05. März 2019 / 15:53 Uhr

SFL-Trainer Klame: "Das 3:3 fühlt sich wie eine Niederlage an"

SFL-Trainer Klame: "Das 3:3 fühlt sich wie eine Niederlage an"

Mats Vogt
Weser-Kurier
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Die SFL Bremerhaven funktioniert als Kollektiv. © Mats Vogt
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Im Interview spricht der Bremerhavener-Coach über die erste Saison in der Bremen-Liga

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Die SFL Bremerhaven spielt seit dieser Saison in der Bremen-Liga. In nur wenigen Monaten haben es die „Heidjer“ geschafft, sich in der höchsten Spielklasse Bremens zu etablieren. Wir sprachen mit Trainer Marcus Klame unter anderem über die neuen Eindrücke, die Derby-Rivalität in Bremerhaven und die Zukunftspläne.

Herr Klame, Sie gehören mit Ihrer Mannschaft seit dieser Saison der höchsten Bremer Spielklasse an, welchen Eindruck haben Sie bisher von der Liga erhalten?

Marcus Klame: Das ist ein super spannendes Abenteuer für uns, die Jungs fühlen sich pudelwohl. Man kann die Landesliga mit der Bremen-LIga überhaupt nicht vergleichen. Das Spiel ist deutlich schneller und viel körperbetonter. Wir haben aber großen Spaß daran, jedes Wochenende an unsere Leistungsgrenze gehen zu müssen. Außerdem haben wir gerade die Erfahrung gemacht, dass man sich in der Liga nie zu früh freuen darf. Aus einem 3:0 kann schnell ein 3:3 werden.

Sie sprechen das Unentschieden in Vegesack an, was waren die Gründe für den späten Einbruch?

Zuerst einmal fühlt sich das wie eine Niederlage an. Wir haben in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt und die Tore genau in den richtigen Momenten geschossen. Nach dem 3:0 waren wir dann aber nicht mehr konsequent genug und haben schlecht verteidigt. Außerdem haben wir uns auch zu sehr mit dem Schiedsrichter beschäftigt, der im zweiten Durchgang seine Linie nicht mehr beibehalten hat. Trotzdem können wir zufrieden sein, Vegesack ist ein etabliertes Team in der Liga und hat uns in dieser Saison nicht geschlagen.

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SAV-SFL1 © Mats Vogt
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Auch Ihre Mannschaft hat sich in nur wenigen Monaten einen Namen in der höchsten Spielklasse Bremens gemacht, wie konnte das so schnell passieren?

Wir sind eine eingeschworene Truppe, jeder geht für jeden durchs Feuer. Ich kann mir gut vorstellen, dass das bei vielen Vereinen gut ankommt. Natürlich konnten wir auch mit unseren Leistungen über weite Strecken überzeugen. Die Mischung zwischen Kampf- und Laufbereitschaft stimmt bei uns einfach.

Gibt es einen Führungsspieler, der die Richtung vorgibt?

Bei uns gibt es keine Galionsfigur oder einen Schreihals. Wir haben das auf viele Schultern verteilt, bei uns muss das Kollektiv funktionieren.

Sie sind mit ihrem Team momentan auf dem fünften Rang, nur der ESC Geestemünde ist zur Zeit besser. Sehen Sie sich trotzdem als Nummer eins in Bremerhaven?

Geestemünde ist punktgleich mit uns und hat zwei Spiele mehr absolviert. Außerdem haben wir in dieser Saison bereits zwei Spiele gegen sie gewonnen. Es soll nicht arrogant klingen, aber wir haben bisher alle Derbys gewonnen. Der Titel hat in Bremerhaven einen hohen Stellenwert, für uns hat er aber nur wenig Bedeutung.

Der OSC Bremerhaven macht momentan mit positiven Ergebnissen von sich reden, glauben Sie an eine Aufholjagd des Schlusslichts?

OSC hat in der Winterpause komplett durchgetauscht, da bin ich überhaupt kein Freund von. Die Hinrunde haben sie in den Sand gesetzt, deswegen mussten 14 neue Spieler her. Sie wollen mit aller Macht in der Bremen-Liga bleiben, dafür ist ihnen jedes legitime Mittel recht. Mit Philosophie und Nachhaltigkeit hat das nichts zu tun, zum Glück ist das nicht unsere Baustelle. Zusammen mit Vatan und Neustadt werden sie um den Ligaverbleib kämpfen müssen und dafür wünsche ich ihnen viel Erfolg. Bisher scheint es ja ganz gut zu laufen.

Wer hat aus Ihrer Sicht die größten Chancen auf den Meistertitel?

Das wird eine ganz enge Kiste werden. Ich glaube nicht, dass das Rückspiel zwischen dem Bremer SV und dem FC Oberneuland dafür entscheidend sein wird. Es wird darauf ankommen, welches Team in der Rückrunde weniger Fehler macht. Im Momentan glaub ich aber, dass der Bremer SV das Rennen machen wird.

Was haben Sie sich für den Rest der Saison vorgenommen?

Wir haben unsere Ziele neu definiert. Eigentlich wollten wir einen Platz im gesicherten Mittelfeld, jetzt wäre es aber grandios, wenn wir die Saison unter den ersten acht Mannschaften abschließen würden. Die Jungs wollen unbedingt beim Hallenturnier in der ÖVB-Arena dabei sein.

Ist der Blick auch schon auf die kommenden Spielzeit gerichtet?

Wir stecken schon mittendrin in der Planung. Mit den Spielern haben wir schon Gespräche geführt und bereits 16 Zusagen bekommen. Auch Gespräche mit externen Spielern haben schon stattgefunden. In dieser Saison haben wir nämlich gemerkt, dass wir unseren Kader in der Breite verstärken müssen.

Nach dieser bisher starken Saison: Sorgt SFL Bremerhaven in der Region wieder für Gesprächsstoff?

In der Mannschaft und auch bei den Fans ist die Stimmung super. Kaum einer hat damit gerechnet, dass wir so erfolgreich mitmischen. Selbst beim Einkaufen werde ich schon auf die tollen Leistungen meiner Mannschaft angesprochen. Das macht mich richtig stolz. Bei uns ist auch ein stückweit Aufbruchstimmung zu spüren. Die Infrastruktur wächst, der Bagger rollt schon an und wird im Frühjahr unseren Ascheplatz in einen Kunstrasen umwandeln.

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