05. Juli 2020 / 14:03 Uhr

Sie machen es wieder! Pegau nach Sieg gegen Klinga-Ammelshain im Kreispokalfinale

Sie machen es wieder! Pegau nach Sieg gegen Klinga-Ammelshain im Kreispokalfinale

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Triumph nach Elfmeterschießen: Die TuS aus Pegau bezwingt Klinga-Ammelshain und steht im Kreispokalfinale. © dpa
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Nach den Überraschungserfolgen gegen Borna und Ostrau, setzte der Pokalhalbfinal-Krimi gegen den SV Klinga-Ammelshain alldem die Krone auf: TuS Pegau steht in Finale und trifft dort auf Einheit Frohburg.

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Am späten Samstag Nachmittag gegen dreiviertel sechs lösten sich bei den Pegauer Fußballern, ihrem Betreuerstab und den Fans von einer Sekunde auf die andere sämtliche Fesseln der Anspannung. Die Freude sprudelte ungehemmt aus den Freude trunkenen Gesichtern. Gerade hatten die TuS-Kicker im Halbfinale des Kreispokals der Männer den SV Klinga-Ammelshain mit 6:4 (1:0, 1:1, 1:1) in die Knie gezwungen, ein dramatisches Elfmeterschießen hatte alle Beteiligten in völlige Aufregung und totale Atemlosigkeit versetzt.

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Nach dem entscheidenden Schuss war der Jubel über den Triumph bei den Blau-Gelben so groß, dass selbst das bevorstehende Endspiel zunächst noch gar keine Hauptrolle spielte. Erst als der Puls ein wenig in Richtung Normalmaß herunter gefahren war, realisierten die Elsterstädter das Erreichte. Am kommenden Samstag um 16 Uhr empfangen sie auf der „Großen Reitbahn“ im Finale des diesjährigen Pokalwettbewerbs den BSV Einheit Frohburg, welcher in letzter Minute einen 2:1-Sieg gegen den SV Naunhof aus dem Feuer reißen konnte.

Petersohn gleicht Pegau-Führung aus

Dieser 04. Juli 2020 wird in Pegau noch lange in Erinnerung bleiben, zu emotional war das Erlebte. Dabei hatte man durch die jüngsten Husaren-Streiche gegen Borna und Ostrau eigentlich bereits Erfahrung in Sachen absolutes Pokalfieber sammeln können. Doch die Begegnung gegen Klinga-Ammelshain setzte allem die Krone auf. Und das nicht nur, weil der Meister der Kreisliga A-West binnen vierzehn Tagen auf sensationelle Art und Weise das dritte Kreisoberliga-Spitzenteam aus dem Rennen geworfen hatte. Sondern weil die Spannung diesmal förmlich ihren Siedepunkt erreichte. Nicht auszudenken, die circa 150 Zuschauer hätten das Geschehen hautnah am Spielfeld und nicht von außerhalb des Geländes aus verfolgen dürfen. Doch auch so war Gänsehaut pur garantiert. Bereits in der Anfangsphase der von Schiedsrichter Christopher Tauchmann (TSV Kohren-Sahlis) geleiteten Partie ging der Gastgeber in Führung.

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Stephan Moritz behielt nach Vorarbeit von Toni Kammer, Philipp Hofmann und Steve Bachmann vor dem gegnerischen Gehäuse trotz der hochsommerlichen Temperaturen kühlen Kopf (5.). Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit ergaben sich für die Hausherren durch Moritz zwei weitere hochkarätige Tormöglichkeiten. Auf der anderen Seite kamen Danilo Glauß, Nino Willuhn und Michael Vettermann zu verheißungsvollen Gelegenheiten. Nach dem Seitenwechsel konnten die Gäste aus dem Muldental in Person von Stephan Petersohn den Gleichstand herstellen (53.). Nach einem Missverständnis zwischen Pegaus Kapitän Toni Kammer und Keeper Jimmy Hartwig hatte er aus fünf Metern keine Probleme, das Leder im Kasten unterzubringen. Die erfolgreichen Schützen und Vornamensvetter Moritz sowie Petersohn sollten viel später auch vom ominösen Punkt die Nerven behalten.

Hartwig wird zum Helden

Zuvor hatte die Mannschaft von der Autobahn einen Rückschlag zu verkraften, denn Mitte des zweiten Durchgangs wurden sie nach einer roten Karte gegen Danilo Kuhrt wegen einer Notbremse an Stephan Moritz personell dezimiert (67.). In einem äußerst umkämpften Match verteilte der Unparteiische obendrein siebenmal den gelben Karton (3 beziehungsweise 4). Der Platzbesitzer vergab anschließend Chancen durch Stephan Moritz, Hans Jerke und Steve Bachmann. Dennoch fielen in der verbleibenden Spielzeit einschließlich der Verlängerung (in welcher Martin Böhme und Stephan Moritz hüben sowie Michael Vettermann drüben die Entscheidung verpassten) keine weiteren Treffer, womit der Referee zum ultimativen Nervenkitzel bat.

Im Elfmeterschießen konnten in den Reihen der Einheimischen Stephan Moritz, Sebastian Plechinger, Lucas Schulz, Julian Lukosek und Hans Jerke das Runde ins Eckige befördern. Beim SVK brachten Philipp Liebig, Stephan Petersohn und Danilo Kuhrt das Streitobjekt im Netz unter. Pegaus Hüter Jimmy Hartwig avancierte letztlich zum Helden, indem er den Versuch seines Gegenüber Tobias Kuberski entschärfte. Dadurch waren die Voraussetzungen geschaffen, den späteren Begeisterungsstürmen freien Lauf zu lassen. TuS hatte in einem Tempo scharfen und körperbetonten Match mit Disziplin, hohem Einsatz, taktischen Geschick und Kampfgeist den Kontrahenten nieder gerungen.

Übrigens hatte bei TuS Steve Bachmann als Spielertrainer den sportlichen Hut auf, er vertrat den verhinderten Coach Uwe Trautmann. Bei den Klingaern stand bereits der kürzlich verpflichtete Ronny Surma an der Seitenlinie.

Tore: 1:0 Moritz (5.) 1:1 Petersohn (53.)

Elfmeterschießen: 2:1 Moritz, 2:2 Liebig, 3:2 Plechinger, 3:3 Petersohn, 4:3 Schulz, Kuberski scheitert an Hartwig, 5:3 Lukosek, 5:4 Kuhrt, 6:4 Jerke

SR: Tauchmann (Geithain)

Rot: Kuhrt (Klinga-Ammelshain / 67.)

Pegau: Hartwig, Jerke, Bachmann, Kammer, Menge, Seifert, Schulz, Moritz, Stacziwa, Posnien, Hofmann

Klinga-Ammelshain: Kuberski, Liebig, Kuhrt, Willuhn, Fritzsche, Schubert, Vettermann, Osman, Brandis, Rieschick, Glauß