13. Juli 2020 / 00:14 Uhr

SHFV plant die zweigeteilte Oberliga

SHFV plant die zweigeteilte Oberliga

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Am 7. März endete für den TSV Bordesholm die coronabedingt abgebroche Oberliga-Spielzeit beim 7:0 gegen Frisia Lindholm auf Tabellenplatz acht. Bei einer regionalen 9er-Einteilung wäre Bordesholm ein Kandidat für die Nordstaffel.
Am 7. März endete für den TSV Bordesholm die coronabedingt abgebroche Oberliga-Spielzeit beim 7:0 gegen Frisia Lindholm auf Tabellenplatz acht. Bei einer regionalen 9er-Einteilung wäre Bordesholm ein Kandidat für die Nordstaffel. © Reinhard Gusner
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Wie und wann geht es in der Fußball-Oberliga weiter? Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) legt den Oberligisten jetzt zwei Konzepte für eine zweigeteilte höchste Landesspielklasse mit jeweils neun Teams mit Hin- und Rückspiel vor: Eine Einteilung auf der Basis regionaler Gesichtspunkte steht ebenso zur Diskussion wie eine auf Grundlage der Endplatzierungen der Vorsaison.

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Gestartet werden soll entweder am 12./13. September oder alternativ am 3./4. Oktober. Vom Tisch ist (nahezu) das Modell einer Oberliga mit 18 Mannschaften. „Wenn die Vereine es wünschen, können wir auch mit 18 Teams und Hin- sowie Rückspielen planen, aber dafür müssten wir zum Start Englische Wochen spielen. Spiele unter Flutlicht sind wochentags im September und Oktober nicht bei allen Vereinen möglich“, gibt der Vorsitzende des SHFV-Herrenspielausschuss, Klaus Schneider, zu Bedenken.

Bei einer Zweiteilung wird die Saison nach der Vorrunde (16 Spiele bei neun Teams) mit einer Auf- bzw. Abstiegsrunde fortgesetzt. Für die Aufstiegsrunde qualifizieren sich jeweils die ersten vier Teams jeder Gruppe, alle weiteren Mannschaften spielen in der Abstiegsrunde. Die Ergebnisse, die in der Vorrunde gegen Teams erzielt wurden, die sich für die gleiche weiterführende Runde qualifizieren, werden mitgenommen. Offen ist, wie die Liga-Zweiteilung vorgenommen werden soll. Dazu sollen die Oberligisten bis zum Mittwoch, 15. Juli, ihr Feedback geben. Die regionale Einteilung erfolgt mit der im Verband erprobten Software, die bisher für die beiden Landesligen und vier Verbandsligen angewendet wurde.

Kurze Wege oder doch die Tabelle ?

Regionale Einteilung

Staffel 1 (Nord): Eckernförder SV, Husumer SV, Inter Türkspor Kiel, SC Weiche Flensburg 08 II, SV Frisia 03 Risum-Lindholm, TSB Flensburg, TSV Altenholz, TSV Bordesholm, TSV Kronshagen.

Staffel 2 (Süd): Eutin 08, Dornbreite Lübeck, Oldenburger SV, PSV Neumünster, SV Eichede, SV Preußen Reinfeld, SV Todesfelde, TSV Pansdorf, VfB Lübeck II.

Nach Abschlusstabelle

PSV Neumünster, TSV Pansdorf und der VfB Lübeck II würden anstatt SC Weiche Flensburg 08 II, Frisia Risum-Lindholm und TSV Altenholz in die Staffel 1 rutschen.

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Bei der Zuteilung nach Abschlussplatzierung würden alle Teams, die in der abgelaufenen Saison einen geraden Tabellenplatz belegten in Staffel 1 rutschen, alle ungeraden (also z.B. der Oberliga-Meister Todesfelde) in Staffel zwei. „Die Variante nach Platzierungen ist nicht gerecht“, bemängelt Eutins Coach Dennis Jaacks und verweist darauf, dass mit Regionalliga-Aufsteiger Phönix Lübeck der Zweite ebenso wenig in der kommende Saison starten wird wie der TSV Kropp (15.), der nicht gemeldet hat. Das bedeutet, wenn man die Lücken nicht von unten auffüllt, dass die Liga der „ungeraden“ Klubs von den Positionen 1 und 3 angeführt wird und die „schwache“ 15 verliert, während TSB Flensburg als Abschluss-Vierter Top-Team der „geraden“ Staffel wäre.

Türkspor-Manager Berkant Özel: „Kürzere Strecken, attraktive Gegner und vielleicht ist die Nordstaffel auch etwas leichter.“

Eutin 08-Trainer Jaacks präferiert das regionale Modell, fügt aber an, dass ihm eine Saison mit 18 Teams am liebsten wäre. Auch Inter Manager Berkant Özel setzt auf die regionale Variante: „Kürzere Strecken, attraktive Gegner und vielleicht ist die Nordstaffel auch etwas leichter.“ Eckernfördes Coach Maik Haberlag spricht sich ebenfalls für die regionale Lösung aus, sagt aber: „Viel wichtiger ist, dass es im September losgeht.“ Andre Lüneburg, Pressesprecher des PSV Neumünster, sagt mit Blick auf die Varianten: „Die Nordliga wäre eventuell leichter, die Südliga dafür attraktiver. Uns käme das Modell nach Abschlussplatzierung womöglich entgegen.“