09. August 2019 / 20:57 Uhr

SFV-Präsident Hermann Winkler: „Zum Sport gehört auch mal ein Spruch“

SFV-Präsident Hermann Winkler: „Zum Sport gehört auch mal ein Spruch“

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Hermann Winkler beim Sommerfest des SFV: „Bei aller politischen Korrektheit: Der Sport braucht auch mal einen deftigen Spruch.“
Hermann Winkler beim Sommerfest des SFV: „Bei aller politischen Korrektheit: Der Sport braucht auch mal einen deftigen Spruch.“ © Sächsischer Fußball-Verband
Anzeige

Der Landesverband feiert Fußball-Sommerfest. Präsident Winkler bezieht auch Stellung zu Tönnies und Frahn.

Anzeige
Anzeige

Beim dritten Treffer in Folge spricht der Fußballer vom Hattrick, in diesem Fall darf aber auch der Begriff der guten Tradition fallen. Zum dritten Mal Anfang August begrüßte der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV) in der Abtnaundorfer Sportschule Egidius Braun Freitagabend jede Menge Prominenz des Fußballs, aber auch zahlreiche Ehrenamtliche und Förderer zum Sommerfest. Mildes Sommerwetter scheinen Hermann Winkler und seine Mitstreiter für diese Party abonniert zu haben – es fielen nur ein paar Nieseltropfen.

Winkler mahnt

Eingeladen hatte der Verband Vertreter aller 13 Kreismeister, um die Breite des Fußballs hinter dem Profigeschäft zu zeigen. Geehrt wurden die neun Sachsenmeister 2019 – darunter die Frauen des FC Phoenix Leipzig sowie die Herren von Winklers Heimatverein FC Grimma, der sogar schon die ersten drei Oberliga-Punkte auf dem Konto hat. Alle Landesmeister erhielten eine Taktiktafel sowie Freikarten für das U21-Länderspiel gegen Griechenland am 5. September in Zwickau.

In seiner Rede hob Winkler die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Er spielte aber auch darauf an, dass sich der Fußball zuletzt durch unbedachte Äußerungen und Handlungen der Herren Tönnies und Frahn in den Negativ-Schlagzeilen wiederfand. Winkler rechtfertigt das Duo keineswegs, mahnt aber an: „Bei aller politischen Korrektheit: Der Sport braucht auch mal einen deftigen Spruch. Der Fußball lebt von Emotionen. Und manch eine Äußerung auf dem Platz und der Tribüne entsteht aus der Emotion heraus.“ Die Öffentlichkeit solle hier und da den Ball auch mal flach halten und es nicht übertreiben, Spieler und Funktionäre an den Pranger zu stellen.

Mehr zum Fußball in Sachsen

Zahlreiche Ex-Fußballer

Konkret hatte Winkler im Fall Daniel Frahn bereits zuvor gesagt, dass die Entscheidung des CFC richtig sei. Dennoch habe er Daniel Frahn stets als Pfundskerl und einen Top-Stürmer kennengelernt, der auch RB über Jahre nach oben geschossen hat. Die derzeitige Krise in Chemnitz beobachte der SFV mit Sorge. „Uns ist besonders wichtig, dass das dortige Nachwuchsleistungszentrum nicht darunter leidet.“

Zu den Gästen des Sommerfestes gehörten zahlreiche ehemalige Top-Kicker wie Henning Frenzel, Udo Schmuck, Matthias Döschner, Damian Halata, Gert Heidler, Lutz Lindemann und Manfred Walter. All die Größen einzuladen und einzubinden ist dem Verband wichtig, damit man sich nicht in erster Linie zu Trauerfeiern wie jüngst bei Jörg Stübner trifft. Aus der Politik war etwa Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) dabei.

„Julian Nagelsmann fühlt sich wohl in Leipzig“

Im Talk mit Moderator René Kindermann plauderten Dynamo-Sportdirektor Ralf Minge und Ex-Nationaltorhüter Perry Bräutigam (RB Leipzig) aus dem Nähkästchen. Minge sagte zum schwachen Saisonstart: „Die emotionalen Ausschläge nach unten sollten nicht so häufig passieren. Eine Trainer-Entlassung wird es nicht geben, egal wie das Spiel gegen Dassendorf ausgeht. Ich erwarte auf jeden Fall eine Trotzreaktion der Mannschaft.“

Bräutigam ist für die neue RB-Saison zuversichtlich: „Julian Nagelsmann fühlt sich wohl in Leipzig, er hat die gesamte Familie mitgebracht. Und er hat eine hungrige Truppe, der er neue Impulse gibt.“

MDR-Moderator René Kindermann (r.) im Gespräch mit Ralf Minge (Mitte) und Perry Bräutigam.
MDR-Moderator René Kindermann (r.) im Gespräch mit Ralf Minge (Mitte) und Perry Bräutigam. © Sächsischer Fußball-Verband
Anzeige

Präsidentschaftsamt - Ehrenamt

Hermann Winkler befindet sich nach fast drei Jahrzehnten in der aktiven Politik – viele Jahre davon im EU-Parlament – gerade in der Phase der beruflichen Neuorientierung, nachdem der CDU-Mann die Wiederwahl nach Brüssel knapp verpasst hatte. „Ich genieße in diesem Sommer meine neu gewonnene Freiheit. Zudem war es mir wichtig, zunächst all meine Mitarbeiter unterzubekommen. Das ist so gut wie gelungen“, sagte der 56-Jährige. Er selbst sei nun dabei, sich im Bereich strategische Beratung und Wirtschaftsansiedlung selbstständig zu machen. „Ich möchte mich beruflich so verändern, dass ich meine Aufgaben im Fußball fortsetzen kann“, ergänzte der Grimmaer.

Winkler wolle nicht jammern, aber allzu oft höre er Stimmen, er sei ja über den Fußball abgesichert. „Viele sehen nicht, dass es sich um ein Ehrenamt handelt.“ Mehr als 100 Euro Aufwandsentschädigung pro Monat und 30 Euro Tagungsgeld bei DFB-Beratungen erhalte ein „Fußball-Landesfürst“ nicht – soll er auch nicht. Aber der Abend hat gezeigt, dass der SFV-Chef gut vernetzt ist.

Hier #GABFAF-Supporter werden

Wir kämpfen für den Amateurfußball! Trage Dich kostenlos ein und Du bekommst unseren exklusiven Newsletter mit allem, was den Amateurfußball in Deutschland bewegt. Außerdem kannst Du jeden Monat 2000 Euro Zuschuss für Deinen Verein gewinnen und entscheidest mit, wofür #GABFAF sich als nächstes einsetzt.

ANZEIGE: 50% auf dein Jako Herbst-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN