05. Juli 2020 / 15:45 Uhr

Aufstieg aus der Not heraus: SG 05 Ronnenberg macht ihre Reserve zur 1. Herren

Aufstieg aus der Not heraus: SG 05 Ronnenberg macht ihre Reserve zur 1. Herren

Maximilian Bosse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Zweite wird die Erste sein: Henning Lüders (eingeklinkt) kämpft mit seiner Mannschaft künftig in der Kreisliga um Punkte.
Die Zweite wird die Erste sein: Henning Lüders (eingeklinkt) kämpft mit seiner Mannschaft künftig in der Kreisliga um Punkte. © Dennis Michelmann/Stefan Zwing
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Weil etliche Spieler unerwartet die SG 05 Ronnenberg verlassen, macht der Verein die Reserve zur neuen Erstvertretung. Diese ist in der 1. Kreisklasse 3 Meister geworden, hätte aber nicht aufsteigen dürfen, da die 1. Herren bereits in der Kreisliga beheimatet ist. So steigt das Team nun aber doch auf.

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Nicht nur die Corona-Pandemie hat bei der SG 05 Ronnenberg für radikale Einschränkungen gesorgt. Der Schock saß bei vielen Spielern tief, als Cheftrainer Benjamin Ullrich Anfang des Jahres verkündet hatte, sich nach der Saison in Richtung Niedersachsen Döhren zu verabschieden. Drei Akteure schlossen sich Ullrichs Vorhaben noch in der Winterpause an. Es kam noch schlimmer: Ein Großteil der SG-05-Kicker sagte dem Verein für die nächste Spielzeit ab.

Zwischenzeitlich bestand der Kader für 2020/21 nur noch aus acht Mann. Eine Auflösung des Teams schien realistisch. Solidarität mit dem Klub schien ein Fremdwort für diejenigen zu sein, die in der schweren Phase schnell das Weite gesucht hatten.

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Nach Ullrichs Bekanntgabe hatte der Verein mit Ricardo Díaz García, zuvor beim FC Springe, schon einen Ersatz für die nächste Saison gefunden – eigentlich. „Er hat Gespräche mit den Spielern wegen ihrer Zukunft geführt. Ein paar haben direkt gesagt, dass sie gehen. Andere haben ziemlich schwammig reagiert und keine feste Aussage getroffen“, sagt Hendrik Garbe, der seit dem Winter das Trikot der SG 05 trägt. Letztlich verließen auch die zuvor Unentschlossenen die Calenberger.

Und dann gab es noch die Gruppe, die erst zugesagt und sich in der Folge doch anderweitig entschieden hat. Díaz García entschied sich aufgrund der völlig veränderten Personallage, das Traineramt nicht anzutreten. Als wäre die Corona-Zeit nicht schon schwierig genug, mussten sich die Ronnenberger Verantwortlichen einer weiteren großen Gefahr stellen. Ein völlig ungewohntes Bild beim eigentlich solide geführten Kreisligisten mit Bezirksambition.

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Die Lösung des Problems hat der Vorstand nun in der meisterlichen Reserve der Ronnenberger gefunden. Die Zweitvertretung von Spielertrainer Henning Lüders ist auf Platz eins der 1. Kreisklasse 3 gelandet, durfte aber nicht aufsteigen, da die Erste in der Kreisliga um Punkte kämpft.

„Eine Vorstandssitzung hat ziemlich schnell ergeben, dass die Zweite einfach zur Ersten wird“, sagt Lüders. Spartenleiter Gerrit Sander erklärt die glückliche Fügung: „Die zweite Herrenmannschaft, die nach dem Abbruch der Saison als Staffelmeister der 1. Kreisklasse 3 das theoretische Startrecht für die Kreisliga erreicht hatte, kann nun tatsächlich in der höheren Spielklasse antreten.“

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Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  ©

Lüders zieht fast die gesamte Mannschaft hoch in die Kreisliga. „Dass sie das Zeug dazu haben, hat die vergangene Spielzeit ausdrücklich bewiesen“, sagt er. Mit dem aus dem Kader der ursprünglichen Ersten verbliebenen Spielern sowie den Kickern der Reserve steht ein Aufgebot von fast 30 Mann zur Verfügung. Christian Schellhase wird dem Trainerteam aber nicht mehr zur Verfügung stehen. „Wir werden ihn schmerzlich vermissen“, sagt Lüders.

Kevin Umlauf kehrt zurück

Durch den Umbruch wird das Saisonziel angepasst werden. Der Aufstieg in die Bezirksliga wird diesmal nicht anvisiert. Man werde erstmal versuchen, über den Kampf und nicht das Spielerische zu kommen. Als Neuzugänge stehen Tom Kaufmann (eigene Jugend), Rückkehrer Kevin Umlauf sowie Leif Ossevorth vom TuS Norderney fest.

Oberste Priorität habe für den Coach jedoch, die positive Stimmung in der Mannschaft aufrechtzuerhalten. „Wir sind eigentlich eher eine Spaßtruppe. Uns ist vor allem auch das, was abseits des Platzes passiert sehr wichtig“, sagt der Spielertrainer. Der Teamgeist wird beim Abenteuer Kreisliga vorhanden sein.