02. Januar 2020 / 10:54 Uhr

Sieger in Rekordzeit! Weldaj überragt beim Silvesterlauf - und hat das Zeug zum Top-Athleten

Sieger in Rekordzeit! Weldaj überragt beim Silvesterlauf - und hat das Zeug zum Top-Athleten

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Siegerfoto mit Trainer: Haftom Weldaj (M.) und sein Betreuer Friedrich Weber (l.); rechts der Zweitplazierte Abiel Hailu.   Foto
Siegerfoto mit Trainer: Haftom Weldaj (M.) und sein Betreuer Friedrich Weber (l.); rechts der Zweitplazierte Abiel Hailu. Foto © Fettback
Anzeige

Der Silvesterlauf am Maschsee war auch im Jahr 2019 wieder ein voller Erfolg - vor allem für Haftom Weldaj! Das aus Eritrea stammende Ausnahmetalent feierte beim alljährlichen Volkslauf nicht nur seinen dritten Sieg in Folge, sondern stellte gleichzeitig einen neuen Streckenrekord auf.

Anzeige

Das alte Jahr hat der Streckenrekord am Maschsee nicht überstanden. Und das mit Ansage: Beim hannoverschen Silvesterlauf ist die Uhr für Haftom Weldaj bei unglaublichen 17:02 Minuten stehen geblieben. Was für ein Auftritt des 29-Jährigen, der aus Eritrea stammt und seit vier Jahren für den TSV Pattensen antritt.

Zum Abschluss der „Laufpass“-Serie hat Weldaj damit bei diesem 5,8 Kilometer langen Rennen seine eigene Bestmarke von 2017 um famose 24 Sekunden unterboten. Laut Verbandsrichtlinie ist für das offizielle Ergebnis die Bruttozeit maßgebend – ansonsten hätte die neue Bestmarke gar bei 16:59 gestanden. „Ich freue mich sehr“, sagte Weldaj in der ihm eigenen bescheidenen Art.

Abiel Hailu wird Zweiter

Wie beim Jahresfinale am Maschsee, wo mehr als 3000 Sportler am Start waren, ist Weldaj auch bei anderen Volksläufen in der Region Hannover häufig in Aktion zu erleben und hat dabei Sieg um Sieg eingefahren. In dieser Hinsicht gibt er sich keineswegs bescheiden und zurückhaltend. Mit einer Minute Rückstand (18:02) kam beim Silvesterlauf Abiel Hailu (LG Kreis Verden) als Zweiter ins Ziel, Platz drei ging an den Brunsbütteler Yannick von Soosten (18:08). Den beiden blieb nur, dem überragenden Sieger herzlich zu gratulieren.

Bilder vom Silvesterlauf in Hannover

Die schnellsten Läuferinnen: Jasmina Stahl (M.), Marie Pröpsting (l.) und Melina Gryschka. Zur Galerie
Die schnellsten Läuferinnen: Jasmina Stahl (M.), Marie Pröpsting (l.) und Melina Gryschka. ©

Dass Weldaj die Form zu einer neuen Bestzeit habe, hatte sein sportlicher Betreuer Friedrich Weber bereits vor dem Start avisiert. „Haftom kann und will heute einen Rekord aufstellen“, sagte er. Und behielt recht: Als sich der Ausnahmeathlet dem Ziel in Höhe des Sprengel-Museums näherte, war von den anderen noch nichts zu sehen. Weldaj lief bei idealen äußeren Bedingungen von Anfang an sein eigenes Rennen und wirkte dabei keinesfalls ausgepowert. „Nur der Wind hat ihn am Ende ein wenig gestört“, sagte Weber. Kommenden Sonnabend fliegt Weldaj für drei Monate in ein Trainingslager mit Top-Athleten nach Äthiopien – man darf gespannt sein, was er danach vollbringen bringen wird.

Jasmina Stahl gewinnt bei den Frauen

Bei den Läuferinnen ging es am Maschsee um einiges knapper zu. Jasmina Stahl von Hannover Athletics, im Vorjahr hier Zweite und erst 17 Jahre alt, setzte sich in 21:09 Minuten vor Marie Pröpsting (VfL Eintracht Hannover, 21:18) und Melina Gryschka (Hannover 96, 22:39) durch. Der vier Jahre alte Streckenrekord von Tabea Themann (19:31) geriet allerdings nicht in Gefahr.

Das Gros der Starter war am Maschsee nicht auf der Jagd nach neuen Bestleistungen. Vielen ging es darum, zum Jahresausklang zusammen mit Gleichgesinnten Spaß zu haben bei ihrem Lieblingssport. Geduldig warteten sie nach dem offiziellen Startschuss mitunter minutenlang darauf, endlich das Rennen aufnehmen zu können. Nicht nur viele Kostümierte hatten sich wieder unters Läufervolk gemischt.

Mehr zum Laufpass

Fotos zum Silvesterlauf 2019 am Maschsee:

Bilder zum Silvesterlauf 2019 am Maschsee. Zur Galerie
Bilder zum Silvesterlauf 2019 am Maschsee. ©

Dabei waren auch einige Schornsteinfeger – und zwar echte wie Julius Plein und Daniel Dettmer. „Da war hier mein erster Start“, sagte Plein, der sich wie sein schwarz gekleideter Kollege unter „Kategorie Glück“ angemeldet hatte. Kein Verein, sondern eine Verheißung. Was auch zur Folge hatte, dass Plein und Dettmer an Silvester viele Hände drücken mussten. 

Ins Bild passten auch zwei Neuerungen der Veranstalter. Zum einen wurde dieses Mal auf ein Feuerwerk verzichtet, zum anderen auch auf die Ausgabe von Getränkedosen. Letzteres führte zwar zu längeren Wartezeiten an den Versorgungsständen, hatte aber zusammen mit dem für Böllern eingesparten Geld aber auch einen spürbaren Effekt: An die Johanniter-Kältebus-Aktion, die Obdachlosen in Hannover zugute kommt, wurden zwei Schecks über jeweils 500 Euro übergeben. Woran man sieht: Beim Laufen geht es nicht nur um Rekorde und um Spaß.