16. Juni 2021 / 20:41 Uhr

Torfeuerwerk gegen Coburg: SC DHfK Leipzig erzielt 22 Tore in einer Halbzeit und siegt

Torfeuerwerk gegen Coburg: SC DHfK Leipzig erzielt 22 Tore in einer Halbzeit und siegt

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
1. Handball Bundesliga, SC DHfK vs HSC Coburg
Erzielte in Halbzeit eins neun Tore: Lucas Krzikalla. © Alexander Prautzsch
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Zur Halbzeit hatte das Team von André Haber bereits 22 Tore erzielt - am Ende machten es die Grün-Weißen aber spannender, als ihnen lieb war.

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Leipzig. Ein Torfeuerwerk des SC DHfK, 1299 Zuschauer und sommerliche Temperaturen hatten die Arena Leipzig am Mittwochabend in einen wahren Hexenkessel verwandelt. In den Rängen wussten sich die Anhänger der Grün-Weißen mit ihren Klatschpappen zu helfen, die als Fächer eine weitere Verwendung fanden. Doch auf der Platte gestaltete sich die Abkühlung deutlich komplizierter. Nach 60 intensiven und temporeichen Minuten waren die Handball-Profis des SC DHfK und ihre Gäste des HSC Coburg mit ihren Kräften am Ende. Trotz der Erschöpfung ließen sich die Leipziger ihre deutliche Pausenführung auch im zweiten Durchgang nicht mehr nehmen und holten den 35:29 (22:15)-Heimsieg.

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Saeveras zeigt Leistung

Die Hausherren hielten das Tempo der Partie von Beginn an hoch und nutzten fast jede Chance für einen Gegenstoß. Allen voran Rechtsaußen Lucas Krzikalla drehte in den ersten 30 Minuten richtig auf und steuerte mit neun (!) Toren zum 22:15-Pausenstand bei. Ein Saisonrekord für den Linkshänder und seine Mannschaft, die in dieser Spielzeit noch nie so gnadenlos im Angriff agiert hatte. In der achten Minute war der 27-Jährige im Gegenstoß mit einem Coburger zusammengeprallt – und im Anschluss nicht mehr aufzuhalten. Aus zehn Toren der Sachsen (16. Minute) hatte der Außenspieler bereits fünf erzielt und legte noch vier weitere nach.

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Der SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Coburg am Ende deutlich mit 35:29. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Coburg am Ende deutlich mit 35:29. ©

Auch Torhüter Kristian Saeveras, der zuletzt oft durch die starken Leistungen seines Positionskollegen Joel Birlehm in den Hintergrund rückte, kam gegen die Franken in den erste 30 Minuten zu mehreren Paraden, die seine Mitspieler für ihr Tempospiel zu nutzen wussten. Im Positionsangriff machte vor allem Führungsspieler Luca Witzke auf sich aufmerksam. Das Rückraum-Ass zeigte nicht nur sehenswerte eigene Abschlüsse sondern verteilte die Bälle clever auf seine Mitspieler und brachte Kreisläufer Maciej Gebala und Alen Milosevic ins Spiel.

"Zuschauer haben uns extrem geholfen"

Der 22:15-Pausenstand hätte in einer anderen Begegnung bereits das Endergebnis sein können. Die Kräfteverhältnisse waren geklärt, der Sieger ermittelt - doch die Sieben von Coach Alois Mraz wollte es im zweiten Durchgang noch einmal spannend machen. Mehrere Zeitstrafen, unnötige Fehler und zwei verwandelte Siebenmeter kosteten den Hausherren bis zur 45. Minute die klare Führung, die auf lediglich zwei Treffer schrumpfte. Wachgerüttelt vom erschreckenden 27:25 und einer Ansprache von Trainer André Haber in einer bitter benötigten Auszeit, aktivierten die Leipziger ihre Kraftreserven und bissen in den letzten 15 Minuten die Zähne zusammen. Mit 35 Toren erzielten die Leipziger am Ende so viele Tore wie noch nie in dieser Spielzeit und können sich bei dem eingewechselten Birlehm im Tor bedanken, dass der 35:29-Endstand wieder so deutlich wirkte.

Der zehnfache Torschütze Lukas Krzikalla wusste den Hexenkessel zu schätzen: "Das ist in der zweiten Halbzeit viel zu eng geworden. Wir haben da viel zu viele einfache Fehler gemacht. Als es eng war, war es unglaublich wichtig, dass Zuschauer in der Halle waren. Die haben uns extrem geholfen." Auch Luca Witzke sieht die Defizite in der zweiten Halbzeit: "Wir wollen die Saison unbedingt mit guten Ergebnissen zu Ende bringen. Wir sind alle sehr erleichtert, dass wir das Spiel noch mit sechs Toren vor gewinnen konnten. In der ersten Halbzeit haben wir ein tolles Spiel gemacht. In der zweiten Halbzeit hat sich dann eine Phase eingeschlichen, in der wir zu hektisch waren, Bälle weggeschmissen haben und uns das Leben selber schwer gemacht haben."

Maciej Gebala machten vor allem die hohen Temperaturen zu schaffen: "Ich habe Anfang der zweiten Halbzeit schon Krämpfe bekommen. Ich bin völlig fertig. Wir haben bei dieser Hitze so viel ausgeschwitzt – ich bin komplett nass. Wir kommen nicht immer zur Bank und können Trinken. Das war wirklich sehr intensiv. Jetzt bin ich einfach glücklich, dass wir gewonnen haben."

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Tore DHfK Leipzig: Krzikalla 10/1, Witzke 7, Esche 5, M. Gebala 4, Ph. Weber 3, Larsen 2, Mamic 2, Milosevic 1, Remke 1; HSC 2000 Coburg: Grozdanic 8/5, Billek 5, Zetterman 5, Schröder 3, Zeman 3, Neuhold 2, Norouzi Nezhad 2, Kelm 1; Schiedsrichter: David Hannes (Frankfurt/M.)/Christian Hannes (Aachen); Zuschauer: 1299; Strafminuten: 6 / 10