03. Juli 2018 / 21:28 Uhr

Sicherheit in Russland: Wie sicher fühlen sich die Reporter vor Ort? Lisa berichtet

Sicherheit in Russland: Wie sicher fühlen sich die Reporter vor Ort? Lisa berichtet

Lisa Neumann
Märkische Allgemeine Zeitung
Nachts auf den Straßen von Sankt Petersburg
Nachts auf den Straßen von Sankt Petersburg © Lisa Neumann
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Familie, Freunde und Kollegen haben Sportbuzzer-Reporterin Lisa Neumann vor ihrer Abreise nach Russland eindringlich gebeten vorsichtig zu sein. Aber ist überhöhte Vorsicht in Russland nötig? Unsicher fühlt sich die Reporterin nicht.

Russland ist mir ein völlig unbekanntes Land. Bis auf Matroschkas, Borschtsch und Wodka weiß ich eigentlich nur das, was in den Medien berichtet wird. Und demnach zu urteilen, ist es dort für Andersartige und Andersdenkende zuweilen schwierig.

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Im Vorfeld haben viele gesagt: „Geh nicht irgendwo alleine hin.“ Ist klar. Mein gesunder Menschenverstand funktioniert auch im größten Land der Erde. Sich kopflos in Situationen zu stürzen ist nie gut – auch in Deutschland nicht. Ich muss sagen, vor Beginn der Reise war ich ziemlich gelassen.

Kein Unsicheres Gefühl

Und nun wo ich tatsächlich hier bin, kann ich sagen: bisher habe ich mich nicht unsicher gefühlt. Bis auf zwei Situationen.

Eines abends war ich mit meinem Kollegen auf dem Weg zu einem Supermarkt in St. Petersburg. In einem für mich zwielichtigen Viertel – es war einfach dunkel und die Häuser sahen heruntergekommen aus – führte uns der Weg durch einen kleinen Park. Es war eher eine schön angelegte Wiese mit Bänken.

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Dass dort auch Bäume standen, die alles noch ein wenig düsterer machten, fiel mir erst auf, als wir schon drin waren. Beim näheren Hinschauen sah ich vereinzelt dunkele Gestalten im Park. Vielleicht sind es Jugendliche, die den Abend genießen? Passiert ist nichts, es war auf einmal aber einfach ein Gefühl, das mich überkam - in dem Moment als mir bewusst war, wo wir uns befanden. Da reicht auch eine spazierende Person aus, und mir wird in dem Moment mulmig.

Der Mann aus dem Nichts

In der zweiten Situation stellten wir unser Reisemobil an einem Parkstreifen eines Resorts in den Bergen bei Sotschi ab. Ich telefonierte gerade, als mich jemand ansprach. Auch hier war es schlecht beleuchtet. Ich antwortete nur kurz und deutete auf mein Telefon. Als der Mann sagte, wir könnten uns besser kennenlernen war es mir doch zu suspekt. Bevor ich mich ganz unwohl fühlte, ging ich in unser Mobil zu den Jungs zurück.


Aber abgesehen von den beiden Situationen kann ich nicht sagen, dass ich mich unsicher fühle. Und in der letzten Begegnung habe ich vielleicht überreagiert und der Mann wollte nur höflich sein.