20. März 2020 / 14:11 Uhr

Sion-Präsident Christian Constantin verteidigt Massen-Entlassung: "Das heißt Krieg"

Sion-Präsident Christian Constantin verteidigt Massen-Entlassung: "Das heißt Krieg"

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Christian Constantin, Präsident des FC Sion, rechtfertigte die Entlassung seiner Spieler mit der Corona-Krise.
Christian Constantin, Präsident des FC Sion, rechtfertigte die Entlassung seiner Spieler mit der Corona-Krise. © imago images/Pius Koller/Montage
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Der Präsident des Schweizer Klubs FC Sion, Christian Constantin, hat die fristlose Kündigung von neun Spielern mitten in der Corona-Krise mit drastischen Worten gerechtfertigt und sieht sich gegenüber Kritikern im Recht.

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Mitten in der Corona-Krise hat der Schweizer Erstligist FC Sion neun Spieler fristlos entlassen, darunter der frühere HSV-Profi Johan Djourou. Der Grund: Die Fußballer wollten kurzfristig verordnete Kurzarbeitsregelungen nicht akzeptieren. Klub-Präsident Christian Constantin reagierte mit der umgehenden Vertragsauflösung der Spieler und erntete dafür vor allem von Spielergewerkschaft und Beratern scharfe Kritik. Nun rechtfertigte der 63-Jährige sein Vorgehen mit drastischen Worten.

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"Wir sind daran, Feldlazarette auf die Beine zu stellen, um Leben zu retten. Wir sind daran, die Toten ohne Abdankung zu beerdigen. Wir sind daran, diejenigen Personen auszuwählen, die sterben müssen und jene, die wir retten können. Das alles heißt Krieg. Kein üblicher Krieg. Der sanitarische Krieg. Das Resultat ist dasselbe. Leute sterben oder werden sterben", wird ein Schreiben von Constantin an Lucien Valloni, den Präsidenten der Spielergewerkschaft, in der Zeitung Blick zitiert.

Constantin kritisiert Gewerkschaftsboss Valloni

Die Schweiz ist vom Coronavirus laut der Statistik-Website Worldometer mit aktuell rund 5000 aktiven Fällen und bislang 43 Todesopfern in Relation zur kleinen Bevölkerung besonders stark betroffen. Kurzarbeit sei demnach laut Constantin die einzige Lösung, das finanzielle Überleben des FC Sion zu sichern. "Sie beraten die Spieler dahingehend, Kurzarbeit nicht zu akzeptieren. Und sie der Gefahr auszusetzen, dass ihre Verträge aus guten Gründen und wegen höherer Gewalt gekündigt werden. Ich glaube, dass Sie, Maître Valloni, außerhalb der aktuellen und zukünftigen Situation leben", kritisierte Klub-Präsident Constantin den Gewerkschaftsboss.

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Spielerberater und Offizielle hatten das Vorgehen des Sion-Chefs scharf kritisiert. "Wir erwarten, dass diese missbräuchlichen Kündigungen unverzüglich widerrufen werden, und dass eine Diskussion über mögliche Alternativen eröffnet wird", mahnte Valloni. In einer Stellungnahme auf ihrer Website rief die Spielergewerkschaft zudem Klubs dazu auf, keine kurzfristigen Maßnahmen zu Ungunsten der Profis zu ergreifen.

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