16. Mai 2019 / 13:52 Uhr

Sie lebt ihren Traum: Lilli-Marie Engels wechselt in den Stall von Dominik Moser

Sie lebt ihren Traum: Lilli-Marie Engels wechselt in den Stall von Dominik Moser

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Lilli-Marie Engels wechselt im Sommer in den Stall von Dominik Moser (eingeklinkt).
Lilli-Marie Engels wechselt im Sommer in den Stall von Dominik Moser (eingeklinkt). © galoppfoto.de/Florian Petrow
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Ganz leicht fällt es Lilli-Marie Engels nicht, ihre Pferde im heimischen Familienstall in Warendorf zu verlassen. Doch auf dem Weg zu ihrem großen Traum, einem Hindernissrennen in England, macht die 19-Jährige den nächsten Schritt - und wechselt in den Stall von Dominik Moser auf der Bult.

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Einen Engel kann man immer gut gebrauchen. Kein Wunder, dass sich Dominik Moser freut, bald einen in seinem Stall auf der Bult begrüßen zu können. Lilli-Marie Engels (19) soll ab Juli eine Ausbildung zur Pferdewirtin bei ihm anfangen. „Als Trainer so einen Lehrling zu bekommen, ist schon etwas Besonderes“, sagt er.

Engels lebt ihren Traum

Engels ist aktuelle Amateurrennreiter-Weltmeisterin und zweimalige Cham­pio­nesse in Deutschland. Am 1. Mai landete sie in Leipzig den 55. Karriere-Sieg. „Sie kommt mit sehr viel Erfahrung nach Langenhagen“, weiß Moser. Engels’ Eltern sind im Rennsport tätig, sie besitzen und trainieren selber Vollblüter. „Lange Erfahrung ist das Wichtigste“, betont Moser, „es gibt viele verkehrte Vorstellungen“ von dem Job, Azubis „mit Wendy-Poster überm Bett“ seien eher fehl am Platz.

Bei Engels besteht da keine Gefahr. Sie träumt nicht von Poster-Motiven an der Wand, sie lebt einfach ihren Traum und will nun ihr bisheriges Hobby zum Beruf ma­chen. „Es erfüllt mich durchweg. Das Gefühl, auf einem Rennpferd zu sitzen, ist für mich durch nichts zu ersetzen“, sagt sie, „ich könnte und möchte mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen.“

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Doch das Loslassen vom heimischen Familienstall in Warendorf „war nicht ganz einfach“. Lange hat sie über das Moser-Angebot nachgedacht, „dann ist die Idee gereift“, die Ausbildung „weg von zu Hause“ in Angriff zu nehmen. „Das Schlimmste ist, meine Pferde zu verlassen“, sagt Engels, die ihre Vierbeiner über alles liebt.

Erste Sieg jeweils in Hannover

Dass sie Talent hat, bewies sie von Beginn an – und zwar auf der Galopprennbahn in Langenhagen. Im Sommer 2010 absolvierte sie ihr erstes Ponyrennen auf der Bult: „2011 habe ich dann meinen ersten Sieg in einem Ponyrennen in Hannover gefeiert.“ Und der erste Sieg in einem Vollblut-Rennen? Genau, in Hannover. Am 13. September 2015 gewann sie auf Mister Spock.

„Ich verbinde so viel Positives mit Hannover. Die At­mo­sphä­re ist besonders toll, als Besucher hat man so viele Möglichkeiten, kann von überall gut gucken. Und der Zustand des Geläufs ist immer einwandfrei.“

Bilder vom Einsatz der Fußballprofis von Hannover 96 auf der Galopprennbahn Neue Bult

Die Fußballer von Hannover 96 bei ihrem Einsatz auf der Neuen Bult. Zur Galerie
Die Fußballer von Hannover 96 bei ihrem Einsatz auf der Neuen Bult. ©
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Am Freitag, beim Af­ter­work­renn­tag (ab 16 Uhr) auf der Bult, geht sie viermal an den Start. Mit Intenso und Leonarda sind zwei ihrer eigenen Pferde dabei. Engelsgleich, ganz in Weiß, wie es der Motto-Renntag für Besucher vorschlägt, wird Engels nicht gekleidet sein. Als Reiterin trägt sie die jeweiligen Farben der Rennställe. Für die Trainer und Besitzer ist die 1,68 Meter große Engels interessant, weil sie als junge Reiterin zwei Kilo Gewichtserlaubnis mitbringt.

Der Traum von England

Auch für Pferde aus Mo­sers Trainingsstall ist sie schon geritten. „Wir kennen uns schon länger, die Zusammenarbeit war sehr gut bisher“, sagt Moser. Zwei oder drei Jahre wird die Ausbildung bei ihm dauern, das wird noch genau festgelegt. Am Ende der Ausbildung darf sich Engels dann auch offiziell Jockey nennen, beziehungsweise Jockesse. Die Voraussetzung dafür hat sie schon vor Beginn der Ausbildung erfüllt: 50 Siege. Den Jubiläumstreffer schaffte Engels, die bereits mehr als 400 Ritte hinter sich hat, am 17. Februar auf der Rennbahn in Dortmund.

Engels, deren größter Wunsch es ist, „eines Tages ein Hindernisrennen in England zu reiten“, hat noch eine wichtige Hürde zu nehmen. Dabei handelt es sich um ein paar mehr Pferdestärken als für sie üblich: die Führerscheinprüfung fürs Auto. Dann ist für die 19-Jährige der Weg frei nach Langenhagen.

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