20. Juli 2021 / 09:34 Uhr

Showdown um Kohlrabizirkus: IceFighters und Eissport in Leipzig vor wegweisender Entscheidung 

Showdown um Kohlrabizirkus: IceFighters und Eissport in Leipzig vor wegweisender Entscheidung 

Stephanie Riedel
Leipziger Volkszeitung
Ansichten vom Kohlrabizirkus in Leipzig.
Foto: Andre Kempner
Foto: Andre Kempner
Am Mittwoch entscheidet sich die Zukunft des Kohlrabizirkus. © Andre Kempner
Anzeige

Können die IceFighters Leipzig endlich den Fokus auf das rein Sportliche der schnellsten Mannschaftssportart der Welt legen? Seit Beginn der Saison 2018/19 ist der „Eisdom im Kohlrabizirkus“ die Heimspielstätte des Oberligisten. Am Mittwoch entscheidet der Stadtrat über den Kauf des Objekts und womöglich über die Zukunft des hiesigen Sports auf dem Eis.

Anzeige

Leipzig. Ende gut, alles gut? Die seit ewigen Zeiten diskutierte Frage „Braucht Leipzig eine Eishalle?“ kann am Mittwoch beantwortet werden. Mit Spannung erwarten die IceFighters Leipzig eine zukunftsträchtige Entscheidung des Stadtrats. Der beschließt, ob die Heimspielstätte der Eiskämpfer in kommunale Hände fällt. Fakt ist: Der Eigentümer Vicus AG will den altehrwürdigen Komplex Kohlrabizirkus verkaufen. Die Stadt will für einen zweistelligen Millionenbetrag kaufen.

Anzeige

Kufenerlebnis für alle Leipziger

„Sollte es klappen, dann ist es ein Meilenstein“, sagt IceFighters-Geschäftsführer Sven Gerike. Das würde eine Menge positive Energie freisetzen, die in den letzten zehn Jahren verbraten worden sei. Heißt: ein Ende der dauernden Existenzkämpfe und Konzentration auf das rein Sportliche. Gerike wolle die Weiter­entwicklung seiner Kufencracks zukünftig auf ein anderes Level heben. „In Richtung zweite Liga! Das soll die logische Konsequenz werden“, so der 44-Jährige.

Mehr zu IceFighters Leipzig

Der positive Nebeneffekt: Der Eishockey-Standort Leipzig wäre auch für den Breiten- und Freizeitsport gesichert. Gerike stellt auch klar: „Es geht um die Eishalle, um die Basis.“ Das Projekt sei vornehmlich für die ganze Bevölkerung wichtig, erklärt der IceFighters-Boss. „Wir sind eine Spielbetreibergesellschaft und können mit unseren Geldern nicht Nachwuchs und den öffentlichen Bedarf subventionieren.“ Ein Kufenerlebnis solle den Leipzigern schließlich geboten werden. Das sieht auch Sportbürgermeister Heiko Rosenthal so, der auf große Zustimmung im Stadtrat hofft: „Sport ist eben nicht nur Organisation, sondern auch Emotion. Es geht vorliegend auch um den öffentlichen Lauf für alle Leipziger.“

Kontakt mit DEB

Gerike und der Vorstand des Leipziger Eissport-Clubs (LEC) haben einen Ritt durch die Fraktionen hinter sich, um offene Fragen zu beantworten. Die kommunalen Politiker seien sich einig, dass eine Eishalle per se keine Frage sei. „Es gebe noch Redebedarf zum Kaufpreis und die Nutzungspläne betreffend“, erklärt Gerike. Vicus-Chef Michael Klemmer hat nach einem möglichen Erwerb durch die Kommune weiterhin seine langfristige Unterstützung für den Eissport in Leipzig zugesichert – durch Sponsoring und Sachleistungen

Nun wird am Mittwoch öffentlich abgestimmt. Eine einfache Mehrheit reicht für den Beschluss. Bei einer Zustimmung erhalten die Icefighters einen Mietvertrag, bis die Stadt Eigner der heiligen Eishalle ist. Die Kommune sei dazu auch in Kontakt mit dem Deutschen Eishockey Bund (DEB). „Rechtskräftige Verträge sind wohl erst Anfang des kommenden Jahres in Sack und Tüten.“ Wenn der Beschluss schiefläuft, „dann steht das Thema Eissport und Eishockey wieder auf dem Spiel“, so Gerike.