17. März 2019 / 17:11 Uhr

Bernburgs Torhüter postet antisemitische Fotomontage mit Chemie-Spieler Karau

Bernburgs Torhüter postet antisemitische Fotomontage mit Chemie-Spieler Karau

Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
Diese Montage (r.) tauchte nach dem Bernburger Gastspiel in Leutzsch auf Instagram auf.
Diese Montage (r.) tauchte nach dem Bernburger Gastspiel in Leutzsch auf Instagram auf. © Christian Donner / Instagram
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Ein antisemitischer Post bei Instagram sorgt nach Spiel von Askania Bernburg bei der BSG Chemie für Aufregung. Gästetorhüter Giovanni Datemasch zeigt darin Chemie-Kapitän Stefan Karau mit einem Davidstern auf dem Arm.

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Leipzig. Das Spiel zwischen der BSG Chemie Leipzig und Askania Bernburg am Sonnabend im Alfred-Kunze-Sportpark geht ins Nachspiel. Gäste-Torhüter Giovanni Datemasch hat bei Instagram eine Story mit einem heiklen Detail veröffentlicht. Darin sind auf einem Foto er selbst, Chemie-Kapitän Stefan Karau und Torschütze Benjamin Schmidt unmittelbar nach dem 3:0 für die BSG zu sehen. Auf das Trikot von Datemasch wurde der Schriftzug „HASS!“ und auf den Oberarm von Karau ein Davidstern montiert.

Am Sonntag sorgte diese Aufnahme in Fankreisen von Chemie für Aufregung. Auch der Verein hat auf den Post registriert. „Wir werden am Montag auf unserer Vorstandssitzung darüber reden“, sagte BSG-Sprecher René Jacobi.

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Datemasch selbst gab sich am Sonntag kleinlaut. „Ich habe die Story gar nicht selbst erstellt“, sagte er gegenüber dem SPORTBUZZER. Vielmehr habe er sie bei Instagram gesehen und dann versehentlich repostet. „Ich bin nicht der Hellste in der App“, gibt der 21-Jährige zu.

Übeltäter kommt aus dem Nachwuchs des Stadtrivalen

Askania-Präsident Michael Angermann ist jedenfalls mächtig sauer. „Wie kann man so blöd sein“, schimpfte er. Der Vereinschef kündigte für die kommende Woche Gespräche mit der gesamten Mannschaft an. Thema: Das richtige Verhalten in den sozialen Netzwerken.

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Die BSG Chemie Leipzig lässt dem TV Askania Bernburg keine Chance und schickt den Kontrahenten mit 6:1 (3:1) nach Hause. Zur Galerie
Die BSG Chemie Leipzig lässt dem TV Askania Bernburg keine Chance und schickt den Kontrahenten mit 6:1 (3:1) nach Hause. © Christian Donner
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Zusätzliche Brisanz bekommt das Thema, weil Datemasch viele Jahre im Nachwuchs des Erzrivalen 1. FC Lok Leipzig gespielt hat. „Meine Vergangenheit bei Lok ist bekannt, dass wissen alle“, so Datemasch. Deshalb habe es vor allem in der zweiten Halbzeit bei Chemie direkt vor dem Heimfanblock ständig Sprechchöre gegen ihn gegeben. Sein Verhältnis zur BSG Chemie habe das aber nicht beeinflusst. „Ich habe persönlich weder etwas gegen Stefan Karau noch gegen einen anderen Spieler von Chemie“, versicherte der Schlussmann.

Auf sich beruhen lassen will Datemasch den Vorfall nun nicht. „Ich werde nächste Woche das Gespräch mit Chemie suchen“, kündigte er an. Sein Account mit der Story bei Instagram ist seit dem frühen Sonntagnachmittag nicht mehr zu erreichen.

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