28. August 2020 / 09:16 Uhr

Nach Feuer im Vereinsheim: "Wir sind überwältigt von der Solidarität"

Nach Feuer im Vereinsheim: "Wir sind überwältigt von der Solidarität"

Anna Schill
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Feuer, Rauch und Löschschaum hinterlassen Spuren im Klubheim der SG Lichtenow-Kagel.
Feuer, Rauch und Löschschaum hinterlassen Spuren im Klubheim der SG Lichtenow-Kagel. © Verein
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Ein nächtlicher Brand hat das Gebäude der SG Lichtenow-Kagel (Brandenburg) unbrauchbar gemacht. Es war vermutlich Brandstiftung. Wenige Tage später blicken die Verantwortlichen schon wieder nach vorne - auch dank der riesigen Unterstützung von Nachbarn, Handwerkern und anderen Vereinen.

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Rund zehn Tage nach dem verheerenden Brand sitzt der Schock immer noch tief: "Unser sozialer Treffpunkt ist kaputt", sagt Tobias Rischk, Spieler in der ersten Herrenmannschaft der SG Lichtenow-Kagel.

In der Nacht zum 18. August hatte ein Nachbar zunächst Lärm gehört, einen Einbruch vermutet und die Polizei gerufen. Als kurz danach ein heller Lichtschein zu sehen war, rief er auch die Feuerwehr. Die Polizisten waren zuerst am Vereinsheim und rückten dem Brand mit Feuerlöschern zu Leibe. Die Brandursache ist offiziell noch unklar, aber vieles deutet auf Brandstiftung hin.

Das Gebäude steht noch, ist aber durch das Feuer unbrauchbar geworden. Überall ist Ruß. Die Wasser- und Stromversorgung ist hin. Pokale, Trikotsätze, Bälle, Einrichtung - alles zerstört.

Das Feuer hat die Spiel- und Trainingsausrüstung zerstört.
Das Feuer hat die Spiel- und Trainingsausrüstung zerstört. © Verein

Als der erste Schock verdaut war, begannen die Aufräumarbeiten, die Umorganisation der Spiele und das Einsammeln von Spenden. Oberste Priorität hatte die Wasserversorgung. Die Plätze sind zwar vom Feuer nicht betroffen, würden aber ohne Bewässerung schnell kaputt gehen.

Nur noch Auswärtsspiele

Da es ohne Vereinsheim auch keine Duschen oder Umkleiden gibt, wurden sämtliche Spiele auf die Plätze der Gegner verlegt. Die SG Lichtenow-Kagel hat neun Mannschaften.

Doch in der ganzen Katastrophe gibt es auch Dinge, die Hoffnung machen. Binnen kurzer Zeit kamen viele Hilfsangebote von Nachbarn, Fans, befreundeten Vereinen und Firmen aus der Region. Ligakonkurrenten stellten bei ihren Testspielen Sammelboxen für die SG auf. Handwerker halfen bei den Reparaturen. Und wildfremde Menschen gaben Tipps, wo man Spendengelder beantragen kann.

„Wir waren überwältigt von der Welle der Solidarität“, sagt Rischk. Als die Bambinis ihr erstes Spiel nach dem Brand austragen, kamen mehr Zuschauer als sonst. „Der Zusammenhalt war spürbar.“

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Was wird aus dem "Projekt Neubau"?

Welche Kosten von der Versicherung getragen werden und worauf der Verein letztlich sitzen bleibt, ist noch unklar. Auch, welche Auswirkungen der Brand auf das wichtigste Projekt des Verein hat. Denn eigentlich sollten im nächsten Jahr die Bauarbeiten für ein komplett neues Vereinsheim beginnen. Ob es dazu kommt, steht jetzt in den Sternen. „Wir müssen das Gebäude wieder so schnell wie möglich fit bekommen“, sagt Tobias Rischk.

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Spendenkonto

Der Klub hat ein Spendenkonto eingerichtet. Was dort eingeht, soll für den Kauf neuer Leibchen, Bälle, Trikots und anderer Trainingsmaterialien verwenden werden:

IBAN DE48 1705 5050 1000 4046 64
BIC: WELADED1LOS
Bank: Sparkasse Oder-Spree
Verwendungszweck: Spende Brand Vereinsheim