha verbringen musste. An Broich, Professor Doktor Holger Broich.

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Die anderen Serien-Teile

In enger Absprache mit Cheftrainer Hansi Flick kümmert sich der 45-Jährige um die Physis der Stars und trägt beim Rekordmeister offiziell den Titel Wissenschaftlicher Leiter und Leiter Fitness. Geboren in Meppen arbeitete Broich ab 2003 bis 2014 bei Bayer Leverkusen. Danach folgte der Wechsel zu Bayern. Er macht alle fit. Etwa Niklas Süle, der sich im Oktober einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und im Finale gegen Paris Saint-Germain nach einer knappen halben Stunde Jérôme Boateng problemlos ersetzen konnte.

Boateng lobt Broich & Team: "Wir sind physisch sehr gut drauf"

Boateng, oft von muskulären Blessuren ausgebremst, kam insgesamt gut durch die Saison. „Großes Lob an Holger und das ganze Trainerteam, wie sie das alles geplant haben und aufgebaut haben in der Spielpause mit dem Cybertraining“, sagte der Innenverteidiger in Lissabon. Der Weltmeister von 2014 weiter: „Wir sind physisch sehr gut drauf. Es ist wichtig, gerade in der Champions League bei Spielen in Turnierform, wenn man hinten raus noch etwas drauflegen kann, wenn der Gegner müde wird. Der Schlüssel dafür war, dass wir damals früh angefangen haben, sobald das möglich war.“ Als wegen der Corona-Pandemie ab Mitte März gemeinsames Training an der Säbener Straße wegen der Auflagen nicht mehr möglich war, erarbeitete Broich schnell ein Konzept.

Per Videoschalte erklärte der Fitnessexperte gemeinsam mit Peter Schlösser, dem „Trainer Fitness, Rehabilitation, Prävention“, Übungen für die Profis. „Wir haben dabei gruppendynamische Vorgänge, wie sie bei einer Mannschaftssportart unverzichtbar sind – soweit möglich – im Blick gehabt“, erklärt Broich, aber auch „klare Belastungsspitzen“ gesetzt. Getreu Flicks Motto: „Wenn du tagtäglich an deine Grenze gehst, entwickelst du dich weiter.“

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Bayern, Barcelona und Co.: Diese Mannschaften haben das große Triple gewonnen

Der FC Bayern hat sich in der Saison 2019/20 das zweite Triple der Vereinsgeschichte gesichert. Doch die Münchener sind nicht der einzige Klub, der dieses Meisterstück vollbracht hat. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt alle Teams, die das Triple aus nationaler Meisterschaft, Pokal und Champions League holen konnten. Zur Galerie
Der FC Bayern hat sich in der Saison 2019/20 das zweite Triple der Vereinsgeschichte gesichert. Doch die Münchener sind nicht der einzige Klub, der dieses Meisterstück vollbracht hat. Der SPORTBUZZER zeigt alle Teams, die das Triple aus nationaler Meisterschaft, Pokal und Champions League holen konnten. ©

"Manchmal hätten wir den lieben Herrn Professor am liebsten auf den Mond geschossen"

Teamtraining als Homeoffice, das war zum Teil eine schöne Quälerei. Einsam, aber via Schalte doch miteinander verbunden. „Manchmal hätten wir den lieben Herrn Professor am liebsten auf den Mond geschossen“, gestand Thomas Müller. Broich sorgte auch für Lacher. An einem Tag sollten die Bayern-Profis, während sie zu Hause mit dem Ball jonglierten, ihr T-Shirt ausziehen. Nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen. „Die Vasen in unseren Wohnzimmern waren in großer Gefahr“, meinte Müller feixend. Aller Aufwand lohnte sich. Bayern gewann sämtliche 15 Partien nach der Corona-Pause – und alle drei Titel.

Nach den positiven Erfahrungen soll das Cybertraining künftig fortgeführt werden. Noch an den Urlaubsorten der Stars könnten Videoeinheiten beginnen, dafür hätten die Spieler mehr Zeit mit ihren Familien. „Man hat in der Corona-Pandemie ein paar Dinge kennengelernt, die man beibehalten wird: dazu gehört auch unser Cybertraining“, sagte Broich. Auf dem Vereinsgelände an der Säbener Straße soll dafür ein spezielles Studio eingerichtet werden.

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