22. Januar 2018 / 18:52 Uhr

Siggi Reich schlägt Alarm: Beim VfL Wolfsburg läuft was schief!

Siggi Reich schlägt Alarm: Beim VfL Wolfsburg läuft was schief!

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Siggi Reich findet die Entwicklung des VfL Wolfsburg gefährlich
Siggi Reich findet die Entwicklung des VfL Wolfsburg gefährlich
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Siggi Reich spielte für den VfL Wolfsburg und für Hannover 96. Vor dem  Niedersachsen-Derby der Bundesliga am kommenden Sonntag macht er sich Sorgen um einen seiner beiden Ex-Klubs.

Er ist eine Wolfsburger Fußball-Legende, ein Wolfsburger Junge – und er spielte lange in der Bundesliga, seine Tore verhalfen dem VfL zum dauerhaften Aufstieg in den Profi-Fußball, er schoss Wolfsburg ins Pokalfinale 1995: Siggi Reich. Durch sein Sportgeschäft in Fallersleben und als regelmäßiger Zuschauer ist er nah dran an Fans und Geschehen. Und Reich ist keiner, der lange um den heißen Brei herumredet, sondern von ihm gibt’s vor dem Derby zwischen seinen Ex-Klubs am Sonntag (18 Uhr) Klartext. Während der 58-Jährige von Hannover 96 „positiv überrascht“ ist, macht er sich um den VfL nach dem 1:3 am Samstag gegen Eintracht Frankfurt große Sorgen.

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„Alle spielen für sich! Ich sehe keinen Führungsspieler!“

Am Samstagabend verließ der Ex-Torjäger die VW-Arena mit Kopfschütteln. Reich hatte mal wieder die Wolfsburger „Abschlussschwäche“ gesehen und er hatte mal wieder das Gefühl: „Alle spielen für sich beim VfL! Ich sehe keinen Führungsspieler!“ Klar habe man nach dem Trainerwechsel von Andries Jonker zu Martin Schmidt beim VfL eine andere Handschrift auf dem Platz gesehen. „Es war zu erkennen, was Schmidt spielen lassen möchte, wo es hingehen soll“ – aber schon in den letzten Spielen der Hinrunde (0:0 in Hamburg, 0:1 in Köln) oder beim mühevollen Pokalsieg bei Zweitligist 1. FC Nürnberg (der VfL gewann nach Verlängerung mit 2:0) habe die Entwicklung nicht mehr gepasst. „Und das, was jetzt gegen Frankfurt gezeigt wurde, war einfach zu dünn. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich die Mannschaft da zerreißt“, bemängelt Reich und fügt hinzu: „Die Entwicklung ist gefährlich.“ Das empfindet nicht nur Reich so, sondern auch viele Fans machen sich nach dem Fast-Abstieg des VfL in der vergangenen Saison Sorgen um das Team, das nach 13 Spieltagen mit 20 Punkten auf Rang 13 steht, nur vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz hat.

"Es gibt keinen, der den schwierigen Ball in die Spitze spielt"

“Reich vermisst Tempo auf dem Platz, besonders beim Umschaltspiel. „Und wenn mal die Chance zum Konter da ist, gibt es keinen, der den schwierigen Ball in die Spitze spielt.“ Ob das mit der Qualität das Kaders zusammenhänge, das wisse er nicht, meinte Reich. Aber dass der VfL in der vergangenen Saison fast in die 2. Liga gemusst hatte, das beschäftige den einen oder anderen Spieler und lasse ihn eben nicht frei aufspielen.

Siggi Reich - Eine Karriere in Bildern:

1981 wechselte Reich (unten, 2. von rechts) vom VfL Wolfsburg zu Borussia Mönchengladbach - Mitspieler dort waren unter anderem Frank Mill (o., 2. von links), Lothar Matthäus (oben Mitte) und Armin Veh (oben, 2., von rechts). Zur Galerie
1981 wechselte Reich (unten, 2. von rechts) vom VfL Wolfsburg zu Borussia Mönchengladbach - Mitspieler dort waren unter anderem Frank Mill (o., 2. von links), Lothar Matthäus (oben Mitte) und Armin Veh (oben, 2., von rechts). ©

Ganz anders sei die Lage in dieser Saison in Hannover. Reich lobt Trainer André  Breitenreiter („Er hat schon bei seinem Ex-Verein Schalke gute Arbeit abgeliefert. Und er macht das jetzt auch bei 96“),  und Manager Horst Heldt. „Er hat die Mannschaft da verstärkt, wo man sie verstärken musste, man hat die Schwachstellen in der Defensive in den Griff bekommen. 96 hat eine kompakte Mannschaft. Es macht Spaß, ihr zuzuschauen.“

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Klingt so, als ob es am Sonntag einen Heimsieg der Roten  gibt... „Das hoffe ich nicht“, hakt Reich wiederum ein. „Der VfL kann da etwas machen, er muss aber von Beginn an die Ärmel hochkrempeln“, fordert der einstige Top-Angreifer, der übrigens nicht glaubt, dass die Wolfsburger Fans erneut bis zum Saisonende um die Bundesliga zittern müssen. Das VfL-Idol sagt: „Die Mannschaft spielt auswärts sehr diszipliniert, sie wird sich wieder fangen, da bin ich mir sicher.“

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