07. April 2014 / 15:36 Uhr

Sicherheit im Leipziger Fußball: 10.000 Beamte bei Lok, RB, Chemie und SGS im Einsatz

Sicherheit im Leipziger Fußball: 10.000 Beamte bei Lok, RB, Chemie und SGS im Einsatz

Matthias Puppe
SPORTBUZZER-Nutzer
Sicherheit im Leipziger Fußball: 10.000 Beamte bei Lok, RB, Chemie und SGS im Einsatz USER-BEITRAG
Sicherheit im Leipziger Fußball: 10.000 Beamte bei Lok, RB, Chemie und SGS im Einsatz © Bei den populären Leipziger Fußballvereinen geht nicht viel ohne Polizei.
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Spitzenreiter hinsichtlich des Bedarfs an Polizeikräften waren in den vergangenen 15 Monaten die Rasenballsportler.

Leipzig. Bei den Spielen von Leipzigs beliebtesten Fußballvereinen waren in den vergangenen 15 Monaten mehr als 10.000 Polizisten im Einsatz. Das geht aus einer Statistik des sächsischen Innenministeriums hervor. Die von der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Linke) angeforderten Informationen enthalten alle Spiele zwischen Januar 2013 und dem 16. März 2014 im Freistaat, bei denen mindestens ein Polizei-Einsatzzug und somit 30 Beamten dabei war. Neben den Partien der Bundesligisten aus Dresden und Aue sind so auch alle von RB Leipzig sowie zahlreiche von 1. FC Lokomotive, BSG Chemie und SG Sachsen aufgelistet.

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Größter Sicherheitsaufwand bei RB Leipzig – 45.000 Einsatzstunden der Polizei

Spitzenreiter hinsichtlich des Bedarfs an Polizeikräften waren dabei die Rasenballsportler vom Cottaweg. Bei 32 registrierten Partien der Roten Bullen leisteten knapp 8000 Beamte mehr als 45.000 Arbeitsstunden. Das entspricht durchschnittlich 250 Polizisten pro Spiel. Vor allem die beiden Stadtderbys gegen Lok Leipzig im Mai und Oktober 2013 mit jeweils mehr als 600 Beamten, die Duelle gegen Magdeburg und Chemnitz (ebenfalls 600 Polizisten), das Heimspiel gegen den HFC mit mehr als 800 Beamten sowie der Drittliga-Knaller gegen Hansa Rostock im November, bei dem 1100 Beamte mehr als 8000 Arbeitsstunden leisteten, ragen hier heraus.

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Gefolgt wird RB auch in dieser Statistik vom einstigen Europapokal-Finalisten 1. FC Lokomotive. Die Blau-Gelben benötigten bei insgesamt 30 Spielen Unterstützung von knapp 4000 Beamten, die 21.000 Arbeitsstunden abgeleistet haben. Pro Spiel standen somit gut 130 Polizisten bereit, um Ungemach zu verhindern. Neben den beiden schon genannten Stadtderbys ragt hier vor das Heimspiel gegen den FSV Zwickau im März 2013 heraus, das von 600 Beamten abgesichert wurde.

Bei den Leutzscher Rivalen im einst meisterlichen Kunze-Sportpark hat derzeit sportlich die SG Sachsen die Nase vorn. Angesichts der deutlich größeren Fanschar hinter der BSG Chemie sind hier allerdings auch mehr Polizisten zur Absicherung dabei. Insgesamt 1250 Beamte begleiteten die 17 registrierten Partien der BSG und leisteten dabei 6136 Arbeitsstunden zwischen Landes- und Bezirksliga – durchschnittlich 73 pro Partie. Bei Auswärtsspielen werden die Chemiker oft von mehr als 100 Polizisten begleitet, so in Eilenburg im April und in Bad Lausick im vergangenen Oktober. Die Spiele der SG Sachsen erforderten in sechs Fällen Polizeikräfte in größerem Maße, auch hier jeweils vor allem auswärts. Insgesamt 285 Beamte begleiteten die Sachsen seit Januar 2013, durchschnittlich 47 pro Spiel.

Festnahmen bei Spielen von Lok und RB – Gewalt-Potential bis in die unteren Ligen

Insgesamt 48 Personen mussten in den vergangenen 15 Monaten bei Partien mit Leipziger Beteiligung in Gewahrsam oder sogar vorübergehend festgenommen werden. Allein 29 Mal klickten die Handschellen beim Spiel VFC Plauen gegen Lok Leipzig am 25. Mai 2013. Elf Fußballfans wurden beim Spiel RB Leipzig gegen Hansa Rostock notgedrungen aus dem Verkehr gezogen, so die Statistik, die allerdings nicht aufschlüsselt, aus welchem Fanlager diese jeweils kamen. Auch Hunderte von Identitätsfeststellungen bei Spielen aller Vereine sind entsprechend unkommentiert. Zudem sei der Erfassung letzterer Zahlen polizeirechtlich auch nicht vorgeschrieben und somit lückenhaft, heißt es im Vorwort der Aufstellung aus dem Innenministerium.

Belastbarer sollen dagegen die Schätzungen zum Anteil von gewaltbereiten und Gewalt suchenden Fans bei den Spielen sein – den Anhängern der sogenannten Kategorie B und C. Bei Spielen von RB Leipzig wurden durchschnittlich knapp 100 gewaltbereite und 18 Hooligans registriert - wieder ohne Verweis auf Club-Zugehörigkeit. Spitzenreiter ist hier das Relegationsspiel gegen Lotte mit laut Polizei 1000 Gewaltbereiten gefolgt vom Spiel gegen Halle im Dezember mit 450 Fans der Kategorie B und 150 Hooligans in der Red Bull Arena. Ähnlich hoch war das Konfliktpotential zudem noch gegen Hansa Rostock mit mehr als 320 Anhängern der Kategorie B und 140 der Kategorie C.

Bei Spielen von Lok Leipzig sind durchschnittlich 70 Gewaltbereite und 14 Hooligans im Stadion. Hier ragen die Heimspiele gegen Zwickau (200xB, 30xC), Plauen (125xB, 2xC) sowie das Regionalliga-Derbys bei RB Leipzig (250xB, 90xC) heraus. Obgleich der Leutzscher Fußball einige Ligen unter dem der Stadtnachbarn rangiert, gibt es laut Innenministerium auch hier mitunter gewaltbereites Potential. Bei Spielen des aktuellen Bezirksligisten BSG Chemie Leipzig sind durchschnittlich etwa 50 Anhänger der Kategorie B und sechs Hooligans dabei sein. Mit der SG Sachsen reisen laut Statistik durchschnittlich noch zweieinhalb Dutzend gewaltbereite Fans einer der Kategorie C.