22. Dezember 2020 / 19:42 Uhr

Siegesserie beendet: SC DHfK Leipzig verliert gegen GWD Minden

Siegesserie beendet: SC DHfK Leipzig verliert gegen GWD Minden

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Siegesserie gerissen: In Minden setzt es für den SC DHfK Leipzig eine 23:20-Niederlage. © Klaus Trotter
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Schade! Dem SC DHfK Leipzig gelingt nicht der vierte Sieg im vierten Spiel. Bei der GWD Minden setze es eine 20:23-Niederlage.

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Leipzig. Schlechter hätte der SC DHfK in der Merkur Arena in Lübbecke kaum ins Spiel finden können. Über 25 Minuten verwarfen die Grün-Weißen am Dienstag beim Auswärtsspiel gegen GWD Minden zahlreiche Pässe und Chancen, vergaben Strafwürfe und scheiterten sogar beim Aufbau ihres gefürchteten Tempospiels. Mit 20:23 (10:13) beendeten die Sachsen durch eigene Fehler ihre Siegesserie in einem Spiel, bei dem sie erst in der zweiten Halbzeit auf Augenhöhe waren.

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Drei-Tore-Rückstand zur Halbzeit

Noch ein letztes Mal vor Weihnachten wollten die Leipziger beim GWD Minden alles in die Waagschale werfen, bevor die erlösenden Feiertage endlich Ruhe in den stressigen Liga-Alltag bringen würden. Für den SC DHfK wird das Fest jedoch sehr kurz ausfallen, denn am 27. Dezember müssen sie schon wieder auf der heimischen Platte gegen Meisterschaftsfavoriten SG Flensburg-Handewitt antreten.

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Der SC DHfK Leipzig verliert das Auswärtsspiel in Minden mit 20:23. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig verliert das Auswärtsspiel in Minden mit 20:23. ©

Das Ziel für die Gäste war klar: Sieg Nummer vier in Folge. Doch von Beginn an sprach alles gegen die DHfK-Sieben. „Die Würfe aus dem Rückraum sind alle berechtigt, wir treffen nur das Tor nicht“, fasste Trainer André Haber die erste Viertelstunde in einer frühen Auszeit zusammen. Mit lediglich sechs Treffer aus 16 Versuchen war der 34-Jährige gar nicht zufrieden und forderte seine Mannschaft auf, auch aus anderen Winkeln den Abschluss zu suchen. Doch stattdessen wurde aus einem 6:3 schnell ein 9:6 und kurz vor der Pause sogar ein 13:7.

Haber nutzte seine zweite Auszeit in der 26. Minute. Forderte mehr Mut zum Tor und stellte phasenweise auf Manndeckung um. In der Offensive holten Kapitän Alen Milosevic und Philipp Weber Zeitstrafen heraus und retteten ihrem Team in Überzahl zumindest einen 10:13-Rückstand in die Kabinen.

Torhüter konnen sich auszeichnen

Für den Tabellenfünften sollte das Kräftemessen mit dem 15. der Liga zu einer überraschend schweren Aufgabe werden. Spielmacher Weber musste sich zusätzlich mit seinem Nationalmannschaftskollegen Juri Knorr messen. „Philipp ist ein besonderer Spieler, auf den wir heute sehr gut aufpassen müssen“, so der 20-Jährige vor der Partie. „Der Junge kann richtig gut Handball spielen und wird in der WM wirklich helfen können“, so Weber über seinen Konkurrenten, der sein Talent gestern aber nur selten unter Beweis stellte.

Auch in der zweiten Hälfte rettete vor allem Ex-Mindener und Torhüter Joel Birlehm den Leipzigern immer wieder einen höheren Rückstand. Ab der 40. Minute schalteten die Leipziger endlich ein paar Fehler ab und schoben sie ihren Gegner unter, bei denen die Nerven und/oder die Beine schwach wurden.

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In der 52. Minute kam der DHfK so noch einmal auf 17:19 heran, doch scheiterte am Ende in einem harten Fight, bei dem sich vor allem die Abwehrreihen und Torhüter auszeichnen konnten. Der 20:23-Endstand war die absolut verdiente Konsequenz einer verschlafenen ersten Halbzeit und zahlreicher Probleme im Abschluss.

„Es ist heute sehr einfach gesagt, woran es lag"

Torhüter Joel Birlehm sagte nach der Partie: „Das war ein echtes Kampfspiel, Wir haben uns in der zweiten Halbzeit zurückgekämpft. Aber wir haben nicht effektiv genug angegriffen und Minden ist gut ins Tempospiel gekommen. Wir haben eine besondere Situation, das geht allen Teams so. Die Belastung darf aber keine Ausrede sein.“

DHfK-Coach André Haber hatte gleich eine Erklärung zur Niederlage parat: „Es ist heute sehr einfach gesagt, woran es lag. Wir haben zu viele Würfe verworfen und technischen Fehler gemacht. Mit 20 Toren gewinnt man in der Handball-Bundesliga nicht. Die 23 Gegentore hätte ich vorab gerne genommen. Wenn der fünfte oder sechste Ball an den Pfosten fliegt, dann denkt man natürlich, dass es verhext ist. Ich glaube aber nicht, dass es an der körperlichen Fitness lag."

Mindens Keeper Malte Semisch musste heute nur 20 Mal den Ball aus dem eigenen Netz holen und hatte dementsprechend nur positive Gedanken: „Ich wusste, dass wir ruhig bleiben müssen. Das hat heute sehr gut geklappt. Trotz der hektischen Fehler haben wir es so über die Zeit gebracht. Immer wenn wir sie in den Positionsangriff gezwungen haben, wurde es viel schwerer für sie."