17. März 2021 / 19:18 Uhr

Sicherer Rückhalt für Thomas Tuchel: Edouard Mendy ist der Spieler der Stunde beim FC Chelsea

Sicherer Rückhalt für Thomas Tuchel: Edouard Mendy ist der Spieler der Stunde beim FC Chelsea

Dennis Ebbecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Tuchels sicherer Rückhalt: Chelsea-Keeper Edouard Mendy.
Tuchels sicherer Rückhalt: Chelsea-Keeper Edouard Mendy. © IMAGO/PA Images, Montage
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Der FC Chelsea kann am Mittwochabend ins Viertelfinale der Champions League einziehen. Wieder einmal wird dann Keeper Edouard Mendy im Blickpunkt stehen, der bisher mehr Spiele zu Null spielte, als er Gegentore bekam.

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Der FC Chelsea kassiert im Schnitt 0,68 Gegentore pro Premier-League-Spiel - seit ein gewisser Edouard Mendy, der im September 2020 von Stade Rennes gekommen war, das Tor der "Blues" hütet. Zum Vergleich: In der gesamten Saison 2019/20 musste das aktuelle Team von Trainer Thomas Tuchel 54 Liga-Gegentore hinnehmen - das entspricht einem Durchschnitt von 1,42 Gegentreffern pro Spiel. Man sollte also meinen, dass Mendy beim FC Chelsea eine Menge Fürsprecher hat, schließlich ist er sowas wie der Hauptverantwortliche für die defensive Stabilität.

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Dennoch werden Namen wie Gianluigi Donnarumma (AC Mailand) oder Dean Henderson (Nummer zwei bei Manchester United hinter David de Gea) Blick auf einen möglichen Sommer-Transfer gehandelt. Die Frage, die sich viele Beobachter dieser Tage stellen, lautet: Warum eigentlich? Der FC Chelsea, der am Mittwoch mit einem 1:0-Vorsprung in das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atlético Madrid (21 Uhr) gehen wird, hat einen starken Rückhalt zwischen den Pfosten - und das nicht erst seit Tuchels Amtsantritt, der als Trainer des Premier-League-Klubs noch keine Partie verloren hat.

Die Zahlen belegen, das Mendy für die gegnerischen Stürmer nur schwer zu überwinden ist. Beim torlosen Remis am vergangenen Samstag in Leeds behielt der Franzose wettbewerbsübergreifend zum 19. Mal in dieser Saison eine "weiße Weste". In seinen 31 Spielen im Chelsea-Trikot kassierte er gerade einmal 18 Gegentore, davon fielen 14 in der Liga.



Mendy hat Rekordmann Kepa verdrängt

Bedenkt man, dass die Nummer eins von der Stamford Bridge mit 29 Jahren noch im besten Torwartalter ist, scheint es keinen Grund zu geben, an seinem Status etwas zu ändern - zumal er vereinsintern mit dem Spanier Kepa einen Rekordmann auf die Bank verwies. Während Kepa den Klub die für einen Keeper astronomisch hohe Ablösesumme von 80 Millionen Euro gekostet hatte, mussten die "Blues" für Mendy "nur" 24 Millionen Euro auf den Tisch legen. Ein Schnäppchen, stellt man Kosten und Ertrag in Relation.

Die Verpflichtung von Ex-PSG-Coach Tuchel scheint Mendy weiteren Auftrieb gegeben zu haben. "Der Trainer gibt allen Spielern Selbstvertrauen. Er zeigt, wenn ihm etwas gefällt. Wenn du auf dem Platz gut bist, jeden Tag im Training und in den Spielen, pusht er dich. Er bleibt positiv, aber er zeigt auch seine Entschlossenheit, was gut für mich und das Team ist", lobt der Torwart den deutschen Übungsleiter.

Tuchel lobt Mendy

Der große Respekt scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen: Nach dem zuweilen schmeichelhaften Unentschieden bei Leeds United ernannte Tuchel den 29-jährigen Schlussmann kurzerhand zum "Retter". Dennoch war die Verwunderung groß, als im Februar plötzlich Kepa nicht nur - wie zuvor vereinbart - im FA Cup gegen Barnsley das Tor hütete, sondern auch im drarauffolgenden Ligaspiel gegen Newcastle. Der Spanier hielt in beiden Begegnungen sogar die Null, musste sich anschließend dennoch wieder hinter Mendy einreihen, wie Tuchel bekräftigte: "Edouard ist die Nummer eins, so bleibt es auch. Ich bin sehr glücklich, dass Kepa zum zweiten Mal torlos blieb. Es war der richtige Moment, um ihn den Rhythmus spüren zu lassen und sein Selbstvertrauen aufzubauen."

Von Huth bis Werner: Deutsche beim FC Chelsea

Die Deutschen beim FC Chelsea: Eine Geschichte mit gemischten Ergebnissen, wie der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt. Zur Galerie
Die Deutschen beim FC Chelsea: Eine Geschichte mit gemischten Ergebnissen, wie der SPORTBUZZER zeigt. ©

Es ist davon auszugehen, dass Chelsea auch mit Blick auf die kommende Saison eine Menge Geld in die Hand nehmen wird, um die Dominanz von Manchester City einzudämmen. Die Verantwortlichen werden abwägen müssen, ob tatsächlich auf der Torwartposition Handlungsbedarf besteht - insbesondere im Vergleich zum defensiven Mittelfeld oder der Sturm-Abteilung um Timo Werner und Co. Diese lasst ander als Mendy nämlich aktuell nur selten Taten sprechen.

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