18. September 2020 / 16:43 Uhr

Corona-Sorge: Kreisklasse-Team hält Abstand vom Gegner – und verliert 0:37

Corona-Sorge: Kreisklasse-Team hält Abstand vom Gegner – und verliert 0:37

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das ist das Vereinsgelände des SV Germania Ripdorf - hier spielte die SG Ripdorf/Molzen gegen den SV Holdenstedt - und verlor 0:37
Das ist das Vereinsgelände des SV Germania Ripdorf - hier spielte die SG Ripdorf/Molzen gegen den SV Holdenstedt - und verlor 0:37 © Privat/Patrick Ristow
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Weil Spieler des SV Holdenstedt II Kontakt zu einem Infizierten hatten, wollte die SG Ripdorf/Molzen II die Partie verschieben. Gegner und Verband spielten nicht mit. Da entschied sich die SG für ein Minimalaufgebot.

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"Wir wussten schon einige Tage vor dem Spiel, dass die Holdenstedter Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten", sagt Patrick Ristow, zweiter Vorsitzender von Germania Ripdorf (Niedersachsen). Auch wenn die Tests negativ ausfielen: Es waren noch keine 14 Tage vergangen.

Den Spielern aus den Uelzener Ortsteilen war das zu heikel. Um kein Risiko einzugehen, baten sie um Verschiebung der Partie. Doch der Gegner lehnte ab. Weil eine Verschiebung ohne dessen Einverständnis nicht möglich ist, musste die SG spielen, um keine Geldstrafe vom Verband zu bekommen.

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Die SG trat deshalb an. Aber nur mit sieben Spielern, die passiv am Spielgeschehen teilnehmen und keinen Widerstand zeigen. Der SV Holdenstedt II konnte weitgehend unbehelligt spielen und erzielte 37 Tore. Allein Mark Müller traf achtmal.

"Wir hätten uns dann doch ein wenig Rücksicht gewünscht"

"Einerseits können wir das Verhalten vom Verband und vom Gegner nachvollziehen, andererseits hätten wir uns dann doch ein wenig Rücksicht gewünscht", sagt Ristow. Das Verhältnis beider Klubs sei aber nicht schlechter geworden. "Wir kennen den Holdenstedter gut und wollen ihnen deswegen keine Vorwürfe machen. So richtig Schuld an der ganzen Sache ist eigentlich niemand."

Mit Blick auf die kommenden Spiele zeigt sich Patrick Ristow aber gelassen. "Ich bin mir sicher, dass die nächsten Spiele wieder normal stattfinden können." Aktuell trainiere man noch in Gruppen. Die sieben Spieler, die am Sonntag auf dem Platz standen, bleiben aber erstmal zu Hause. "Wir werden auch die nächsten zwei Wochen vorsichtig sein."