30. Januar 2020 / 13:20 Uhr

"Dass er geht, tut uns weh": Sive Dubula hinterlässt gleich zwei große Lücken

"Dass er geht, tut uns weh": Sive Dubula hinterlässt gleich zwei große Lücken

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sive Dubula (hinten, rechts) hat beim Projekt „Gewaltprävention – Rugby in Schulen“ tatkräftig geholfen.
Sive Dubula (hinten, rechts) hat beim Projekt „Gewaltprävention – Rugby in Schulen“ tatkräftig geholfen. © Florian Petrow
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Das schmerzt - und gleich doppelt: Sive Dubula kehrt nach 18 Minuten in seine Heimat nach Südafrika zurück. Er wird nicht nur der abstiegsbedrohten SG SV Odin/VfR 06 Döhren sportlich fehlen, sondern auch mit seinem Engagement beim Projekt "Gewältprävention - Rugby in Schulen".

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Am liebsten würden sie Sive Dubula festhalten. So fest, wie das ein Rugbyspieler mit dem Ball eben tut, wenn er getackelt wird. Aber nun ist es doch Zeit, den Südafrikaner loszulassen. Dubula zieht es nach 18 Monaten in Hannover zurück in seine Heimat. Der abstiegsbedrohte Erstligist SG SV Odin/VfR 06 Döhren verliert damit seinen überragenden Spielmacher, und Hannovers Schulen einen sehr beliebten Trainer. „Es war eine wunderbare Zeit. Vor allem die Arbeit mit den Schülern werde ich vermissen“, sagt Dubula.

"Am liebsten gäbe ich Sive nicht mehr her"

Der 24-Jährige war mit dem internationalen Austauschprogramm „weltwärts“ nach Hannover ge­kom­men. Er führte die SG entscheidend zum Aufstieg und half mit beim Projekt „Gewaltprävention – Rugby in Schulen“, das von DOSB und Landessportbund mit dem „Kleinen Stern des Sports in Silber“ ausgezeichnet worden ist. Dubula brachte den Schülern Rugby näher. „Am liebsten gäbe ich Sive nicht mehr her. Dass er geht, tut uns weh. Sportlich wie men­schlich“, sagt Odiner Horst Josch, der das erfolgreiche Projekt ins Leben gerufen hat.

Gewaltprävention - Rugby in Schulen

In dieser Woche sind Josch und Dubula auf Abschiedstour durch die Schulen. Wie beliebt der Südafrikaner aus der Provinz Eastern Cape ist, zeigt sich bei einer Sportstunde in der Grundschule an der Uhlandstraße. Dubula gibt klare Anweisungen. „Nicht zum Hals, nicht zum Kopf!“, ruft er den Kindern zu. Rudelbildung und Körperkontakt sind aber ausdrücklich er­wünscht. Es wird gerungen um den Ball, geschoben und gedrängelt. Jungen und Mädchen machen mit, alle werden einbezogen.

„Raufen mit klaren Regeln ist wichtig und droht den Kindern in unserer weichgespülten Zeit verlorenzugehen“, betont Josch. Auch Klassenlehrer Florian Heimann ist überzeugt: „Die Kinder können sich richtig auspowern. Die Konflikte in den großen Pausen haben deutlich nachgelassen.“

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Der Südafrikaner Sive Dubula übergibt den Staffelstab beim Projekt Gewältprävention - Rugby in Schulen übergangsweise an Landsfrau Aneliswa Ntaka.
Der Südafrikaner Sive Dubula übergibt den Staffelstab beim Projekt "Gewältprävention - Rugby in Schulen" übergangsweise an Landsfrau Aneliswa Ntaka. © Florian Petrow
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Wie beim normalen Rugby passen die Kinder den Ball nur nach hinten, als Endzone dient eine Weichbodenmatte. Dort legen sie den Ball ab. Es geht laut zu, aber auf Dubala hören alle. „Er ist der Star besonders bei den jüngeren Kindern“, so Josch. Einen Nachfolger hat er zwar schon gefunden: Chilekwa Lawrenz aus Sambia. Für ihn liegt aber noch kein Visum vor, und Dubula fliegt bereits am Freitag zurück.

Aneliswa Ntaka übernimmt übergangsweise

Für den Übergang wird Aneliswa Ntaka an den Schulen helfen, eine Profi-Rugbyspielerin aus Südafrika, die mit „weltwärts“ beim TK Hannover gelandet ist. Wie Dubala ist der 28-Jährigen das Schulprojekt neu, aber sie ist ebenso überzeugt davon wie ihr Landsmann und will es daheim in Maciear versuchen. „Durch Rugby kann man viel lernen, und es macht viel Spaß“, sagt Ntaka.

Dann muss Dubula Ab­schied nehmen von den Schülern. Von seinem Team hat er das bereits getan. „Es war eine bewegende Zeit. Hannovers Rugby-Gemeinde wird mir fehlen. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen.“

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