06. Juni 2020 / 15:06 Uhr

Simon Makienok schießt Dynamo Dresden in Wiesbaden zum Sieg

Simon Makienok schießt Dynamo Dresden in Wiesbaden zum Sieg

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
06.06.2020, Hessen, Wiesbaden: Fußball: 2. Bundesliga, SV Wehen Wiesbaden - Dynamo Dresden, 30. Spieltag in der BRITA-Arena.  Der Dresdner Simon Makienok (3.v.l.) jubelt nach dem Treffer zum 3:2. Foto: Ronald Wittek/epa/Pool/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
Der Dresdner Simon Makienok jubelt nach dem Treffer zum 3:2 beim SV Wehen Wiesbaden. © dpa
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Die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski gewinnt das Abstiegsduell sehr glücklich mit 3:2. Der große Unterschied war die Chancenverwertung. Während die Wiesbadener ihre zahlreichen Möglichkeiten ungenutzt ließen, präsentierten sich die Schwarz-Gelben vor dem Kasten deutlich konsequenter.

Wiesbaden. Dynamo Dresden bleibt im Rennen um den Klassenerhalt: Die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski gewann am Sonnabend ihr erstes Spiel seit der Corona-Pause – und das ausgerechnet beim Tabellennachbarn SV Wehen Wiesbaden. Nach 94 dramatischen Minuten hieß es in der leeren BRITA-Arena 3:2 (2:2) für die Gäste. Der Jubel auf der Bank war riesig, die abgekämpften Feldspieler indes konnten dafür keine Energie mehr aufbringen. Zuviel Kraft hatte das Abstiegsduell gekostet, das der Däne Simon Makienok etwas schmeichelhaft für die eigentlich klar unterlegenen Dresdner in der 89. Minute entschied. Aber das interessiert morgen niemand mehr, die drei Punkte zählen.

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DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Spiel gegen Wehen Wiesbaden

Die SG Dynamo Dresden erkämpfte sich beim 3:2-Auswärtserfolg beim SV Wehen Wiesbaden drei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden erkämpfte sich beim 3:2-Auswärtserfolg beim SV Wehen Wiesbaden drei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. ©

Kauczinski begann die so wichtige Partie mit einer erneut gründlich veränderten Startelf. Nur Kevin Broll, der noch rechtzeitig genesene Florian Ballas und Jannis Nikolaou liefen wie beim 0:3 in Hannover in der Anfangsformation auf. Ondrej Petrak konnte wie gegen Stuttgart auf der Doppelsechs beginnen, seine Knieprobleme waren abgeklungen und er spielte vor der Abwehr mit Jannis Nikolaou. Der Deutsch-Grieche rückte aus der Innenverteidigung raus, wo Kevin Ehlers erstmals nach langer Pause wieder begann. René Klingenburg spielte hinter der Offensivreihe mit Godsway Donyoh, Simon Makienok und Patrick Schmidt.

In dieser Formation ließ es sich gut an für Dynamo, die Sachsen machten in der Anfangsphase das Spiel und gingen in der 9. Minute durch ein Eigentor von Dominik Franke in Führung. Donyoh hatte gut geflankt, der Wiesbadener Pech bei seiner verunglückten Rettungstat. Doch Sicherheit gab die Führung den in Weiß spielenden Dresdnern nicht, sie ließen sich von den Hessen den Schneid abkaufen. Ein Kopfball von Stefan Aigner konnte gerade noch zur Ecke geklärt werden (22.), dann half Ehlers beim 1:1 kräftig mit. Der 19-Jährige verlor den Ball leichtfertig im Vorwärtsgang, Manuel Schäffler erwischte die Kugel und legte Daniel Kofi Kyereh den Ausgleich auf (24.). Kurz darauf kippte das Spiel völlig, denn die Dresdner Abwehr bekam eine Kyereh-Flanke nicht weg: Moritz Kuhn traf zum 2:1 für den Aufsteiger (26.). Kyereh hätte gleich das 3:1 nachlegen können, verpasste das Tor aber nur knapp (26.). Auch Schäffler hatte eine riesige Chance, köpfte aber vorbei (32.). Das hätte schon die Vorentscheidung sein können!

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DURCHKLICKEN: Die Dynamo-Elf in der Einzelkritik

(1) Kevin Broll: Der Torwart wurde in der ersten Halbzeit zweimal kalt erwischt. Da sah er wie die gesamte Abwehr nicht glücklich aus. Zu halten bekam er erst in der zweiten Halbzeit wieder was, bei Kyerehs Hinterhaltsschuss packte er sicher zu (60.). Auch bei Dittgens Chance war er auf dem Posten, verhinderte die Katastrophe (76.). Gegen Kyereh riss er die Hand noch hoch, parierte großartig (78.). Note: 2,5. Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Der Torwart wurde in der ersten Halbzeit zweimal kalt erwischt. Da sah er wie die gesamte Abwehr nicht glücklich aus. Zu halten bekam er erst in der zweiten Halbzeit wieder was, bei Kyerehs Hinterhaltsschuss packte er sicher zu (60.). Auch bei Dittgens Chance war er auf dem Posten, verhinderte die Katastrophe (76.). Gegen Kyereh riss er die Hand noch hoch, parierte großartig (78.). Note: 2,5. ©

Nach dem Fernschuss von Sascha Mockenhaupt (43./drüber) meldete sich der Gast von der Elbe aber noch einmal zurück. Chris Löwe, bis dahin wenig überzeugend, flankte auf Schmidt, der das 2:2 per Kopf besorgte (44.). Ein wichtiger Treffer, der der Kauczinski-Elf dringend benötigte frische Hoffnung brachte.

Nach der Pause übernahmen die Rot-Schwarzen wieder das Zepter. Sie wollten den Tabellenletzten schnell ausknocken. In den ersten gut zehn Minuten aber gelang ihnen aber kein ernsthafter Abschluss, Dynamo bemühte sich, das Spiel zu beruhigen. Nach vorn glückte der Sportgemeinschaft aber auch nichts Nennenswertes. Das Nachrücken bei eigenen Angriffen fiel den Dresdner Profis schwer, Kauczinski zögerte noch mit Wechseln. Erst in der 64. Minute beorderte er Jannik Müller neu ins Mittelfeld, nahm Klingenburg runter. Nach einem Freistoß von Schmidt (vorbei/70.) brachte der Dresdner Coach Marco Terrazzino für Donyoh. Gefährlich wurde es aber nur für Dynamo, als Broll gegen Maximilian Dittgen retten musste (76.). In der 78. Minute bewahrte Broll die Gäste vor dem Knockout, als er gegen Kyereh fantastisch mit einer Hand klärte.

Dann ging es in die Schlussphase, und Dynamo hatte plötzlich noch zwei Gelegenheiten. Erst köpfte Makienok aufs Tor, fand in Heinz Lindner aber seinen Meister (84.). Dann konnte der Däne den Keeper der Hessen aber doch noch bezwingen. Nach Schmidts Vorarbeit behauptete er die Kugel und ließ Dynamo jubeln (89.). Ein Glücksfall für Dynamo, das nun wieder hoffen darf, die Liga zu halten. Eine bittere Pille zugleich für die Gastgeber, die insgesamt mehr vom Spiel und viel mehr gute Chancen gehabt hatten, sie aber nur unzureichend nutzten. Kurz vor dem Ende musste noch Patrick Schmidt mit Gelb-Rot wegen Ballwegschlagens vom Platz. Somit fehlt er im nächsten Spiel. Das ist bitter!