28. Oktober 2021 / 17:11 Uhr

Sieg in der Lausitz für das Team vom Stützpunkt Dahme/Fläming

Sieg in der Lausitz für das Team vom Stützpunkt Dahme/Fläming

Lars Sittig, Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Das siegreiche Stützpunkt-Team Dahme/Fläming Ludwigsfelde mit Trainer Rezart Cami (l.). In den weißen Trikots sind ebenfalls Spieler aus Ludwigsfelde, die das Stützpunkt-Team Luckenwalde-Jüterbog in Cottbus unterstützt haben.  
Das siegreiche Stützpunkt-Team Dahme/Fläming Ludwigsfelde mit Trainer Rezart Cami (l.). In den weißen Trikots sind ebenfalls Spieler aus Ludwigsfelde, die das Stützpunkt-Team Luckenwalde-Jüterbog in Cottbus unterstützt haben. © Erik Schultze-Lindau
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Nachwuchsfußball: Auswahl-Mannschaft von Trainer Rezart Cami spielt ein starkes Turnier auf dem Sportplatz des SV Wacker Cottbus-Ströbitz.

„Es war eine mannschaftlich geschlossene Leistung, die zu unserem Turniersieg führte“, sagte Mannschaftsbetreuer Erik Schultze-Lindau nach dem ersten Platz des DFB-Stützpunkt-Teams Dahme/Fläming Jahrgang 2011 beim Sichtungsturnier in Cottbus. Bei diesem Event traf die Mannschaft von Trainer Rezart Cami auf sechs weitere Süd-Brandenburger Stützpunkte des Deutschen Fußball-Bunds (DFB). „Da der Stützpunkt Luckenwalde nicht genug Spieler in Cottbus aufbieten konnte, unterstützten wir die Jungs aus Luckenwalde mit fünf Akteuren. Somit konnten auch sie am Turnier teilnehmen“, sagte Schultze-Lindau.

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Gleich in der ersten Partie trafen beide Mannschaften im direkten Duell aufeinander und trennten sich leistungsgerecht 1:1 unentschieden. Anschließend siegte der spätere Turniersieger aus Ludwigsfelde gegen Falkenberg (3:1), Lübbenau (4:1), Cottbus (5:0), Wiesenau (3:1) und Senftenberg (5:1). „Es war unser erstes Turnier, bei dem sich die Jungs wirklich gut verkauften. Jeder Spieler kam zum Einsatz und hatte so seinen Anteil am späteren ersten Platz“, lobte Schultze-Lindau das Stützpunkt-Team. Die Siegerehrung übernahm Corbinian Moye, ein Profi vom FC Energie Cottbus vor Ort, der sich danach auch noch sehr viel Zeit zum Schreiben von Autogrammen nahm.

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Vor 20 Jahren, in der Startphase der Saison 2001/02, war das Netz der Talentstützpunkte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bereits sehr engmaschig geworden: Die Zahl der Standorte von Uckermark bis zur Lausitz erhöhte sich von sechs auf 17 und hatte sich damit im Herbst 2001 fast verdreifacht. „Manche Kinder mussten zuvor aus Brandenburg an der Havel zum Training nach Luckenwalde kommen, das sind mit Hin- und Rückfahrt mehr als 140 Kilometer. Der Fahrtaufwand hat sich deutlich reduziert“, sagte Walter Kornmüller, der zunächst den Nachwuchs in der Kreisstadt coachte und dann als Leiter des neuen Stützpunktes in Ludwigsfelde fungierte. Genau wie Jürgen Parpat, der langjährige LFC-Manager, ist er seitdem im Einsatz. Zum aktuellen Trainerteam, das Kinder aus den Altkreisen Zossen und Königs Wusterhausen coacht, gehört zudem Cami, Christian Breitkopf ist als Assistent tätig. In der Kreisstadt Luckenwalde besteht die Crew aus Stützpunktleiter Sebastian Große, Marcell Geyer (Honorartrainer) und Assistent Thomas Mill.

Zur Aufgabe der Coaches gehört neben dem Training die Sichtung und Vorbereitung der Talente für die Sport- und Eliteschulen sowie Nachwuchs-Leistungszentren, wo hochbegabte Mädchen und Jungen den nächsten Karriereschritt machen können.

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Einige Talente haben den Sprung in den Profifußball bereits geschafft

„Im Normalfall trainieren bei uns zwölf bis 14 Kinder pro Jahrgang“, berichtete Große. Im gesamten Land stehen derzeit 44 lizenzierte Trainer auf Honorarbasis auf dem Platz, dazu kommen 17 Assistenten. Rund 400 Kinder üben derzeit an den Stützpunkten, nachdem sie bei den regelmäßigen Sichtungslehrgängen überzeugen konnten. Auch Große gehörte zu den Kickern, die gefördert wurden – er trainierte mit dem ersten Jahrgang überhaupt, als 1999 in Luckenwalde mit den Trainern Jürgen Theuerkorn und Kornmüller der Stützpunkt gegründet und das Nachwuchsprojekt deutschlandweit aus der Taufe gehoben worden war.

Manch ein Talent der Stützpunkte im Fußballkreis Dahme/Fläming hat später den Sprung in höhere Ligen geschafft: Tim Kleindienst (derzeit beim Zweitligisten Heidenheim) spielte ebenso wie Dani Schahin für den SC Freiburg in der Bundesliga, Schahin auch für den FSV Mainz 05, Joshua Putze (Sportfreunde Lotte) beispielsweise stand in der dritten Liga unter Vertrag. Tobias Eisenhuth hat den Sprung in den Cottbuser Profikader geschafft, Igli Cami (VSG Altglienicke, jetzt Hertha Zehlendorf) spielte ebenfalls viertklassig. „Ich war in jeder Altersstufe am Stützpunkt Ludwigsfelde dabei und hatte dort eine sehr gute und lehrreiche Zeit“, sagt Cami. David Nieland nimmt derzeit beim TSV Steinbach Haiger (Regionalliga Südwest) einen neuen Anlauf Richtung Profi-Liga. Gina Chmielinski kickt seit Langem für den 1. FFC Turbine Potsdam in der Frauen-Bundesliga.

In Luckenwalde absolvieren derzeit rund 30 Kinder der Jahrgänge 2011 bis 2008 eine wöchentliche Zusatzeinheit, im Ludwigsfelder Waldstadion sind es aktuell mehr als 40 Talente der Jahrgänge 2009 bis 2011 aus dem Fußballkreis Dahme/Fläming. „Mehr als 1000 Kinder haben in den 20 Jahren hier geübt“, blickte Kornmüller stolz zurück.

Das siegreiche Auswahlteam: Erik Hempel, Robin von der Burg (alle SG Phönix Wildau), Marwin Hoffmann, Lucas Marzahn (alle Ludwigsfelder FC), Anton Klaue (SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen), Leon Logiewa (Lichtenrader BC), Nevio Schoßtag, Eric Fischer, Leonard Werner, Dean Lennox Puhlmann, Arvid Thurm (alle SV Blau Weiß Dahlewitz), Nicklas Salo (SV Siethen), Hannes Lindau (SV Grün-Weiß Union Bestensee), Arjen Tinius (SG Südstern Senzig), Lukas Kranich (SV Rangsdorf).

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