11. März 2022 / 15:15 Uhr

Sind das rot-weiße Frühlingsgefühle? RB Leipzig und der "Sturm der Liebe"

Sind das rot-weiße Frühlingsgefühle? RB Leipzig und der "Sturm der Liebe"

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Bei RB Leipzig liegt Liebe in der Luft. Dani Olmo, Kevin Kampl, Emil Forsberg und Josko Gvardiol haben viel übrig für ihren Arbeitgeber.
Bei RB Leipzig liegt Liebe in der Luft. Dani Olmo, Kevin Kampl, Emil Forsberg und Josko Gvardiol haben viel übrig für ihren Arbeitgeber. © Getty Images / dpa / Montage
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Bei RB Leipzig liegt so etwas wie Liebe in der Luft. Gleich mehrere Profis des Bundesligisten kamen in den vergangenen Tagen gar nicht recht raus aus dem Schwärmen über Club, Stimmung und Stadt. Für Coach Domenico Tedesco ist das natürlich Musik in den Ohren. Für die Kaderplaner dürfte die Frage interessant sein, wie lange die Gefühle anhalten.

Leipzig. Ob den Verantwortlichen am Cottaweg in dieser Woche die Ohren geklingelt haben? So viel (verbale) Liebe wie in den vergangenen Tagen lag bei RB Leipzig schon seit einiger Zeit nicht mehr in der Luft. Nach einer schwierigen Woche, die bestimmt wurde von den öffentlichen Diskussionen rund um das Europa-League-Los Spartak Moskau, der stark kritisierten ersten Reaktion des Clubs und der Absage des Achtelfinales mit allen Nebengeräuschen, gab es nun fast schon eine Art „Lovestorm“. Denn gleich mehrere Profis erklärten über verschiedene Medien: Ihr Herz gehört den Rasenballern. Ein Wechsel im Sommer? Ausgeschlossen.

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Gvardiol: "Genieße wirklich jeden Tag"

Ein wenig überrascht haben dürften zumindest Außenstehende die klaren Worte von Dani Olmo. Der Spanier, der in dieser Saison nach spielintensivem Sommer aufgrund diverser Verletzungen eine lange Anlaufzeit brauchte, wird immer wieder vor allem mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht. „Ich bin nicht in Eile. Ich bin hier sehr glücklich und habe noch einen Vertrag bis 2024“, gab der 23-Jährige in der Sport Bild zu Protokoll. „Ich sehe keinen Grund, diesen Sommer zu gehen und den Verein zu wechseln.“ Mit Barca-Coach Xavi gebe es keinen Kontakt.

Als heiß umworben gilt ebenfalls Josko Gvardiol. Der Kroate wechselte im Sommer von Dinamo Zagreb an die Pleiße, eroberte auf Anhieb einen Stammplatz in der Innenverteidigung. Hier nimmt es der 20-Jährige unerschrocken mit allem und jedem auf, köpft im Notfall auch schon mal einen auf ihn und seine Kollegen fliegenden Bierbecher weg. Einen Titel wolle er mit RB holen, gern schon in der laufenden Saison, sagte er der Bild. Und sonst? „Ansonsten habe ich wirklich keine Pläne für meine Zukunft. Ich bin noch sehr jung, spiele erst seit einem dreiviertel Jahr in einer der besten Ligen der Welt. Ich genieße wirklich jeden Tag mit diesem tollen Team in diesem erstklassigen Klub. Ich denke, an nichts anderes! Und wenn sie mich fragen, ob ich nächstes Jahr hier spiele: Ja, natürlich!“

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Forsberg: "Ich liebe es, hier zu sein"

Verglichen damit wirkten die vor einiger Zeit getätigten Aussagen von Christopher Nkunku, überragender RB-Kicker der Saison (wettbewerbsübergreifend 25 Tore und 13 Vorlagen in 37 Spielen), fast schon wie Liebesentzug. „Bis zum Sommer kann viel passieren. Am Ende der Saison werde ich mich mit dem Club, mit meinem Berater und meiner Familie zusammensetzen und eine Entscheidung fällen“, hatte der 24-Jährige im Februar via L‘Equipe angekündigt. Gefühlt wird täglich ein neuer Verein gehandelt, der sich die Dienste des im Grunde unverzichtbaren Franzosen ab Sommer sichern will. Bis 2024 ist sein Arbeitspapier an der Pleiße datiert. Eine Ausstiegsklausel? Die gibt es oder auch nicht, je nachdem, welches Medium man zu Rate zieht.

Für Emil Forsberg, jahrelang im Zentrum diverser Wechseldebatten, ist Abwanderung kein Thema (mehr). „Ich fühle mich in der Stadt wohl – ich liebe es hier zu sein“, ließ der Schwede, dessen Vertrag an der Pleiße aktuell bis 2025 in dieser Woche bei Sky verlauten. Mehr noch. „RB Leipzig ist einfach mein Verein. Ich möchte nirgendwo anders sein.“ Vergessen die Zeiten, in denen Forsberg-Berater Hasan Cetinkaya in regelmäßigen Abständen mit tatsächlichen oder vermeintlichen Gedankenspielen seines Klienten in Sachen Zukunftsplanung für Unruhe sorgte.

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Tedesco: "Spiegelbild, was wir haben"

Handlungsbedarf in Sachen Kontrakt gibt es bei Kevin Kampl. Das aktuelle Schriftstück datiert bis 2023. Gefahr im Verzug? Iwo! Es passe einfach zwischen ihm und RB, diktierte der 31-Jährige dem Kicker. Und verhandelt über eine Vertragsverlängerung. „Mir wurden auch gute Signale gesendet. Es gibt ja auch eigentlich nichts, was dagegenspricht.“ Frau und Kinder fühlten sich sehr wohl in Leipzig. „Natürlich würde ich gern bleiben.“

Was sagt eigentlich Domenico Tedesco zu so viel Liebe? "Das freut mich natürlich", meinte der Coach am Freitagnachmittag auf der Pressekonferenz vor dem Sonntagspiel bei Greuther Fürth (19.30 Uhr). "Es ist auch das Spiegelbild, was wir haben. Wir sind gut drauf. Es macht Spaß hier zu arbeiten. Wenn jetzt noch die Sonne scheint, der Platz wird besser - das merkt man auch von Woche zu Woche. Das hilft. Die schönste Phase im Fußball ist meistens der Saisonendspurt, wenn jeder im Frühling nochmal aufblüht."