17. November 2021 / 13:01 Uhr

SFV-Spielplaner Volkmar Beier: Kein Training in Sachsen? „Dann ist der Sport tot“

SFV-Spielplaner Volkmar Beier: Kein Training in Sachsen? „Dann ist der Sport tot“

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Der SFV-Funktionär Volkmar Beier hofft, dass wenigstens weiter trainiert werden darf.
Der SFV-Funktionär Volkmar Beier hofft, dass wenigstens weiter trainiert werden darf. © Getty Images/NFV
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In Sachsen steht die Fußballwelt zum Großteil still, die aktuellen Regelungen lassen kaum Alternativen zu. Fußball-Funktionär Volkmar Beier fordert im SPORTBUZZER-Interview klare Regeln für den Amateuersport in der neuen Corona-Schutzverordnung des Freistaats.

Leipzig. Die Verantwortlichen des Sächsischen Fußballverband sehen trotz der aktuellen Spielpause die komplette Saison bislang nicht gefährdet. Das sagt Spielplaner Volkmar Beier im SPORTBUZZER-Interview. Er hofft nun auf explizite Regeln für den Sport in der neuen Corona-Verordnung. Wichtig sei, dass Training möglich bleibe, sonst „ist der Sport tot“.

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Herr Beier, wie groß sind die Sorgen, dass die Saison nicht sportlich zu Ende gebracht werden kann?

Wir sind momentan weit entfernt von einem etwaigen Abbruch. Wir peilen an, alle Spiele zu absolvieren. Uns bleiben noch knapp acht Monate, es gibt keinen Grund zur Panik.


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Das ändert nichts daran, dass vorerst nicht gespielt wird. Und angesichts der momentanen Zahlen deutet wenig darauf hin, dass sich das schnell ändert.

Wichtiger als der Spielbetrieb ist momentan auch, dass unter den entsprechenden Bedingungen weiter trainiert werden darf. Damit sind wir viel früher startklar für einen Re-Start. Das ist der große Unterschied zur siebenmonatigen Pause, die wir zwischen November 2020 und Mai 2021 hatten. Dürfen wir aber nicht trainieren, dann ist der Sport tot. Das darf also nie und nimmer wieder passieren.

Was erhoffen Sie sich also aus Verbandssicht?

Wir gehen fest davon aus, dass in der neuen Verordnung der Außensport spezieller geregelt wird, damit Sport im Freien möglich wird und nicht mehr als „privates Treffen“ gilt. Außerdem wünschen wir uns klare Begrifflichkeiten und Rechtssicherheit. Das ist meiner Meinung nach das Grundübel der derzeitigen Verordnung, dass sie keine klaren Regelungen zum Außensport enthält und das Ministerium Mannschaftssport stattdessen als „privates Treffen“ definiert.

Wie wichtig ist es, schnell wieder in den Spielbetrieb einzusteigen?

Wenn wir auf die Zahlen schauen, sehen wir, dass die Maßnahmen notwendig sind. Der Spielbetrieb tritt angesichts der Gesamtsituation in den Hintergrund. Der Gesundheitsschutz hat oberste Priorität und dazu sollte jeder seinen Beitrag leisten. Fest steht aber auch: Dort wo es die gesetzlichen Rahmenbedingungen erlauben, wollen wir die sich bietenden Möglichkeiten nutzen.

Immerhin der Nachwuchs unter 16 Jahre darf noch spielen.

Das ist grundsätzlich sehr gut, aber auch hier müssen ja Erwachsene hinzugezogen werden, als Trainer und Betreuer. Das bedeutet einen bürokratischen Mehraufwand, weil der Impfstatus abgefragt werden muss. Und außerdem kommen wir zunehmend in eine Jahreszeit, in der Training und Spiele für den Nachwuchs draußen immer weniger möglich sein werden. Für die Halle müssen wir schauen, welche Regeln zukünftig dort gelten.

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Denken wir mal pessimistisch und es folgt die nächste monatelange Zwangspause. Welche Szenarien sind dann denkbar?

Meiner Meinung nach ist es verfrüht, solche Spekulationen anzustellen. Nochmal: Unser Ziel bleibt, die Saison vollständig zu absolvieren. Ich hoffe, dass wir nicht zum dritten Mal hintereinander eine Sonderregelung finden müssen. Grundsätzlich aber gilt: Wenn wenigstens 75 Prozent der Mannschaften mindestens die Hälfte der Spiele absolviert haben, ist eine Wertung bei einem pandemisch-bedingten Abbruch möglich.