22. November 2018 / 17:50 Uhr

Die Skandal-Akte von FC-Bayern-Star Franck Ribéry

Die Skandal-Akte von FC-Bayern-Star Franck Ribéry

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Immer wieder fiel Franck Ribéry negativ auf. Nicht nur beim FC Bayern, auch zu seiner Zeit als französischer Nationalspieler. 
Immer wieder fiel Franck Ribéry negativ auf. Nicht nur beim FC Bayern, auch zu seiner Zeit als französischer Nationalspieler.  © Imago-Montage
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Das Rüpel-Image haftet an Franck Ribéry. Erst der Eklat 2010 als französischer Nationalspieler, nun die Vorfälle von Dortmund und München. Die Skandal-Akte des Fußballstars ist prall gefüllt. 

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Bei der WM 2010 kommt es zu einem Eklat, der Ribérys Karriere in der Equipe Tricolore nachhaltig schädigte. Frankreich schied in Südafrika als Gruppenletzter aus. Ribéry war neben Kapitän Patrice Evra, Stürmer Nicolas Anelka und Trainer Raymond Domenech Hauptdarsteller des sogenannten "Fiasko von Knysna". Die Vorwürfe wogen schwer: Ribéry, Anelka (der sich seinerseits heftig mit Domenech überwarf) und Evra hätten als Rädelsführer Mobbing gegen einzelne Spieler betrieben, die als "intellektuelle Außenseiter" galten, etwa Hugo Lloris und Yoann Gourcuff. Ribéry wurde später für die Vorfälle aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen - der Anfang vom Ende seiner Karriere beim späteren Weltmeister.

Inmitten der Affäre trat Ribéry gemeinsam mit Domenech im Fernsehen auf und sage: "Frankreich leidet im Moment. Ich möchte mich bei der ganzen Nation entschuldigen." Anelka wurde nach einem Wortgefecht mit seinem Trainer suspendiert, Ribéry und seine Teamkollegen antworteten nur einen Tag nach dem Schulterschluss im TV-Interview mit einem Trainingsboykott gegen Domenech. Anschließend musste der Bayern-Star sich in einem Disziplinarverfahren verantworten. Sein Ansehen hat in Frankreich nachhaltig Schaden genommen.

Der neueste Ribéry-Ärger

Ex-Star des FC Bayern: Die Skandal-Akte Franck Ribéry

Franck Ribéry gilt als hochbegabter Fußballer - eckt mit seiner Art abseits des Platzes jedoch auch immer wieder an. Der <b>SPORT</b>BUZZER hat die brisantesten Momente seiner Karriere zusammengefasst. Zur Galerie
Franck Ribéry gilt als hochbegabter Fußballer - eckt mit seiner Art abseits des Platzes jedoch auch immer wieder an. Der SPORTBUZZER hat die brisantesten Momente seiner Karriere zusammengefasst. ©

Durch einen weiteren Vorfall litt Ribérys Ruf, auch wenn er am Ende freigesprochen wurde. 2009 hatte er Sex mit einer 17 Jahre alten Prostituierten in einem Luxushotel, wie er später zugab. In Frankreich liegt die Höchststrafe für Sex mit einer minderjährigen Prostituierten bei drei Jahren Haft und 45 000 Euro. Im Januar 2014 wurden Ribéry und der ebenfalls beschuldigte Karim Benzema von einem Pariser Gericht freigesprochen, weil sie das wahre Alter der Dame nicht gekannt hatten.

Er eckt immer wieder mit Unsportlichkeiten an

Auf dem Platz eckt Ribéry immer wieder mit Unsportlichkeiten an. Im DFB-Pokalfinale 2016 etwa steckte der Franzose seinem Dortmunder Gegenspieler Gonzalo Castro den Ringfinger ins Auge - kam bei Bayerns Titelgewinn aber überraschend ohne Rote Karte davon. "Castro hat mir auch mit seinen Fingern ins Gesicht gelangt. Deshalb habe ich so reagiert", sagte Ribéry später.

Vielleicht spielentscheidend war Ribérys Ausraster im Finale der Champions League 2013. In der 26. Minute rammte der Franzose dem damaligen Dortmunder Robert Lewandowski in Wembley den Ellenbogen hart ins Gesicht - eigentlich ein rotwürdiges Einsteigen. Doch Ribéry durfte weitermachen, Bayern gewann das deutsche Finale am Ende im Gleichzahl mit 2:1. Pikant: Bereits im Viertelfinale gegen Juventus hätte Ribéry nach einem bösen Tritt gegen Arturo Vidal vom Platz gestellt werden müssen.

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Auch im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid im April 2014 rastete Ribéry aus. Der Franzose ohrfeigte kurz vor der Pause seinen Gegenspieler Daniel Carvajal, wurde jedoch erneut nicht vom Platz gestellt. Die Bayern schieden damals aus.

Einmal hatte eine Aktion Ribérys schwere Folgen: Im Halbfinale der Champions League 2009/10 trat der Franzose Lyons Stürmer Lisandro Lopes hart - und flog vom Platz. Bayern zog trotzdem ins Finale ein, das Ribéry aber gesperrt verpasste. Ohne ihn verloren die Münchner das Endspiel gegen Inter Mailand.

Im Champions-League-Spiel gegen Anderlecht wurde Ribéry von Bayern-Trainer Carlo Ancelotti 2017 vorzeitig ausgewechselt. Der Linksaußen reagierte sichtlich erbost, würdigte seinen Trainer keines Blickes, warf sein Trikot weg und ließ sich kaum beruhigen. Wenige Wochen später wurde Ancelotti entlassen - nach einer Niederlage bei Paris Saint-Germain. Ribéry saß (wie Arjen Robben) nur auf der Bank und soll intern Kritik an Ancelotti geübt haben.

Vor allem nach dem BVB-Spiel gab es Ärger

In der Champions-League-Gruppenphase 2017/18 fiel der Franzose im Heimspiel gegen AEK Athen erneut unangenehm auf. Nach einem Zweikampf mit dem Griechen Konstantinos Galanopoulos holte Ribéry emotional geladen zum Schlag gegen seinen Gegenspieler aus - zog jedoch nicht durch. Dennoch sorgte die Aktion im Netz für Empörung bei den Fans.

Erneuten Ärger gab es nach der Niederlage im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund im November 2018. Ribéry legte sich in den Katakomben des Dortmunder Stadions mit dem Journalisten Patrick Guillou, ohrfeigte den TV-Experten offenbar mehrfach. Gulliou soll Ribéry zuvor für zwei Gegentore mitverantwortlich gemacht haben. In einer Stellungnahme entschuldigte er sich im Nachgang offiziell bei seinem Landsmann. Aufgrund des Vorfalls erhielten der Franzose und sein Flügelpartner Arjen Robben den vorgesehenen Bambi-Preis nicht.

Im Abschlussspiel beim Training am 15. November faltete Ribéry seinen Mitspieler Rafinha lautstark zusammen. „Tu, was ich dir sage“, brüllte der Franzose. Er hatte sich zuvor auf dem linken Flügel freigelaufen und den Ball nicht erhalten. Ein paar Minuten später regte sich Ribéry erneut über das Spielverhalten von Rafinha auf. Torwart-Trainer Toni Tapalovic musste ihn beruhigen.

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