05. Februar 2020 / 09:02 Uhr

Sieben Teams kämpfen um den Aufstieg in die Nordsachsenliga

Sieben Teams kämpfen um den Aufstieg in die Nordsachsenliga

Manfred Otto
SPORTBUZZER-Nutzer
Die Delitzscher Nick André Rollin (links) und Maxim Günther nehmen Christian Opitz vom SV Wölkau in ihre Mitte. USER-BEITRAG
Die Delitzscher Nick André Rollin (links) und Maxim Günther nehmen Christian Opitz vom SV Wölkau in ihre Mitte. © Alexander Prautzsch
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Der FSV Oschatz führt die Tabelle der Kreisliga Nordsachsen an. Doch gleich sechs Verfolger können sich noch berechtigte Hoffnungen auf den Platz an der Sonne machen. Ebenso spannend ist die Situation im Abstiegskampf, lediglich Schenkenbergs "Zweite" dürfte kaum mehr zu retten sein. Manfred Otto blickt auf die Hinserie der Fußball-Kreisliga Nordsachsen zurück. 

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Nordsachsen. Noch liegt die Fußball-Kreisliga im Winterschlaf – höchste Zeit für einen Rückblick auf die Hinrunde. Verdient steht der FSV Oschatz an der Tabellenspitze, der mit vier Punkten und einem Spiel mehr auf der Uhr als Verfolger ESV Delitzsch das Klassement anführt. Der FSV verfügt mit 61 Treffern über die beste Offensivabteilung, stellt überdies mit Johannes Runge den Top-Torjäger. Da auch die Abwehr nur 16 Gegentore zuließ, scheint der Aufstieg machbar.

Allerdings ist die Verfolgergruppe groß, immerhin sechs Teams hegen noch berechtigte Aufstiegshoffnungen. Die Reserve des ESV, im vergangenem Jahr noch im Abstiegsstrudel, wurde vor der Saison komplett verjüngt und lockt mit ihrer erfrischenden Spielweise auch wieder Zuschauer ins Stadion. Nun bieten sich auch wieder Spieler für das Landesklasse-Team an. Den Delitzschern auf den Fersen ist Vorjahresabsteiger FSV Beilrode. Die stabilste Abwehr der Liga – nur 13 Gegentreffer in ebenso vielen Spielen – ist die Basis für Platz drei. Allerdings schwächeln die Ostelbier im Angriff mit lediglich 27 Toren.

In der Tabelle folgen überraschend mit Pressel und Spröda zwei Aufsteiger. Pressel, erst durch den Verzicht von Traktor Naundorf nachgerückt, hat eine Schar von Talenten. Diese spielen sehenswerten Angriffsfußball und locken eine gute Kulisse an. Zuschauerzahlen wie früher zum Derby gegen Laußig, sind jetzt Normalität. Obwohl sich die Bedingungen in Pressel wesentlich verbessert haben, scheint der Ruf nach Höherem zu früh.

Spröda marschiert durch

Der SV Spröda löste die Spielgemeinschaft mit Delitzsch, begann wieder ganz unten und marschierte durch. Für die ungleich schwerere Aufgabe in der Kreisliga sammelten die Verantwortlichen in Spröda ihre versprengten Kicker wieder ein und nahmen mit Routine die neuen Aufgaben an.

Der LSV Mörtitz zählt seit Jahren zu den Spitzenteams, auch dieses Spieljahr könnte der Aufstieg möglich sein. Doch der kleine Kader und die begrenzten Möglichkeiten im kleinen Dorf lassen die Aufstiegsrufe (noch) verhallen. Mit Interesse beobachten zumindest die Fans im Delitzscher Raum die Entwicklung in Löbnitz. Fast zwei Jahre trug die LSG ihre „Heimspiele“ im benachbarten, aber nicht unbedingt befreundeten Spröda aus.

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Der Platz und das Vereinsgebäude in Löbnitz wurden rekonstruiert und nun kann endlich wieder zu Hause gespielt werden. Gewinnt das Team noch das vor Rückrundenstart nachzuholende Spiel gegen den ESV Delitzsch II, wäre es sogar im Aufstiegsrennen und angesichts der früheren Heimstärke der Löbnitzer ein ernsthafter Konkurrent. Zumal die Mannschaft von ihren Heimkehrern profitieren sollten.

Rackwitz muss nachsitzen

Der TSV Rackwitz als Tabellenachter hat auch noch ein Spiel nachzuholen und könnte sich vorn mit einreihen. Während fast alle anderen Teams schon fleißig Karten sammelten und damit Sperren erwarten können, sind die Rackwitzer mit erst 15 Verwarnungen gut im Rennen.

Der zweite Absteiger des Vorjahres, der Dommitzscher SV Grün-Weiß, hatte in der tieferen Spielklasse enorme Anpassungsprobleme, kassierte zwei rote und zwei Ampelkarten sowie bereits 20 Verwarnungen. Doch nun scheint dieses Tief überwunden und ein Platz im Mittelfeld gesichert. Das gilt auch für den dritten Aufsteiger, den SV Merkwitz, und den SV Wölkau. Bei beiden Teams schlug die Leistungskurve mal positiv und mal negativ aus.

Glesien am Tabellenende

Am Tabellenende hängen nicht unerwartet der FSV Glesien, die SpG Wermsdorf II/Luppa und die Reserve von Concordia Schenkenberg, die die Abstiegsplätze unter sich ausspielen werden. Während das traditionsreiche Glesien immer wieder Personalsorgen hat, muss die Spielgemeinschaft endlich eine konstante Formation finden. Es ist aber normal, dass diese von der ersten Wermsdorfer Mannschaft abhängt. Da sowohl die Kreisliga-Vertretung als auch das Team der Nordsachsenliga sehr „kartenfreundlich“ agieren, könnten noch schwierige Zeiten auf die Verantwortlichen zukommen.

Kaum noch zu retten sein dürfte Schenkenbergs Zwote. Einziger Hoffnungsschimmer der Concorden könnte die Erfahrung sein, dem Abstieg schon mehrfach entronnen zu sein. Doch bei einem Torverhältnis von 3:55 und erst zwei erbeuteten Punkten deuten die Zeichen deutlich auf Abschied. Die (womöglich) letzten Hoffnungen ruhen schon jetzt auf dem Nachholer gegen Konkurrent Wermsdorf II/Luppa.

Torjäger

Johannes Runge (Oschatz) 21

Florian Stelzer (Rackwitz) 15

Benjamin Hausmann (Pressel) 14

Robert Mühlbach (Dommitzsch) 12

Felix Pietzsch (Spröda ) 11

Peter Gärtner (Oschatz) 11

Fairness

In den bisherigen Spielen zeigten die Schiedsrichter 271 gelbe Karten (Spitzenreiter Oschatz und Mörtitz mit je 24, Bestwert Schenkenberg II mit 10), 9 Ampelkarten (Pressel, Dommitzsch und WermsdorfII/Luppa je 2) und 12 rote Karten (Delitzsch II, Beilrode, Pressel, Mörtitz und Dommitzsch je 2)