05. Mai 2021 / 19:00 Uhr

Sitzplätze für die Fans: Radefelder SV sammelt Spenden für eine Tribüne

Sitzplätze für die Fans: Radefelder SV sammelt Spenden für eine Tribüne

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
So könnte die künftige Tribüne des Radefelder SV aussehen, dann natürlich in den Vereinsfarben schwarz-gelb-schwarz.
So könnte die künftige Tribüne des Radefelder SV aussehen, dann natürlich in den Vereinsfarben schwarz-gelb-schwarz. © Verein
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Der Radefelder SV startet eine Crowdfunding-Aktion, um damit eine Zuschauertribüne finanzieren zu können und wirbt dabei mit Fan-Prämien. Der Verein kümmert sich danach in Eigenregie um eine Überdachung. Sollten bis zum 2. Juni keine 11.000 Euro zusammen kommen, wird das Geld wieder erstattet.

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Radefeld. Der Radefelder SV möchte Stadionflair auf seine grüne Wiese zaubern und eine Zuschauertribüne errichten. Zu diesem Zweck sammelt der Verein über eine Internetplattform Spendengeld ein, neudeutsch besser bekannt unter dem Namen "Crowdfunding". Die Erschließung der neuen Fan-Komfort-Horizonte hat freilich ihren Preis. 11.000 Euro müssen bis zum 2. Juni im virtuellen Klingenbeutel landen.

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„Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen. Wir freuen uns über jede Unterstützung. Wer ein paar Euro übrig hat – es hilft alles was“, sagt RSV-Vizepräsident Jürgen Weber. Auch Spieler der ersten Mannschaft würden sich mit einem Obolus beteiligen. Die Chancen scheinen nicht übel zu stehen. Nach dem Auftakt am Montag belief sich der Spendenstand bereits Mittwochnachmittag auf 1.405 Euro, die 14 verschiedene Unterstützer fließen ließen.

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Das transportable Tribünen-Teil mit dem schnittigen Namen „Court Royal“ verfügt auf gut neun Metern Länge über 50 Sitzplätze, verteilt auf drei Reihen, die in den Vereinsfarben schwarz-gelb-schwarz gehalten sein sollen. Für eine Überdachung will der Verein anschließend in Eigenregie sorgen. „Wir möchten unsere Zuschauer nicht mehr im Regen stehen lassen und noch attraktiver werden“, erklärt Jürgen Weber.

Prämien für Spenden

Bislang umranden den Platz am Rande von Schkeuditz nur ein paar vereinzelte Bänke. Dabei ist das Interesse der Schlachtenbummler vergleichsweise groß. Zuletzt kamen im Schnitt 118 Fans (Stand zum Saisonabbruch 2019/20), der drittbeste Wert in der Landesklasse Nord, wo die Radefelder Männer zu Hause sind.

Initiiert hat die Aktion Fußball-Abteilungsleiter Maik Böhme-Kretzschmar und dazu vorher diverse Anbieter sondiert. Gelandet ist er letztlich bei der Plattform "fairplaid". Der Clou: Wer spendet, bekommt im Umkehrschluss auch eine Prämie vom Verein. So gibt‘s etwa bei einer Summe von 30 Euro einen RSV-Fanschal, für fünf Euro mehr kann man sich in ein Vereinsbadetuch hüllen beziehungsweise mit einem Regenschirm gegen das Nass von oben schützen. Für 50 Euro landet zum Beispiel ein Fantrikot beim edlen Spender. Wer richtig tief in die Brieftasche langt, kriegt für 200 Euro eine Jahreskarte. 500 Euro werden gar mit einer persönlichen Bandenwerbung vergolten.

Spielatmosphäre in Ruhe genießen

Die Radefelder hoffen, so das Projekt denn realisiert werde kann, auf das „ultimative Erlebnis“ und werben außerdem mit neuen Bequemlichkeiten. „Durch Nummerierung und Vorbestellung von Sitzplätzen, könnte sich somit jeder Zuschauer seinen persönlichen festen Platz sichern und die Spielatmosphäre in Ruhe, ohne Drängelei und mit dem benötigten Abstand genießen.“ Maik Böhme-Kretzschmar spricht außerdem von einem „lang ersehnten Traum“.

Sollte der Traum nicht in Erfüllung gehen, sprich die gewünschten 11.000 Euro nicht bis zum 2. Juni zusammen gekratzt werden, bekommen alle Spender ihr Geld zurück. Aber daran verschwenden sie beim RSV natürlich keinen Gedanken, sondern sehen vor dem inneren Auge schon eine vollbesetzte Tribüne stehen. Alle weiteren Infos und die Spendenmöglichkeit gibt es unter: www.fairplaid.org/tribuenersv90