13. Februar 2020 / 16:58 Uhr

Sind Schaumburgs Fußballer zu unfair? - Negativ-Trend im VGH-Fairness-Cup

Sind Schaumburgs Fußballer zu unfair? - Negativ-Trend im VGH-Fairness-Cup

Isabell Remmers
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Kommt es zu solchen Szenen wie zwischen dem VfR Evesen und der U23 des VfL Bückeburg häufiger auf Schaumburger Plätzen?
Kommt es zu solchen Szenen wie zwischen dem VfR Evesen und der U23 des VfL Bückeburg häufiger auf Schaumburger Plätzen?
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Werden die Fußballer im Kreis immer mehr zu Rüpeln? Das könnte man glauben, wenn man die Auswertung des VGH-Fairness-Cup nach der Hinrunde mit der der vergangenen Saison vergleicht. Dort ist ein klarer Abwärtstrend zu erkennen. Doch bestätigt sich das über die Jahre? 

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Dass es im Fußball immer mehr Handgreiflichkeiten und Anfeindungen gibt, ist beinah ein täglicher Bestandteil der deutschlandweiten Berichterstattung. In Schaumburg scheint der Kreis bis auf wenige Ausnahmen noch weitestgehend verschont zu bleiben. Doch wirft man einen Blick auf die landesweit von den Bundes- bis zu den Kreisligen durchgeführte VGH-Fairness-Tabelle, zeigt sich: Auch in Schaumburg geht es lange nicht mehr so fair zu wie noch in der vergangenen Saison.

Letztes Jahr besonders fair

Da sah alles noch ganz rosig aus: Der Fußballkreis glänzte bei der Wertung: Von 33 Kreisen erreichte Schaumburg den zweiten Platz hinter Diepholz. Bestes Schaumburger Team wurde der TuS Lüdersfeld auf Rang 31. Der fairste Verein aus dem Kreis ist aktuell der SV Victoria Sachsenhagen auf Platz 41. Immerhin: Unter den schlechtesten 100 Teams lässt sich mit dem SV Obernkirchen auf Platz 876 nur ein Schaumburger Verein finden.

Die Schaumburger sind unfairer

In der laufenden Serie sieht es ganz anders aus. Nach der Hinrunde belegt Schaumburg nur noch den 19. Rang im kreisweiten Vergleich. Schon jetzt haben die Schaumburger 18 Rote Karten gesammelt, in der gesamten Vorsaison waren es 20. Auch bei den Gelb-Roten Karten sind es nach der Hinrunde nur fünf weniger als in der gesamten Vorsaison. Das Abrutschen im Kreisvergleich hängt also nicht damit zusammen, dass es in den anderen Kreisen friedlicher zugeht, sondern in Schaumburg unfairer.

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Hendrik Dargel ist mit 21 Treffern der beste Torschütze in Schaumburgs Kreisliga. Zur Galerie
Hendrik Dargel ist mit 21 Treffern der beste Torschütze in Schaumburgs Kreisliga. ©

Kein langjähriger Trend erkennbar

Entwickeln sich die Schaumburger Fußballer also immer mehr hin zu Rüpeln? Volker Müller, Kreissportgerichts-Vorsitzender, kann das – zumindest auf die Verfahren am Sportgericht bezogen – nicht in Gänze bestätigen. „Es ist ein Auf und Ab. Da lässt sich keinen Trend ausmachen“, so Müller. Sorgen müsse man sich im Kreis also laut des Vorsitzenden nicht machen. „Es gibt immer mal Spiele, die aus der Reihe fallen. Das gab es immer und das wird es auch immer geben.“

Deutlicher Anstieg bei Sportgerichtsverfahren

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Allerdings hat auch er einen deutlichen Anstieg bei der Anzahl der Verfahren am Sportgericht im Vergleich zur vorherigen Spielzeit verzeichnet. „Wir haben schon jetzt die Gesamtzahl der Vorsaison überschritten – und wir haben noch eine Halbsaison vor uns“, gibt Müller zu bedenken. Neben Gelben, Gelb-Roten und Roten Karten fließen auch die Urteile in die Fairness-Wertung ein. Dennoch sagt Müller: „Es gab auch schon Jahre, in denen deutlich mehr Verfahren angestrengt wurden. Es ist nicht dramatisch schlimmer geworden.“

Und wenn sich die Schaumburger in der Rückrunde wieder etwas zusammenreißen, könnte die Bilanz in ein paar Monaten ja schon wieder ganz anders aussehen.

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