08. Oktober 2019 / 21:32 Uhr

Shkodran Mustafi wehrt sich gegen Kritiker: "So ein Chaos habe ich noch nie erlebt"

Shkodran Mustafi wehrt sich gegen Kritiker: "So ein Chaos habe ich noch nie erlebt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oft im Zentrum der Kritik: Weltmeister Skhodran Mustafi vom FC Arsenal wurde in einer Online-Umfrage der Marca gerade zum zweitschlechtesten Verteidiger der Welt gewählt.
Oft im Zentrum der Kritik: Weltmeister Skhodran Mustafi vom FC Arsenal wurde in einer Online-Umfrage der "Marca" gerade zum zweitschlechtesten Verteidiger der Welt gewählt. © Getty
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Beim FC Arsenal ist der deutsche Weltmeister Shkodran Mustafi nur noch Ersatz - nach einem schwachen Jahr. In einem Interview mit dem "Spiegel" holt der Innenverteidiger zum Schlag gegen seine Kritiker aus und erklärt, was er von seinem Ruf als "König der Patzer" hält.

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Er wurde gemeinsam mit Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und Toni Kroos Weltmeister - einen anderen Titel verpasste Shkodran Mustafi vom FC Arsenal dagegen knapp. Allerdings dürfte er darüber nicht traurig sein, die spanische Zeitung Marca fragte ihre User schließlich nach dem schlechtesten Verteidiger der Welt. Mustafi, der sehr schwache Monate hinter sich hat und seinen Platz im Aufgebot des Premier-League-Klubs verlor, wurde von 150.000 Menschen auf den zweiten Platz gewählt - hinter Phil Jones von Manchester United, der den zweifelhaften Titel "einfuhr".

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Mustafi gibt sich selbstkritisch und mahnt: "Die Kritik ist eskaliert"

Über derart derbe Kritik sieht Mustafi sich zwar grundsätzlich erhaben, wie der ehemalige Nationalspieler in einem Interview des Spiegel erklärte. Ganz kalt lässt der Spott den 27-Jährigen allerdings nicht, der 2016 für immerhin 40 Millionen Euro vom FC Valencia nach London gewechselt war. "In den ersten beiden Jahren nach meinem Wechsel zum FC Arsenal 2016 lief es sehr gut für mich. Ich habe mich als Leistungsträger gesehen", erklärte Mustafi. "Aber kurz nach Weihnachten 2018 gab es einen Knick. Mir sind ein paar Fehler unterlaufen, und die haben ein Chaos ausgelöst, das ich so noch nie erlebt hatte."

Mustafi spielt auf die Partie beim FC Liverpool an. Arsenal verlor mit 1:5, ging in Anfield regelrecht unter. Mustafi stand in der Startformation - obwohl er nach wochenlanger Verletzungspause zuvor nicht trainiert hatte. Mustafi: "Zur Halbzeitpause stand es 1:4, ich sah ein paar Mal nicht gut aus und habe mich wieder verletzt. Danach bekam ich bei Instagram und Twitter extrem viele negative Kommentare von Arsenal-Fans." Damit nicht genug: In den folgenden Wochen häuften sich die Patzer, die Kritik an seiner Person wurde immer lauter.

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Er sei "selbstkritisch genug, um zu erkennen, dass ich diese Fehler gemacht habe", betonte Mustafi. "Aber die Kritik ist eskaliert und irrational geworden. Ich bin zur Zielscheibe geworden." Die Fans hätten ihn sogar für Niederlagen verantwortlich gemacht, "bei denen ich gar nicht gespielt hatte", sagte der Innenverteidiger, der sich laut Arsenal-Trainer Unai Emery einen neuen Verein suchen darf.

Mustafi kritisiert Ex-Profi Petit und sagt: "Der Fußball ist unmenschlicher geworden"

Nach Wochen des "Irrsinns" (Mustafi) geht der Abwehrspieler nun teilweise zur Gegenoffensive über. Den früheren Arsenal-Star Emmanuel Petit, der den Deutschen als "König der Patzer" betitelt hatte, griff Mustafi scharf an. "*Früher hätte das vielleicht einen Tag in der Zeitung gestanden und dann hätten es die Leute vergessen. Heute steht es im Internet und wird mich für den Rest meiner Karriere verfolgen"*, grollte der Weltmeister von 2014 und schob bissig hinterher: "Eigentlich sollten ehemalige Spieler wie Petit es nicht nötig haben, sich zu profilieren, indem sie über aktuelle Spieler herablassende Kommentare abgeben..."

Der Fußball sei "unmenschlicher geworden", sagte Mustafi, der auch die sozialen Medien dafür verantwortlich macht. "Wenn es nicht mehr um den Sport geht, sondern nur noch darum, jemanden zu diskreditieren, um selbst viele Likes zu kriegen, dann ist sie überschritten. Ich würde mir wünschen, dass es in Zukunft mehr Restriktionen gibt", betonte der ehemalige HSV-Spieler, der auch schon in Italien und Spanien aktiv war.

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