27. Juni 2020 / 20:19 Uhr

Wolfsburg Siebter und sauer auf den BVB: "Was soll man dazu sagen?!"

Wolfsburg Siebter und sauer auf den BVB: "Was soll man dazu sagen?!"

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wolfsburg frustriert, Hoffenheim jubelt: Die TSG 1899 schnappte dem VfL Platz sechs weg
Wolfsburg frustriert, Hoffenheim jubelt: Die TSG 1899 schnappte dem VfL Platz sechs weg © Groothuis/Witters/Pool
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Es ging deutlich schief: Mit 0:4 verlor der VfL Wolfsburg sein Saisonfinale gegen den FC Bayern, zeitgleich gewann Hoffenheim mit demselben Ergebnis bei einer nur mäßig motivierten Dortmunder Borussia. Der VfL beendet die Saison so als Siebter - und ist sauer auf den BVB.

Eine 0:4-Pleite gegen die Bayern - nur ein Sieg von Borussia Dortmund gegen Hoffenheim hätte dem VfL Wolfsburg den sechsten Platz gerettet. Weil aber der BVB auch 0:4 verlor, beendet der VfL die Saison mit 49 Punkten als Siebter. Manager Jörg Schmadtke behielt damit Recht - er hatte bereits vor vier Wochen vermutet, dass für Rang sechs mindestens 50 Punkte nötig sein werden."Natürlich sind wir enttäuscht nach dieser Niederlage", sagte Trainer Oliver Glasner am Samstag. "Wir wollten den sechsten Tabellenplatz unbedingt über die Ziellinie bringen. Aber das Saisonziel, auch in der nächsten Saison international vertreten zu sein, haben wir erreicht. Auch wenn wir jetzt den etwas schwierigeren Weg dorthin nehmen müssen. Deshalb bin ich persönlich zufrieden mit dem siebten Platz, obwohl ich den sechsten gern gehabt hätte.“

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Arnold: "Saufe mir richtig einen rein"

Manager Jörg Schmadtke machte derweil keinen Hehl daraus, dass er sauer auf den BVB ist, der gegen Hoffenheim nicht viel Gegenwehr zeigte. "Der letzte Spieltag hat viel Aussagekraft über jede einzelne Mannschaft", sagte er - und nannte als Beispiel die Schützenhilfe von Union Berlin für Werder Bremen. Die Dortmunder wollte er explizit nicht nennen - aber am Sky-Mikrofon war klar, dass er sie meinte. "Ziehen Sie", so Schmadtke auf Nachfrage, "ihre eigenen Schlüsse daraus..."

Deutlicher war derweil Maximilian Arnold: "Es ist ein bisschen schade, dass es Platz sieben geworden ist. Ich hätte nicht gedacht, dass Dortmund so spielt." Womit Arnold nicht nur das Dortmunder Ergebnis, sondern auch die fehlende BVB-Gegenwehr meinte. "0:4, was soll man dazu noch sagen..." Dem Frust über Platz sieben werde irgendwann die Freude über den erneuten Einzug ins internationale Geschäft folgen, aber, so Arnold: "Heute werde ich mich noch mal ärgern und saufe mir richtig einen rein."

<b>Koen Casteels</b>: Bärenstark – vor und nach dem Wechsel. Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Bärenstark – vor und nach dem Wechsel. Note: 2 ©

Weil sich beide Teilnehmer des Pokalfinals (Bayern und Leverkusen) über die Liga für Europa qualifiziert haben, reicht dem VfL Platz sieben. Während der Fünfte (Leverkusen) und der Sechste (Hoffenheim) sich allerdings direkt in die Gruppenphase der Europa League einsteigen kann, muss Wolfsburg in die EL-Quali. Schon unter normalen Umständen fürchten sich viele Klubs davor, weil die bis zu drei Quali-Runden die Saisonvorbereitung extrem kompliziert machen. Die wegen Corona unklare Terminlage macht die Sache in diesem Jahr noch viel schwieriger. Nach ursprünglichem Plan würde der VfL am 17. September in die Quali einsteigen, Gegner könnten dann beispielsweise FK Vojvodina (Serbien), Viking Stavanger (Norwegen) oder Qaisar Qysylorda (Kasachstan) sein. Einen Auslosungstermin gibt es noch nicht - und in fast allen UEFA-Ländern müssen die Teilnehmer an der Quali erst noch ermittelt werden.

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Kollegen-Talk: Robin Knoche, Josip Brekalo und Ex-VfLer Ivan Perisic ©

Glasner will ins EL-Finalturnier

Besonders kurios: Vor der Quali für die Europa League 2020/21 muss der VfL erst noch die Europa League 2019/20 zu Ende bringen, Anfang August steht das Rückspiel gegen Donezk an, der Ort ist noch offen. "Das ist natürlich eine außergewöhnliche Situation", so Glasner. "Jetzt ist die Saison zu Ende – und wir stehen immer noch im Achtelfinale der Europa League und sind da auch nicht ganz chancenlos. Wir werden jetzt den Urlaub etwas verkürzen und uns dann gezielt auf das Spiel gegen Donezk vorbereiten." Und trotz der 1:2-Niederlage im Hinspiel sind Ehrgeiz und Hoffnung groß: "Wir wollen unbedingt in das Finalturnier der Europa League.“

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Die VfL-Spieler freuen sich nun aber erst einmal auf ein paar Wochen ohne Fußball. "Die Saison hat sich gezogen", so Torwart Koen Casteels, der gegen die Bayern eine höhere Niederlage verhindert hatte. "Die Corona-Pause war gefühlt eine Saisonvorbereitung, wir haben also drei Vorbereitungen hinter uns und der Urlaub wird uns jetzt erst einmal guttun." Rund dreieinhalb Wochen wird dieser Urlaub dauern, den genauen Termin fürs erste Training danach (wohl um den 22. Juli herum) hat der VfL noch nicht bekanntgegeben.


Während sich der VfL auf einen komplizierten Europa-Herbst vorbereitet, jubelte der FCB in Wolfsburg mit der Meisterschale. Auch Glasner gratulierte: „Herzlichen Glückwunsch an den FC Bayern München. Sie haben eine unglaubliche Rückrunde gespielt. In der ersten Halbzeit haben wir sehr viel gut gemacht. Der Unterschied war: Wir haben unsere Chancen nicht verwertet, Bayern schon. Wir waren einfach im Angriffsdrittel zu wenig durchschlagskräftig. Bayern war uns heute eine Nummer zu groß. Das ist für mich zu akzeptieren."