07. März 2021 / 21:48 Uhr

Siegesserie reißt! Grizzlys Wolfsburg unterliegen 3:4 in Bremerhaven

Siegesserie reißt! Grizzlys Wolfsburg unterliegen 3:4 in Bremerhaven

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sah bei den ersten beiden Gegentoren nicht gut aus: Dustin Strahlmeier von den Grizzlys Wolfsburg.
Durchgeflutscht: Dustin Strahlmeier hatten keinen glücklichen Tag, unterlag mit den Grizzlys Wolfsburg in Bremerhaven 3:4. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Ein weiterer Sieg hätte eine Klub-Bestmarke bedeutet. Doch dazu kam es nicht. Nach neun Erfolgen am Stück riss die Serie der Grizzlys Wolfsburg im Nord-Duell des Eishockey-Oberhauses. Im DEL-Spiel bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven setzte es eine 3:4-Niederlage.

Neun Siege, genau wie 2015 unter Coach Pavel Gross, alter Rekord eingestellt, dabei blieb es. Eine neue eigene Bestmarke stellten die Grizzlys Wolfsburg im Eishockey-Oberhaus nicht auf. Nach neun Erfolgen in Serie setzte es bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven am Sonntag mit 3:4 (0:1, 2:2, 1:1) mal wieder eine Niederlage. Die erste seit dem 29. Januar (1:2 in Köln). Pekka Jormakka, Spencer Machacek und Sebastian Furchner schossen Wolfsburgs Tore. Pechvogel war Keeper Dustin Strahmeier, der bei den ersten beiden Bremerhavener Toren schlecht aussah. Bremerhaven übernahm durch den Erfolg wieder Platz zwei. Die Grizzlys behaupteten aber ihren Vorsprung vor den ärgsten Verfolgern, da sowohl Iserlohn (2:5 bei Spitzenreiter Berlin) als auch Düsseldorf (1:3 bei Schlusslicht Krefeld) ebenfalls verloren.

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Personal

Strahlmeier hütete das Tor, nachdem zuletzt dreimal in Folge Chet Pickard im Wolfsburger Kasten gestanden hatte. Ansonsten war die Aufstellung der Grizzlys unverändert gegenüber der Partie gegen Krefeld (5:2) am Donnerstag. Überzähliger Ausländer war erneut Verteidiger Phil Bruggisser. Wie schon zuletzt nicht im Kader war U23-Verteidiger Steven Raabe (19), gegenüber dem im Moment offenbar der fast vier Jahre ältere Maximilian Adam die Nase vorn hat. Für Stürmer Fabio Pfohl (Handgelenk-OP) ist die Saison beendet, Verteidiger Armin Wurm ist nach Corona-Infektion und folgender Mandelentzündung im Aufbautraining. Bremerhaven musste auf Mitch Wahl, Ross Mauermann und Tomas Sykora verzichten.

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Überlegenheit ist nicht alles. Das hatten die Grizzlys zweimal so mit Berlin erlebt (jeweils waren die Eisbären aktiver, verloren aber). Nun erwischte es die Wolfsburger im ersten Drittel so. Mit dem zweiten Schuss auf Wolfsburgs Kasten stand es 1:0 für die Gastgeber. Die Grizzlys hatten bis dahin mehr vom Spiel gehabt, zehn Schüsse auf Brandon Maxwell gebracht, der dann noch Glück hatte, dass Matti Järvinens Schuss mit der Rückhand vorbei ging und Julian Melchioris Versuch aus Nahdistanz gerade noch von Maxime Fortunus abgefälscht wurde. Bremerhavens Führung war dann nicht völlig unverdient, andererseits aber nicht nur vom Spielverlauf her unglücklich für die Grizzlys. Die hatten erst einen ganz schlechten Wechsel gefahren, sich kaum befreien können. Und als sie es geschafft hatten, im Gegenzug Luca Gläser zum Schuss ansetzte, da hatte Jeff Likens eigentlich den Schläger dran, der Schuss war gar nicht so hart, Dustin Strahlmeier griff aber daneben. Kurz danach scheiterte Max Görtz auf der anderen Seite auch an Maxwell.

Jormakka trifft, Bremerhaven legt nach

Im zweiten Drittel setzte sich das Spielchen fort. Wolfsburg war gefährlicher, schoss öfter, blieb aber im Hintertreffen. Görtz scheiterte an Maxwell, Machacek in einer Wolfsburger Drangphase auch. Die Partie wurde hektischer, es gab einige Strafen. In Unterzahl kam Järvinen nicht an Maxwell vorbei, kurz danach wurde Gerrit Fauser direkt vor Maxwell ausgehebelt - Penalty. Meist treten die Gefoulten selbst zum Strafschuss an. Es sei denn, man hat einen absoluten Spezialisten. Wolfsburg hat so einen: Pekka Jormakka. Und der traf - 1:1. Die Freude währte nicht lange. Die Gäste einmal unaufmerksam, Miha Verlic bringt den Puck Richtung Kasten - die Scheibe rutschte Strahlmeier durch die Beine. Kurz danach traf ihn keine Schuld: die Defensive unsortiert, Niklas Andersen mit scharfem Schuss - 3:1. Im Powerplay fälschte dann Machacek für sein zehntes Saisontor Ryan Buttons Schuss ab - 2:3 aus Wolfsburger Sicht.

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Direkt nach dem Abschluss hatte sich Järvinen eine Strafe eingehandelt. Die hatte Folgen. Kurz vor Ende des Powerplay ging Bremerhaven mit Beginn des Schlussabschnitts mit 4:2 in Führung. Erneut war es Andersen. Erneut war da nichts zu halten. Die Grizzlys steckten nie auf, mühten sich danach um den Anschluss, wurden aber nicht mehr zwingend. Bis kurz vor Schluss. Ohne Keeper und mit zusätzlichem Feldspieler wurde noch verkürzt. Etwas zu spät.

Wolfsburgs Coach Pat Cortina hatte gleich doppelt Kummer. "Uns hatte ein bisschen Biss gefehlt. Das passiert. Bremerhaven war ein bisschen hungriger. Serien enden, das bedeutet, dass man im nächsten Spiel wieder eine neue anfangen kann. Aber mich interessiert das Resultat weniger als die Leistung. Von daher müssen wir auf uns schauen und besser sein", meinte er zum Spiel und humpelte vom Eis. "Ich habe mir wohl den Knöchel verstaucht", hatte er vorher noch verraten.

Fischtown: Maxwell – Krogsgaard, Dietz; Eminger, Moore; Fortunus, Alber; Stowasser – Verlic, Jeglic, Urbas; McGinn, Freisen, Uher; Reisnecker, Quirk, Andersen; Hilbrich, Gläser.

Grizzlys: Strahlmeier - Melchiori, Likens; Bittner, Möser; Button, Adam - Görtz, Järvinen, Furchner; Boucher, Fauser, Nijenhuis; Machacek, Festerling, Hungerecker; Jormakka, Olimb, Rech; Busch.

Schiedsrichter: Hunnius/Iwert. - Strafminuten: Bremerhaven 10 / Wolfsburg 8.

Tore: 1:0 (15:26) Gläser (Urbas/Verlic)., 1:1 (29:44) Jormakka (Penalty), 2:1 (32:34) Verlic, 3:1 (35:09) Andersen (Quirk), 3:2 (38:07) Machacek (Button/Görtz - 5:4), 4:2 (41:40) Andersen (McGinn/Friesen - 5:4), 3:4 (59:43) Furchner (Festerling/Görtz - 6:5).

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