22. Oktober 2019 / 14:56 Uhr

Sind Göttinger Fußballplätze zu oft gesperrt?

Sind Göttinger Fußballplätze zu oft gesperrt?

Kathrin Lienig und Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Momentan wieder öfter zu sehen: das „Platz gesperrt“-Schild der Göttinger Sport und Freizeit GmbH.
Momentan wieder öfter zu sehen: das „Platz gesperrt“-Schild der Göttinger Sport und Freizeit GmbH. © Warda
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Goldener Oktober, aber die Rasenplätze der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) sind gesperrt. Die Göttinger Fußballklubs haben sich weitgehend damit abgefunden, aber die Frage bleibt: Warum ist das so? Die GoeSF hat gute Gründe, es geht darum, den Rasen zu erhalten.

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Oktober bis Ostern sind die Plätze gesperrt – diese Faustregel kursiert unter den Fußballvereinen. „Wenn der Oktober wie im vergangenen Jahr richtig warm ist, kann man das nicht richtig nachvollziehen“, sagt Michael Keßler, Trainer im Juniorinnenbereich der SVG Göttingen.

Punktspiele stehen noch auf dem Spielplan, ein regelmäßiges Training unter freiem Himmel ist für die Juniorenmannschaften aber nicht mehr möglich: So trainieren die D-Juniorinnen des Klubs vom Sandweg bereits zum Teil in der Halle, wo sie sich auf Spiele vor der Tür vorbereiten – kurios.

Doch damit nicht genug: Wenn Ende April die Plätze wieder für den Trainingsbetrieb freigegeben werden, ist das Vergnügen kurz. Denn Ende Mai erfolgt die nächste Sperrung, weil dann die Spielfelder für die nächste Saison präpariert werden. Bleibt also erneut nur der Kunstrasen oder der Hartplatz. Wir haben bei der GoeSF nach den Gründen dafür gefragt.

Ab wann werden die Rasenplätze der GoeSF im Herbst gesperrt?

„Training ist ab Oktober in der Regel nicht mehr möglich“, sagt Jörn Lührs, Abteilungsleiter Sport bei der GoeSF. „Punktspiele finden aber schon noch statt, das hängt dann von der Einschätzung der Platzwarte ab.“

Warum kann bei schönem Wetter im Oktober oder auch November nicht mehr auf Rasen trainiert werden? Schließlich finden ja auch Spiele statt.

Der Grund für den stark eingeschränkten Betrieb auf Rasenplätzen ist vor allem die stockende Vegetation im Herbst – der Rasen wächst bei starker Beanspruchung nicht mehr nach. „In der feuchten Jahreszeit können die Plätze weniger Belastung ab“, sagt Lührs. „Im Winter wächst das Gras nicht mehr so wie sonst.“ Der zweite Punkt: „Es wird auch dunkler“ – und die Rasenplätze verfügen in der Regel nicht über eine Trainingsbeleuchtung. „Ab 19.30 Uhr sieht man nichts mehr.“

Wenn es im Zuge des Klimawandels im Herbst wärmer ist als früher – sollte sich die GoeSF da nicht auch bewegen?

„Natürlich ist es jetzt wärmer, aber der Rasen wächst trotzdem nicht“, stellt Lührs klar. „Wenn zehn Fußballvereine täglich von 15 bis 21.30 Uhr einen Platz bespielen, erholt er sich davon nicht mehr, und bis zum Beginn der Vegetationsphase wächst dann nichts mehr nach.“

Wie wird alternativ ab Anfang Oktober verfahren?

Im Oktober beginnt der Winterfahrplan der GoeSF, der die Hallentrainingszeiten für die Mannschaften regelt. Und vor allem: „Dafür haben wir ja die ganzen Kunstrasenplätze gebaut“, so Lührs – und Kunstrasen hat Flutlicht.

Wieso wird denn nach der Winterpause und einem Monat Übungseinheiten bereits Ende Mai der Trainingsbetrieb auf Rasenplätzen wieder eingestellt?

„Im Sommer müssen die Plätze intensiv gepflegt werden“, erläutert Lührs – der Platz wird gelüftet, es werden Dünger und Sand aufgetragen, und vier Wochen lang ruht er. „Wir sehen aber zu, dass wir nicht sämtliche Plätze gleichzeitig ruhen lassen, und machen das in enger Abstimmung mit dem Spielplan.“ Das Problem in der jüngeren Vergangenheit: „Die Sommerpause ist in den vergangenen Jahren geschrumpft.“

Gibt es Beschwerden wegen der gesperrten Plätze?

„Wir müssen immer mal wieder argumentieren, das ist nichts Neues, das gibt es jedes Jahr“, sagt Lührs – und führt ein positives Beispiel an: „Der SC Hainberg hat es verstanden und sich an die Hinweise gehalten: Wenn mir schonend mit den Ressourcen umgehen, hat man keinen braunen Acker.“

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In Rhumspringe und Bilshausen entscheiden die Platzwarte, ob gespielt werden kann

Die Verantwortlichkeitenfür die Sportplätze liegen im Eichsfeld etwas anders als in der Stadt Göttingen. Bernd Mühlhaus ist Platzwart in Rhumspringe ​und entscheidet auch, wie lange auf dem gemeindeeigenen Rasen an der Rhume gespielt und trainiert werden kann. „Wenn etwas während der Spiele kaputt geht, muss ich in der nächsten Woche ran und das beheben.“ Sollte einmal gar nichts gehen, schließt er sich mit den Platzwarten der anderen Mitgliedsvereine des SV Rotenberg kurz und klärt, ob in Scharzfeld, Pöhlde oder Hilkerode gespielt werden kann. „Wir versuchen, immer bis zum bitteren Ende durchzuziehen“, so Mühlhaus, der auch noch Fußballobmann und Trainer der zweiten SVR-Mannschaft ist

HeinzKreitz
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Der SV Bilshausen ​ist „Nutznießer“ der beiden gemeindeeigenen Plätze am Sandweg in Bilshausen. Heinz Kreitz und Richard Neumann kümmern sich im Auftrag der Gemeinde um die Platzpflege und Instandsetzung, sie haben aber auch Entscheidungsgewalt. „Wenn sie zu lange spielen lassen, haben sie natürlich Mehraufwand. Wenn sie aber zu früh absagen, hagelt es Kritik. Das ist immer eine Gratwanderung“, sagt der SVB-Vorsitzende Matthias Jung. Die Grasnarbe auf dem neueren Platz hinter dem Sporthaus sei in jedem Fall die anfälligere. „Das ist unsere offizielle Spielstätte, quasi unser Vorzeige-Platz“, sagt Jung. Trainiert wird auf dem älteren Platz, der auch über eine Flutlichtanlage verfügt.

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