07. Dezember 2019 / 17:23 Uhr

3:1 gegen Hoffenheim: Doppelter Werner schießt RB Leipzig zum fünften Sieg in Folge

3:1 gegen Hoffenheim: Doppelter Werner schießt RB Leipzig zum fünften Sieg in Folge

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Timo Werner ist weiter RB Leipzigs Torschütze vom Dienst.
Timo Werner ist weiter RB Leipzigs Torschütze vom Dienst. © Getty Images
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Sie pflügen weiter durch die Bundesliga. RB Leipzig feiert einen 3:1-Erfolg gegen Hoffenheim, kann aber die Tabellenführung nicht übernehmen. Timo Werner trifft zweimal.

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Leipzig. RB Leipzig eilt weiter von Erfolg zu Erfolg. Am Samstagnachmittag schlugen die Roten Bullen im vorletzten Heimspiel der Saison die TSG 1899 Hoffenheim mit 3:1 (1:0). Gegen den Ex-Club von Trainer Julian Nagelsmann sorgte Timo Werner mit seinem 14. Treffer im 14. Ligaspiel für die frühe Führung. In Halbzeit zwei gelang dem Nationalstürmer per Elfmeter auch das 2:0. Nach einer Vielzahl vergebener erzwang Marcel Sabitzer kurz vor Schluss den dritten Treffer. Hoffenheims Ermin Bicakcic sorgte wenige Momente vor dem Abpfiff mit dem 3:1 noch für etwas Ergebniskorrektur.

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RB Leipzig marschiert weiter von Sieg zu Sieg. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann gewann gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 3:1. Zur Galerie
RB Leipzig marschiert weiter von Sieg zu Sieg. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann gewann gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 3:1. ©

Nagelsmann nimmt im Vergleich zum 3:2 Auswärtssieg beim SC Paderborn drei Veränderungen vor. Peter Gulacsi und Marcel Halstenberg rücken nach überstandenen Blessuren ebenso zurück in die Startelf wie Mittelfeld-Star Emil Forsberg. Dafür finden sich Christopher Nkunku, Yvon Mvogo und Nordi Mukiele zunächst auf der Bank wieder.

Starker Anfang von RB

Die Roten Bullen legen los wie die Feuerwehr und ziehen eine Kombination nach der anderen auf. Hoffenheim hat dagegen Probleme, auch nur einen strukturierten Angriff in die gegnerische Hälfte zu bringen. Die logische Konsequenz des Leipziger Power-Plays folgt in Minute elf. Timo Werner leitet auf rechts selbst den Spielzug ein und passt im richtigen Moment auf Patrik Schick. Der Tscheche lässt seinen Gegner im Strafraum mit einer grazilen Bewegung aussteigen und spielt zurück zu seinem Sturmpartner, der lässig zur Führung einschiebt – ganz starke Aktion vom Offensiv-Duo.

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(1) Peter Gulacsi: Hat Glück, dass seine verunglückte Spieleröffnung nicht zum Gegentor führt. Sieht beim 3:1 nicht gut aus. Ansonsten: nix zu tun. Note 4. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Hat Glück, dass seine verunglückte Spieleröffnung nicht zum Gegentor führt. Sieht beim 3:1 nicht gut aus. Ansonsten: nix zu tun. Note 4. ©

Und Werner will mehr. Der Nationalstürmer legt sich kurze Zeit später zentral an der Strafraumkante den Ball zurecht. Seinen Aufsetzer kann Hoffenheims Oliver Baumann gerade so zur Ecke klären. Der Standard wird von Forsberg scharf in den Strafraum geschlagen, wo plötzlich Dayot Upamecano völlig frei zum Kopfball kommt. Doch der TSG-Keeper ist ebenso zur Stelle wie gegen den nachsetzenden Forsberg.

Baumann mit mehreren Paraden

Baumann bleibt auch im weiteren Verlauf im Fokus, weil seine Vorderleute Timo Werner nicht in den Griff kriegen. Nach einer halben Stunde steht es nur wegen starker Paraden des Schlussmanns und der mangelnden Leipziger Chancenverwertung noch 0:1. Der ganz große Schwung geht danach jedoch etwas verloren, auch weil die TSG immer besser ins Spiel findet.

Mehr zum Spiel

Um ein Haar fällt kurz vor der Halbzeit sogar der Ausgleich. Ein missglückter Gulacsi-Abschlag landet direkt beim Gegner. Hoffenheim schaltet schnell und bringt den Ball zu Dennis Geiger, der das Spielgerät ansatzlos an den Pfosten jagt. Mit dem 1:0 geht es in die Kabinen.

Nagelsmann findet die richtigen Worte

Dort scheint Nagelsmann die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Roten Bullen drängen auf den zweiten Treffer. Und der lässt nicht lange auf sich warten. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff wird Werner im Strafraum von Stefan Posch gehalten. Schiedsrichter Deniz Aytekin zögert nicht lange und zeigt auf den Punkt. Der Gefoulte schießt selbst und verwandelt sicher zu seinem 15. Saisontreffer.

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Hannes Wolf (RB Leipzig): Ich habe lange darauf gewartet und viel dafür gearbeitet. Ich habe gehofft, dass wir das 3:0 machen, weil ich da meine Chancen höher eingeschätzt habe, rein zu kommen. Es war einfach ein überwältigendes Gefühl, heute erstmals hier aufzulaufen. Dass die Fans meinen Namen so laut gerufen haben, bedeutet mir sehr viel. Es wartet jetzt natürlich noch sehr viel Arbeit auf mich, um nach dieser langen Pause in Top-Form zu kommen.
 Zu meinem ersten Spiel für RB Leipzig gleich noch einen verdienten Sieg zu feiern, rundet diesen super Tag heute ab! Zur Galerie
Hannes Wolf (RB Leipzig): "Ich habe lange darauf gewartet und viel dafür gearbeitet. Ich habe gehofft, dass wir das 3:0 machen, weil ich da meine Chancen höher eingeschätzt habe, rein zu kommen. Es war einfach ein überwältigendes Gefühl, heute erstmals hier aufzulaufen. Dass die Fans meinen Namen so laut gerufen haben, bedeutet mir sehr viel. Es wartet jetzt natürlich noch sehr viel Arbeit auf mich, um nach dieser langen Pause in Top-Form zu kommen. Zu meinem ersten Spiel für RB Leipzig gleich noch einen verdienten Sieg zu feiern, rundet diesen super Tag heute ab!" ©

Für Neuzugang Patrik Schick, der erneut ein starkes Spiel gezeigt hat kommt nach einer Stunde Fan-Liebling Yussuf Poulsen aufs Feld. Der Däne hatte zuletzt wegen Adduktorenproblemen gefehlt. Auch Forsberg geht kurz darauf runter. Der Schwede wird von Christopher Nkunku ersetzt.

Führung schont Leipziger Kräfte

Mit der Führung im Rücken lässt es Leipzig wieder etwas ruhiger angehen, ohne dabei die Kontrolle über das Spiel abzugeben. Und durch starke Einzelaktionen, wie bei einem Distanzschuss von Nkunku setzen die Sachsen immer wieder Nadelstiche. Trotzdem gibt sich Hoffenheim nicht auf und kommt in Minute 77 durch Sargis Adamyan zu einem gefährlichen Abschluss, den Gulacsi entschärft.

Auf der Gegenseite hat Werner bei einem Konter seinen dritten Treffer auf dem Fuß. Doch Baumann pariert einmal mehr überragend. Auch bei einem weiteren Nkunku-Abschluss aus kürzester Distanz bleibt der Keeper zunächst Sieger. Doch Marcel Sabitzer erzwingt beim Abpraller aus vollem Lauf das 3:0. Nagelsmann nutzt die souveräne Führung und verhilft Hannes Wolf zum Comeback. Der Sommer-Neuzugang von Schwester-Club Red-Bull-Salzburg hatte sich während der U21-Europameisterschaft im Juni den Knöchel gebrochen und noch kein Spiel für seinen neuen Arbeitgeber bestritten.

Später Treffer für Hoffenheim

Auch wenn RB in der Schlussphase weiter spielbestimmend ist, muss Peter Gulacsi bei seiner Rückkehr auf eine weiße Weste verzichten. TSG-Verteidiger Ermin Bicakcic nutzt nach einer Ecke einen kurzen Moment der Unachtsamkeit und drückt den Ball mit der Schulter zum 3:1 über die Linie.

Weil Borussia Mönchengladbach parallel gegen den FC Bayern gewonnen hat, bleibt Leipzig auf dem zweiten Tabellenplatz. Am kommenden Wochenende steht das Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf an. Bereits am Dienstag wartet noch das letzte Champions-League-Gruppenspiel gegen Olympique Lyon.

RBL: Gulacsi, Upamecano, Sabitzer, Forsberg (65. Nkunku), Werner (84. Wolf), Ilsanker, Klostermann, Schick, Halstenberg, Laimer, Demme, Schick (60. Poulsen)

TSG: Baumann, Kaderabek, Bicakcic, Geiger, Grillitsch, Samassekou, Adamyan, Akpoguma, Kramaric, Skov, Posch (58. Bebou).

Tore: 1:0 Werner (11.), 2:0 Werner (55.), 3:0 Sabitzer (83.), 1:3 Bicakcic (89.)

Zuschauer: 38.407